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Straßenzeitung anderswo

Real Change | The Contributor | bodo | Sorgenfri | Strassenfeger | One Step Away | Draußenseiter | Die Zeitschrift der Straße | Groundcover News | The Big Issue Korea | Karlsruher Straßenzeitung | The Big Issue Taiwan | Die Strasse | Eibisch-Zuckerl | Narodna Dopomoha | Sorgenfri | Oregon Vagabond | Kupfermuckn | Street Sheet | Asfalt | Street Roots | Jerusalëmmer | FREIeBÜRGER | 20er | Street Speech | Street Pulse | Prosto Neba | WSPAK | Victoria Street New | Edmonton Street News | Denver Voice | Whats Up | Our Voice | Donaustrudl | Abseits!? | Straßenkreuzer | Aurora da Rua | Megaphone | Street Sights | La Calle | StreetWise | The Big Issue Kenia | Z Magazine | Klar Kristiansand | Forgotten Voice | The Big Issue Zambia | Jeepney | Kralji Ulice | Virkelig | Megafon | BIGnews | Macadam | Ocas | Oslo | Tagessatz

 

 

 

Real Change

Dieses amerikanische Magazin wurde im August 1994 in Seattle, im US-Bundesstaat Washington, gegründet. Seattle ist die größte Stadt im Nordwesten der Vereinigten Staaten.


Das „Real Change-Program“ unterstützt die „Hilfe zur Selbsthilfe“ und hat viele Gesichter.

 

  • Das „Homeless Speakers’ Bureau“ ist ein Forum von obdachlosen und ehemals obdachlosen Menschen, die den Kontakt zu Schulen, Kirchen, der Wirtschaft sowie zivilen Organisationen suchen. Sein Ziel ist es, Menschen mit niedrigem Einkommen und Obdachlosen eine Stimme zu geben und so Brücken zwischen der armen und reichen Bevölkerung zu bauen.
  • Das „Real Change“ Organisations-Projekt setzt sich für ein humaneres Seattle ein und tritt für leistbare Unterkünfte für alle ein. Für gewählte Politiker der Stadt sollte es das oberste Ziel sein, der Bevölkerung mit geringerem Einkommen angemessenen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
  • Die Schreibwerkstätte beschäftigt sich mit den Themen Obdachlosigkeit, Arbeit, Gesundheit, Gerechtigkeit und Umwelt, um nur einige Themen zu nennen.


Die Zeitung erscheint wöchentlich mit einer Auflagenhöhe von 18.000 Exemplaren und wird von 350 Verkäufern angeboten. Die Leserschaft ist überwiegend weiblich, über 40 Jahre alt, gebildet und weißer Herkunft.

 

 

 

 


„Real Change“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

Juni 2012

 

 

 

The Contributor

Dieses amerikanische Magazin wurde im Dezember 2007 in Nashville, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Tennessee gegründet, erscheint seither monatlich mit einer Auflagenhöhe von mehr als 130.000 Exemplaren und wird von zirka 400 Verkäufern angeboten. Der Verkaufspreis beträgt pro Zeitschrift $ 1, davon verbleiben 75 % bei den Anbietern.


In dieser Südstaaten-Stadt gibt es viele sozial orientierte Gruppierungen, die ihren Blick auf obdachlose und arme Menschen richten und sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen. Es wird vermutet, dass ihr Engagement eine stetige Steigerung der Auflagenhöhe bewirkt hat. Exakte Leser-Analysen liegen derzeit nicht vor. Das Prinzip dieser Straßenzeitung:


  • Soziale Integration: Stärkung des Selbstwertgefühls, Strukturierung des Tagesablaufes, gesellschaftliche Akzeptanz, Eröffnung neuer Perspektiven

  • Möglichkeit zur Selbstdarstellung: Verfassen eigener Artikel, Berichte von persönlichen Erlebnissen Obdachlosen oder ehemaligen Wohnungslosen wird eine Alternative zum Betteln angeboten.

