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Neu im Vertrieb

 

Hans Steininger ist nun für die 60 Apropos-Verkäuferinnen und -Verkäufer zuständig. Er stellt sich nun persönlich vor.

 

Viele von ihnen habe ich schon gekannt. Ich habe sie getroffen auf meinem Weg zum Bahnhof, beim Einkaufen, beim Stadtbummel, in der größten Eile, in der entspannten Muße; für mich gehören sie seit meiner Übersiedlung nach Salzburg vor neun Jahren zum Stadtbild, für mich sind sie eine Institution: Die mit den Furchen in der Seele und der Straßenzeitung in der Hand.



Jetzt sehe ich sie ganz nah. Sie stehen vor meinem gerade in Besitz genommenen Schreibtisch, zeigen sich skeptisch, hoffnungsvoll, abwartend, auch provokant. Sie fragen nach Wolfgang, ihrem Vertrauten während vieler Jahre, der uns mehr und mehr einander überlässt. Er weiß, dass er mir nicht viel mehr als ein paar Eckdaten über die Apropos-VerkäuferInnen erzählen kann, denn zu vielschichtig, zu vielfältig sind die Lebensgeschichten; so bekomme ich die Chance, in die Lebensläufe persönlich eingeladen und ins Vertrauen gezogen zu werden.



Ich habe eine neue Zielgruppe für mich gefunden. Keine Werbebotschaften mehr an anonyme Empfänger, sondern Aufmerksamkeit für Menschen mit oft drastisch eingeschränkter Teilnahme am Konsum und ihre existenziellen Nöte; für Menschen mit zum Teil "selbst verschuldetem" Schicksal, die es in unserer Gesellschaft schwerer haben als die "unschuldig in Not Geratenen". Sie gehören nicht zu den oft strapazierten "Fleißigen und Anständigen", die Gründe dafür sind nicht wert- und messbar; denn wer kennt die Grenze von unschuldig zu schuldig?



In Apropos haben sie ein Medium, in dem sie sich präsentieren können, als Menschen wie du und ich, mit allerdings etwas weniger Glück im Leben: Einmal an einer Wegkreuzung falsch abgebogen, einen Holzweg erwischt, ausgerutscht. Aber immer auf dem Weg zurück;  und es ist bewundernswert, wie sie auf diesem schwierigen mühseligen Pfad zunehmend Trittsicherheit  erlangen.



So stehen sie in unseren Straßen und auf unseren Plätzen und vervollständigen das Bild der Salzburger Bevölkerung, deren vollwertiger Teil sie sind. Die Salzburger und Salzburg-Besucher zeigen zu einem erfreulich hohen Prozentsatz, dass sie verstehen, wie wichtig soziale Solidarität für uns alle ist. Für jene, die unsere Salzburger Straßenzeitung in die Stadtteile tragen, genauso wie für jene, die mit 2 Euro für die Zeitung ein verdientes Einkommen für einen höchst respektablen Mitmenschen ermöglichen.

 

Meinen Kolleginnen und Kollegen in der ­Glockengasse 10 danke ich für die herzliche Aufnahme, die mir den Einstieg sehr erleichtert hat. Meinem scheidenden Kollegen Wolfgang gratuliere ich zu seiner gelungenen Aufbauarbeit, sowohl des VerkäuferInnen-Teams wie auch der durchdachten Vertriebsstruktur.Hier ist anzuknüpfen, hier ist fortzusetzen.   

 

Öffnungszeiten Vertriebsbüro: 8 bis 14 Uhr, Tel.: 0662/870795-21

Text: Hans Steininger