Wechseln zu: Inhalt
Wechseln zu: Suche
Sie befinden sich hier: Home Projekte Projekt 1
start -->

Das Wichtigste ist und bleibt die Familie

Wieder einmal haben wir über die Familie gesprochen im Deutschkurs und was sie für uns bedeutet.
Für einige der Deutschkursteilnehmer ist „die Mama“ ganz klar das Herz der Familie.
Für andere ist die ganze, riesengroße Familie in Rumänien überlebenswichtig.
Denn die Familie, lass ich mir erklären, ist immer im Herzen, egal wo du gerade bist. Ob du in Salzburg Zeitungen verkaufst oder 20 Stunden mit dem Auto nach Rumänien fährst – die Familie ist da. Erst mit der Familie im Rücken ist es für viele Verkäufer möglich, in Österreich ihren Job zu machen, weil zu Hause die Omas und Opas die Kinder hüten und versorgen. Ja, es gibt natürlich auch Schwierigkeiten mit der Familie, das ist schon klar.
Aber: FAMILIE ist FAMILIE!
Da sind sich alle einig. Wir reden gerne und viel über die lieben Angehörigen im Deutschkurs. Da ist immer viel Emotion dabei und Geschichten über die vielen, vielen Verwandten sind abwechslungsreich und unterhaltsam.
So erfährt die Deutschkursgruppe, dass der Großvater von Elena, Mariana und Avram 100 Jahre alt geworden ist. „Und sein Geheimnis?“, möchte ich natürlich wissen. Die weise Antwort: „Er hatte neun Kinder und er hat nicht viel gegessen.“ Constantins Familie ist auch groß und ich merke, dass sich einige Namen durch die Generationen ziehen so wie Stan, Nicolai, Maria und Marita. In seiner Familie gehört Constantin mittlerweile zur ältesten Generation. Seine Eltern und Großeltern leben schon lange nicht mehr, aber er ist ja auch selbst schon stolzer Opa. „Gratuliere, Constantin!“

Die Zeit verfliegt und zum Abschluss der Familienstunde machen wir dann noch ein kleines Experiment. Die Aufgabe an uns alle ist, sich so aufzustellen, dass diejenigen mit den wenigsten Geschwistern bei der Türe stehen und die mit den meisten auf der gegenüberliegenden Seite beim Fenster. Und zwar schön säuberlich in einer Reihe. Also die Einzelkinder fangen an. Ja, da muss gefragt werden, am besten auf Deutsch: „Wie viele Brüder und Schwestern hast du?“ Dann wird herumgeruckelt, gekichert und geschoben und langsam, langsam zieht sich eine Geschwisterlinie durch den Raum. Vor mir stehen nicht viele, ich glaube ein oder zwei Verkäufer, dann komme schon ich – obwohl ich auch drei Geschwister habe! Aber dann geht’s los: bei vier Geschwistern steht eine kleine Traube Menschen und auch bei fünf und ganz oben stehen die Verkäufer mit sechs und sieben Geschwistern, immerhin auch noch ein paar. Gerade befinden sich gefühlte 100 Leute im Raum. Zufrieden und hoch erfreut über so viel Erzählen von der und Denken an die geliebte Familie verabschieden sich meine rumänischen Deutschkursteilnehmerinnen und -teilnehmer.
Ich bekomme noch ungefähr 20 Mal die Hand geschüttelt, mit den besten Wünsche für meine eigene – kleine – Familie und dann ist es, von einem Moment auf den anderen, wieder ganz still.
Schön war das.