  • Soziale Kontakte zwischen Zeitungsverkäufern und Kunden werden hergestellt.


Die Zeitung wird derzeit von ehrenamtlichen Mitarbeitern erstellt. Um Teilzeitkräfte anstellen und Arbeitskleidung für die Verkäufer organisieren zu können, wird um Spenden gebeten.

 

 

 

 


The Contributor“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

Mai 2012

 

 

 

bodo

Das Magazin für Bochum, Dortmund und Umgebung mit der „anderen Perspektive“ wurde im Februar 1995 gegründet. Es bietet einen Querschnitt der Region mit sozialen, kulturellen und lokalen Schwerpunkten. Man nimmt sich Zeit für die Geschichten und stellt Fragen jenseits von Starkult und Tageshektik. Der bodo-Veranstaltungskalender sucht die „Blumen am Wegesrand“.

Im Mittelpunkt des Engagements steht die Unterstützung und soziale Reintegration von Menschen in schwierigen Lebenslagen. Dies geschieht nach dem Leitspruch „Arbeit statt Almosen“.

Das Straßenmagazin wird von einem Redaktionsteam (RedakteurInnen, Grafiker, Illustrator, Fotografin) erstellt und von 90 Verkäufern angeboten.

Projekt Buch: Der Bücherbazar. Bodos Bücher online, Buchmärkte und Messen

Projekt Transport: kostengünstig und kompetent, (kostenpflichtige) Haushaltsauflösungen, Transporte und Umzugshilfen. Das Projekt versteht sich als Beschäftigungsinitiative, die Langzeitarbeitslosen einen neuen Start ins Berufsleben ermöglichen soll.

Projekt Trödel: Der neu gestaltete Secondhand-Laden in Dortmund lebt von Sachspenden.


Die Zeitung erscheint monatlich in einer Auflage von 11.000 Stück (bei ca. 2,3 Lesern pro Exemplar). Die überwiegend weibliche Leserschaft hat hohes Bildungsniveau, und vergleichsweise hohe Kaufkraft und macht das Blatt zu einer interessanten Plattform für passgenaue Werbung.

 

 

 

 


bodo“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

April 2012

 

 

 

Sorgenfri

Die norwegische Schwester „Sorgenfri“ wurde im Juni 2007 in Trondheim, der drittgrößten Stadt Norwegens, gegründet. Trondheim, eine Universitätsstadt, liegt an der Mündung des Flusses Nidelv in den Trondheimfjord, etwa 70 Kilometer vom offenen Meer entfernt.


Die Hauptaufgabe der Straßenzeitung ist es, Obdachlosen und Menschen, die um ihre Existenz kämpfen, Arbeit anzubieten. Sie werden in Workshops angespornt, selbst Artikel für das hochwertige Magazin zu verfassen und es zu verkaufen. Durch die soziale Integration soll das Selbstwertgefühl gesteigert, der Tagesablauf neu strukturiert, neue Perspektiven eröffnet und soziale Kontakte hergestellt werden.

Außerdem ist es eine gute Alternative zum Betteln oder Schnorren.

Als zusätzliche Belohnung gab es zu Weihnachten kleine Geschenke, warme Kleidung und Schuhe.

 

Die Leserschaft setzt sich aus allen Gesellschaftsschichten zusammen; besonders Studenten und junge Leute schmökern gerne in diesem Blatt.

Jedes Jahr in der Adventzeit wird auch ein Weihnachtsbuch präsentiert.


Die Straßenzeitung erscheint derzeit siebenmal jährlich mit einer Auflagenhöhe von

14.000 Stück, verfügt über 220 registrierte Verkäufer und wird gegenwärtig von 50 Leuten angeboten.

 

 

 


Sorgenfri“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

März 2012

 

 

 

Strassenfeger

ist das etwas andere Stadtmagazin und in der Berliner und Brandenburger Medienlandschaft längst etabliert. Die erste Ausgabe seines Vorläufers erschien vor etwa 16 Jahren. Damals hieß er noch „motz“. Aus den Straßenzeitungen „haz“ und „mob“ wurde im Juni 1995 die „moz“ und ab 1997 dann der „strassenfeger“.

