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Schreibwerkstatt

 

Die Rubrik "Schreibwerkstatt" (in der Zeitung "Anders erlebt") spiegelt die Erfahrungen, Gedanken und Anliegen unserer VerkäuferInnen und anderer Menschen in sozialen Grenzsituationen wider. Sie bietet Platz für Menschen und Themen, die sonst nur am Rande wahrgenommen werden.

 

 

Schreibwerkstatt-Autorin Hanna S.: Was ich mir für 2017 wünsche

 

Im letzten Jahr ist so viel passiert, das mich und sicher viele andere Menschen in Angst und Schrecken versetzt hat: Terror und Amok in Deutschland, Anschläge in Saint-Etienne-du-Rouvray, Nizza und Paris, Anschläge in Istanbul oder die Anschlagserie in Brüssel. Kriege, Machtkämpfe in den Ländern um uns herum, der neue Präsident in Amerika … Weiter weg und doch so nah.

Die Flüchtlingswelle sowie die endlose Bundespräsidentenwahl, wo die Polarisierung in Österreich sichtbar geworden ist, unsere Regierung, in der nur noch gestritten wurde und wo in den letzten zehn Jahren gar nichts geschehen ist. Anstieg von Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Armut. Dadurch sind beim Großteil von uns Österreichern Ängste und daraus resultierendes Misstrauen sowie Vorurteile, Zorn, Unzufriedenheit, Egoismus entstanden. Ein gefährlicher Cocktail!

Angst hat mit Kontrollverlust zu tun. Besonders dann, wenn man eine Situation nicht durchschauen oder einschätzen kann. Nicht zu verwechseln mit Furcht, die an ein konkretes Phänomen gebunden ist. Sobald die Situation vorbei ist, nimmt auch die Furcht wieder ab.

Die Angst hingegen hat keine greifbare Ursache und damit auch keine Grenzen. Sie ist eher eine Stimmung, die sich in bestimmten Situationen steigern oder senken kann. Und diese Stimmung im negativen Sinn ist eben auch bei uns angekommen. Aufgeheizt durch die Medien, besonders die sozialen im Internet, wo ganz schnell aus einem kleinen Schneeball eine Lawine entsteht. Da kann man schreiben, was man sich nicht sagen traut. Und dazu die Armut, wo selbst Arbeiter mit Vollzeitanstellung davon betroffen sind. Alleinerziehende werden sowieso ständig bestraft, dafür, dass sie alleine Kinder erziehen, was kein Honigschlecken ist. Und die ständigen Zahlungen für diverse Anschaffungen, Ausflüge, Veranstaltungen in Schulen werden auch nicht berücksichtigt. Die Folge davon: Die Kinder kriegen mit, dass sie Menschen zweiter Klasse sind, weil sie ständig verzichten müssen und voll mitbekommen, dass nicht genug Geld da ist.
Schöne Zukunftsaussichten.

Unsere Pensionisten haben ja nun zur Beruhigung einmalig einen Hunderter bekommen. Was irgendwie idiotisch ist, weil diesen alle erhalten, ob reich oder arm. Da hätte eine Staffelung je nach Einkommen mehr Sinn gehabt. Weil dann hätten die mit geringer Pension mehr und die mit mehr Pension weniger erhalten. Aber ist ja mit Arbeit verbunden und Geld ausgeben für eine Arbeitsgruppe will man ja auch nicht. Das würde ja die Arbeitslosenzahlen verringern.

Tja, das macht den Menschen Angst und bei vielen ist es Zorn. Und jeder hat das Gefühl, gegenüber den anderen im Nachteil zu sein, und das ist mit ein Grund, dass die Menschen sich untereinander nicht mehr verstehen.

Ich wünsche mir für 2017 eine gerechtere Vermögensverteilung, dies würde sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität, auf Gesundheit, Zufriedenheit und das Bildungsniveau auswirken. Dadurch hätten wir Menschen in Österreich wieder das Gefühl von Sicherheit und der soziale Frieden würde wieder hergestellt. Und noch was: Mehr Bürgernähe wäre erwünscht, da wir es sind, die eure Arbeit bezahlen!