Das 32-seitige farbige Magazin beinhaltet jeweils Titelthemen, dazu gibt es feste Rubriken wie die Verkäuferseite, Vereinsseite, Seite „strassenfeger radio“, Sportseite, Doppelseite „art strassenfeger“, einen Hartz-IV-Ratgeber, eine Glosse, eine Brennpunktseite und ein paar Seiten Aktuelles.
 
strassenfeger radio: die Zeitung aufs Ohr.
Treffpunkt Kaffee Bankrott  wird ohne staatliche Unterstützung betrieben.
Notübernachtung mit Wasch-/Duschmöglichkeiten. Hunde können nach Absprache mitgebracht werden.
Das Trödelprojekt bietet Berlinern die Möglichkeit, Möbel und Hausrat sowie Gebrauchsgegenstände abholen zu lassen, und hilft so in erster Linie wohnungslosen Menschen, die wieder sesshaft werden, bei der Einrichtung ihres Heimes.

Das Magazin erscheint alle zwei Wochen  mit einer Auflagenhöhe von durchschnittlich 20.000  Exemplaren und wird von 850 eingetragenen VerkäuferInnen angeboten.

 

 


Strassenfeger“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

Februar 2012

 

 

 

One Step away

Dieses amerikanische Magazin erschien erstmals im Dezember 2009 in Philadelphia, einer Stadt im US-Bundesstaat Pennsylvania.


Die Straßenzeitung verfolgt zwei Ziele:

Zum einen wird obdachlosen Menschen eine sinnvolle, legale Einkunftsmöglichkeit angeboten, ihr Selbstwertgefühl gestärkt, ihr Tagesablauf neu strukturiert und neue Perspektiven eröffnet. Zum anderen wird die Wohnungsnot thematisiert.


Die beste Möglichkeit, die Bürger der Stadt aufzurütteln, sind die von den Straßenverkäufern selbst verfassten Artikel, die authentisch die persönlichen Erfahrungen der Betroffenen spiegeln.


Im Rahmen der Kampagne „100.000 Wohnungen“ suchten 250 Freiwillige nach den am meisten gefährdeten Obdachlosen der Stadt. Ihr Ziel war es, ein Register anzulegen, das diese Menschen auf die obersten Plätze einer Liste zur Wohnungsbeschaffung setzt. „One Step Away“ begleitete eines der Teams an die ungewöhnlichsten Orte, die die meisten Menschen aus Sicherheitsgründen vermeiden würden, um nach Obdachlosen zu suchen.

Das Magazin erscheint monatlich mit einer Auflagenhöhe zwischen 6.000 und 12.000 Exemplaren, wird von 30 bis 40 Verkäufern angeboten und erreicht an die 15.000 bis 20.000 LeserInnen.

 

 


One Step Away“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

Januar 2012

 

 

 

Draußenseiter

Im April 1992 wurde die älteste Straßenzeitung Deutschlands in Köln, damals unter dem Namen „BANK EXTRA“, ins Leben gerufen. Sie erscheint monatlich mit einer Auflagenhöhe von 3.000 Stück und wird von 50 Verkäufern vertrieben.


Die Zeitung sieht sich als Sprachrohr für alle Obdachlosen, deren Freunde, ehemals Obdachlose und andere Betroffene. Der Inhalt des Magazins setzt sich aus interessanten Artikeln über Köln, Verkäuferporträts, Buch- und Musiktipps und wichtigen Adressen sowie Anlaufstellen für Menschen in Notsituationen zusammen.

Unter www.echolog.de stellt Julian von Heyl regelmäßig neue Web-Tipps vor: Internetseiten jenseits des Mainstreams, die auch einen mehrfachen Besuch lohnen.


Bürger oder Berber

Der doppelte Stadtplan – eine Stadtführung mit Martin Stankowski (sesshaft) & dem Kleinen Günther (Nomade).Wer denkt schon beim Dom an Suppenküche im Strom der Touristen? – Was spielt sich abends am Appellhofplatz ab? Während dieses spannenden Rundgangs erzählt der Kleine Günther von seinem Leben als Berber und Martin Stankowski wirft den „bürgerlichen“ Blick auf einige Sehenswürdigkeiten Kölns. Die Einnahmen dieser Führung gehen an die Straßenzeitung.


Warme Orte

Kein Geld in der Tasche und draußen ist es kalt und ungemütlich. „Draußenseiter“-Tipps für Menschen, die sich mal aufwärmen wollen.

 

 

 


Draußenseiter“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

Dezember 2011

 

 

 

Die Zeitschrift der Straße

Wurde am 2. Februar 2011 vom Verein für Innere Mission in Bremen gegründet. Sie ist laut Herausgeber das erste Straßen-Magazin, dass sich mit Themen aus Bremen und Bremerhaven beschäftigt.


Die künstlerisch gestaltete Straßenzeitung soll wohnungslosen und in Not geratenen Menschen im Land Bremen eine Einkommensmöglichkeit sichern und gleichzeitig auch Studierende und Besserverdienende mit ihrem Inhalt ansprechen.


Jede Ausgabe widmet sich einer Straße in Bremen oder Bremerhaven. Ihre Autoren und Fotografen halten sich dort auf, beobachten protokollieren und entwickeln dann aus den interessantesten Beobachtungen Reportagen, Interviews, Fotostrecken und Essays (Prinzip: sehen hören schreiben). Es wird versucht, den gängigen Themen der Straßen zu entgehen und stattdessen das Übersehene, Ignorierte und Ausgeblendete hervorzuheben.


Produziert wird dieses Magazin überwiegend von Studenten verschiedener Hochschulen als Teil ihres Design-, Journalistik- und Wirtschaftsstudiums.


Die alle 6 Wochen mit einer Auflagenhöhe von 14.000 erscheinende Straßenzeitung wird von 20 aktiven Verkäufern angeboten. Ihre Leserschaft besteht überwiegend aus gebildeten, kulturinteressierten, weiblichen Personen zwischen 30 und 50 Jahren.

 

 

 


Die Zeitschrift der Straße“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

November 2011

 

 

 

Groundcover News

Dieses amerikanische Magazin wurde im April 2010 in Ann Arbor, einer Stadt mit Sitz der Countyverwaltung des Washtenaw Countys im US-Bundesstaat Michigan, gegründet und erschien erstmals Mitte Juli des Vorjahres.


Das Redaktionsteam ist um eine objektive Berichterstattung über Fragen zum Thema Armut bemüht und bringt es so allen Bevölkerungsschichten näher. Neben den Themen von der „Straße“ werden Bücher vorgestellt, über Kunst und Musik in der Stadt berichtet und Rätsel angeboten.


Es gelten folgende Grundsätze:


Alle Menschen haben das Recht auf Würde.

Die Vielfalt hat ihren inneren Wert.

Armut ist das Ergebnis mangelnder Sozialpolitik – ein systematischer Wandel ist notwendig.

Die gemeinschaftliche Bemühung ist wichtig für den sozialen Wandel.

Politische Wirksamkeit erfordert Durchhaltevermögen.

An der Armutsbekämpfung müssen sich die Betroffenen direkt beteiligen.

Wagnisse sind notwendig, um positive Veränderungen zu schaffen.

Der Herausgeber von „Groundcover News“ setzt auf Qualität, Professionalität und Verantwortlichkeit bei allem, was gemacht wird.


Das Magazin erscheint monatlich mit einer Auflagenhöhe von 2.000 Exemplaren. Innerhalb des ersten halben Jahres wurden 30 Verkäufer registriert, aber nur 10 von ihnen verkaufen derzeit die Zeitung.

 

 


The Big Issue Korea“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

Oktober 2011

 

 

 

The Big Issue Korea

Die koreanische Ausgabe von „The Big Issue“ erschien erstmals im Juli 2010 in Seoul, der Hauptstadt von Südkorea.

 

Seoul ist nicht nur die größte Stadt, sondern auch Handels-, Industrie-, und Kulturzentrum Südkoreas. Die Stadt liegt im nordwestlichen Teil des Landes in Grenznähe zu Nordkorea am Unterlauf des Flusses Hangang. Die Stadtmitte wird von zahlreichen Bergen umgeben. In Südkoreas Hauptstadt wohnen mehr als zehn Millionen Menschen. Zählt man das angrenzende Incheon und Suwon hinzu, verdoppelt sich die Einwohnerzahl.

 

Das Magazin sieht es als seine Hauptaufgabe, ein qualitativ hochwertiges Printmedium zu sein, welches nicht nur regionale Ereignisse ankündigt, sondern auch über internationale Großereignisse aus den verschiedensten Bereichen berichtet und gleichzeitig Menschen in sozialer Not aktive Hilfe zur Selbsthilfe und Wiedereingliederung in die Gesellschaft bietet.

 

Die bisher monatlich mit einer Auflagenhöhe von 10.000 Stück erscheinende Straßenzeitung erscheint seit Mai dieses Jahres vierzehntägig und wird derzeit von 40 Verkäufern vertrieben. Die Leserschaft setzt sich hauptsächlich aus jungen Leuten zwischen 20 und 30 Jahren zusammen, die sich für diverse soziale Bereiche interessieren und engagieren. Der größte Teil der Leseschaft sind Studentinnen.

 


The Big Issue Korea“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

September 2011

 

 

 

Karlsruher Straßenzeitung

Dieses deutsche Magazin wurde im Jahre 1999 vom Karlsruher Straßenforum gegründet, das seit 2001 als gemeinnütziger Verein anerkannt wird. Karlsruhe ist die drittgrößte Großstadt des Bundeslandes Baden-Württemberg.

 

Die Zeitung wird von Menschen verkauft, die sich durch diese Tätigkeit ein Zubrot zu ihrer Sozialhilfe verdienen. Oft stecken tragische Schicksale und Geschichten hinter den Verkäufern und kluge Köpfe arbeiten gerne, um den Lesern die Stadt und die Welt aus ihrer Sicht, der Sicht der Straße, vorzustellen.

 

Die „Karlsruher Straßenzeitung“ bezeichnet sich selbst als Badens Magazin über Menschen in sozialer Not.

 

Für den Verkauf gelten bestimmte Regeln, nämlich höflich, nüchtern und den anderen Verkäufern gegenüber solidarisch zu sein. Wer dagegen verstößt, kann mit Verkaufsverbot belegt werden. Man sieht also: Hinter der Zeitung steckt, wie hinter jeder anderen Zeitung, eine feste Organisation, die Hilfe zur Selbsthilfe leistet.

 

Das Magazin erscheint sechsmal jährlich im zweimonatlichen Rhythmus, hat eine Auflagenhöhe von 6.000 Exemplaren und wird im Schnitt von sieben Verkäufern angeboten. Sie erhält sich selbständig und ist deshalb für Spenden und Sponsoren jederzeit dankbar.


Karlsruher Straßenzeitung“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

August 2011

 

 

 

The Big Issue Taiwan

Die taiwanesische Ausgabe von „The Big Issue“ erschien erstmals im April 2010 in Taipeh, der Hauptstadt von Taiwan. Dieser asiatische Staat ist das neunte Land, das The Big Issue herausgibt.


Taiwan ist eine Insel vor dem chinesischen Festland im West-Pazifik, getrennt durch die Taiwan-Straße. Bekannt ist die Insel auch unter dem vor allem früher verwendeten Namen Formosa, der ihr von portugiesischen Seefahrern verliehen wurde.


Das Magazin sieht es als seine Hauptaufgabe, ein qualitativ hochwertiges Printmedium zu sein. Die Themen umfassen internationale Nachrichten (Wirtschaft und Technik), Kultur (Musik, Kino, Theater, Bücher), Mode, Architektur, Kurzbiographien von Verkäufern und Umweltschutz. Beiträge kommen nicht nur aus der Redaktion in Taiwan, sondern auch von Taiwanesen, die außerhalb des Landes leben.

Es gibt Obdachlosen und Menschen in unsicheren Lebensumständen Gelegenheit, auf legalem Wege durch den Verkauf der Straßenzeitung Geld zu verdienen. Durch die Hilfe zur Selbsthilfe sollen Obdachlose wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden.


Die monatlich mit einer Auflagenhöhe von 30.000 Stück erscheinende Straßenzeitung wird derzeit von 40 Verkäufern vertrieben und wird hauptsächlich von Personen der Altersgruppe zwischen 18 und 35 Jahren gelesen. Sie ist auch auf der Internet-Plattform Facebook vertreten.

 


The Big Issue Taiwan“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

Juli 2011

 

 

 

Die Strasse

Die Straßenzeitung von Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, feierte im November des Vorjahres ihren 15. Geburtstag. Ihr Herausgeber ist die Evangelische Suchtkrankenhilfe Mecklenburg-Vorpommern gGmbH.


Sie setzt alles daran, sozial engagierte Leser zu erreichen und sieht sich in erster Linie als „Mutmach-Magazin“. Es ist beabsichtigt, Anregungen zum Nachdenken und Mitmachen zu geben. Die Zeitung soll Menschen ermutigen, sich nicht ins soziale Abseits drängen zu lassen, sondern sich ihrer Stärke bewusst zu werden und, wenn nötig, Hilfsangebote anzunehmen. Deshalb macht sie auf vorhandene Anlaufstellen aufmerksam und berichtet über Menschen, die sich durch schwierige Lebenssituationen nicht entmutigen lassen.

Für die sozial engagierte Berichterstattung wurde diese Straßenzeitung im September 2010 mit dem Medienpreis des Vereins „Haus der Begegnung“ ausgezeichnet.


Das Magazin „die straße“ erschien im November 1995 das erste Mal mit einer Auflage von 3.000 Stück. Derzeit erscheint die Zeitung regelmäßig alle zwei Monate mit einer Auflagenhöhe von 7.000 Exemplaren und wird von 23 aktiven VerkäuferInnen angeboten. Der Preis beträgt 1,20 Euro, 60 Cent davon dürfen die Verkäufer behalten.

 


die straße“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

Juni 2011

 

 

 

Eibisch-Zuckerl

Am 1. April 2003 wurde dieses Straßenmagazin in Wiener Neustadt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und erscheint seither im zweimonatigen Rhythmus mit einer Auflagenhöhe zwischen 3.500 und 5.000 Stück. Die Zeitung bietet 30 Verkäufern die Möglichkeit, durch den Verkauf ein kleines Zubrot zu erwirtschaften. Politische Unabhängigkeit und thematische Freiheit sind selbstverständlich. Dem Leser werden lokale, soziale und kritische Artikel mit Inhalten abseits des Mainstreams geboten. Andere soziale Non-Profit-Organisationen haben die Möglichkeit, Projekte vorzustellen oder Veranstaltungen anzukündigen.


Stolpersteine für Wiener Neustadt

Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Die Gedenktafeln in Pflastersteingröße sollen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern und werden vor der Wohnadresse oder der Stätte des Wirkens des Opfers verlegt.

In Wiener Neustadt gibt es seit 24. 7. 2010 an 11 verschiedenen Stellen insgesamt 21 Stolpersteine. Im heurigen Jahr ist die Verlegung von weiteren Stolpersteinen geplant. Das Projektteam setzt sich aus Mitarbeitern der „Aktion Mitmensch“ und der Straßenzeitung „Eibisch-Zuckerl“ sowie einigen weiteren engagierten Aktivisten und Unterstützern zusammen.

Weiterführende Informationen: www.stolpersteine-wienerneustadt.at


„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig.

 


Eibisch-Zuckerl“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

Mai 2011

 

 

 

Narodna Dopomoha

Das ukrainische Straßenmagazin wurde 2008 in Kiew ins Leben gerufen, erscheint derzeit dreimal jährlich mit einer Auflagenhöhe zwischen 3.000 und 5.000 Stück und wird von 10 Obdachlosen verkauft. Es ist geplant, die Zeitung auch in Tschernowitz anzubieten. „Narodna Dopomoha“ war ursprünglich eine nichtstaatliche gemeinnützige Organisation, deren Ziel es seither ist, die Rechte der sozial ausgegrenzten Menschen in der Ukraine zu schützen, für die soziale Wiedereingliederung von Randgruppen zu kämpfen und eine starke Zivilgesellschaft aufzubauen, welche ein wichtiges Element einer demokratischen Gesellschaft ist. Seit 1993 hat sie wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität der älteren Menschen, Obdachlosen und Armen in den Städten Tschernowitz, Kiew und Lemberg beigetragen. In Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, kooperiert sie mit der Stadtverwaltung zum sozialen Schutz der Bevölkerung. In Lviv (Lemberg) war es ihre wichtigste Aufgabe, ein städtischsn Programm für Obdachlose zu entwickeln. Essen auf Rädern wurde für Arme ins Leben gerufen. Finanziell wird „Narodna Dopomoha“ von den Partnerorganisationen aus dem Ausland und durch Spenden von Firmen und Einzelpersonen unterstützt. 2004 erhielt „Narodna Dopomoha“ den „Europäischen Silver Rose Award“ für ihr Engagement für die von Armut betroffenen Menschen in der Ukraine.

 


Narodna Dopomoha“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

April 2011

 

 

 

Sorgenfri

Die norwegische Schwester „Sorgenfri“ wurde im Juni 2007 in Trondheim, der drittgrößten Stadt Norwegens, gegründet. Trondheim, eine Universitätsstadt, liegt an der Mündung des Flusses Nidelv in den Trondheimfjord, etwa 70 Kilometer vom offenen Meer entfernt.


Die Hauptaufgabe der Straßenzeitung ist es, Obdachlosen und Menschen, die um ihre Existenz kämpfen, Arbeit anzubieten. Sie werden in Workshops angespornt, selbst Artikel für das hochwertige Magazin zu verfassen und es zu verkaufen. Durch die soziale Integration soll das Selbstwertgefühl gesteigert, der Tagesablauf neu strukturiert, sollen neue Perspektiven eröffnet und soziale Kontakte hergestellt werden. Außerdem ist es eine gute Alternative zum Betteln oder Schnorren. Als zusätzliche Belohnung gab es zu Weihnachten kleine Geschenke, warme Kleidung und Schuhe.

 

Die Leserschaft setzt sich aus allen Gesellschaftsschichten zusammen; besonders Studenten und junge Leute schmökern gerne in diesem Blatt. Jedes Jahr in der Adventzeit wird auch ein Weihnachtsbuch präsentiert.


Die Straßenzeitung erscheint derzeit siebenmal jährlich mit einer Auflagenhöhe von 14.000 Stück, verfügt über 220 registrierte Verkäufer und wird gegenwärtig von 50 Leuten angeboten.

 


Sorgenfri“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

März 2011

 

 

 

Oregon Vagabond

Dieses amerikanische Magazin wurde im Jänner 2010 in Eugene, einer Universitätsstadt des US-Bundesstaates Oregon, gegründet.

Es erscheint derzeit monatlich mit einer Auflagenhöhe zwischen 2.000 und 3.000 Exemplaren und wird von vier bis fünf regulären Verkäufern angeboten.

Jeden Dienstag findet ein Workshop statt, bei dem die meisten Beiträge für die Zeitung geschrieben werden. Sie stammen hauptsächlich von Obdachlosen, die über ihr Leben auf der Straße berichten. Die Leserschaft setzt sich aus den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen, wie Studenten, reichen Leuten sowie Obdachlosen, zusammen.


Statt der ursprünglich 8-seitigen Zeitung ist eine 16-seitige Ausgabe geplant, die dann 14-tägig erscheint. Innerhalb kürzester Zeit soll ein sehr hochwertiges Magazin entstehen, das seine Auflagenhöhe steigert. Dafür werden auch weitere Mitarbeiter benötigt, die unter anderem eine eigene Grafikabteilung aufbauen sollen, so dass auch eine Jugendseite, Themen zu Sport, Mode, Freizeit, Puzzles, Spiele, sowie Restaurantbewertungen untergebracht werden können.


Dem Basketballteam des „Oregon Vagabond“ wurde die Möglichkeit geboten, viermal wöchentlich in den Abendstunden zu spielen. Die Stadtverwaltung unterstützt diese Events dadurch, dass sie den Platz gebührenfrei zur Verfügung stellt.


Oregon Vagabond“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP).
Info unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

 

 

Februar 2011

 

 

 

Kupfermuckn

ist aus einer von der Arge für Obdachlose durchgeführten Schreibwerkstatt entstanden und erschien erstmals im Oktober 1996 in Linz. Kupfermuckn ist ein Begriff aus dem speziellen Wortschatz Wohnungsloser, eine Art Geheimwort, und bedeutet Schlafplatz, Unterschlupf in einem Abbruchhaus, in einer Hütte oder sonst wo.

Die Straßenzeitung ist ein Kultur- und Beschäftigungsprojekt. Mitgestaltung und Mitarbeit bei der Zeitung bedeutet für alle Beteiligten eine Horizonterweiterung in der redaktionellen Auseinandersetzung mit schwierigen Themen, in der Reflexion persönlicher Erfahrungen und im täglichen Straßenverkauf. Den Lesern soll ein authentischer Einblick in das Leben von Menschen am Rande der Gesellschaft vermittelt werden.

 

Arge-Trödlerladen schlägt drei Fliegen auf einen Schlag. Sie gibt Beschäftigung, tut etwas für den Umweltschutz in Linz und bietet ein günstiges Warenangebot für sozial benachteiligte Menschen an.

Arge für Obdachlose bietet mobile Wohnbetreuung, Tagesstruktur (Beschäftigung) und Delogierungsprävention an.

Arge SIE ist ein frauenspezifisches Betreuungsangebot.

WieWo – Wieder Wohnen: 30 Betreuungsplätze für Männer.

ReWo – Regionales Wohnen, Kooardinationsstelle – Delogierungsprävention Mühlviertel.

 

Das Magazin erscheint jährlich zehnmal mit einer Auflagenhöhe von durchschnittlich 19.000 Exemplaren und wird von Verkäufern in Linz, Wels und Steyr angeboten.

 

Kupfermuckn“ ist eines von 115 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP.)

Info unter www.street-papers.org



Text: Gertraud Lehr

 

Jänner 2011

 

 

 

Street Sheet

Dieses amerikanische Magazin wurde im Dezember 1989 von der “Coalition on Homelessness“ kurz COH genannt, in San Franzisko, der viertgrößten Stadt Kaliforniens, gegründet. Es feierte im Dezember sein 20-jähriges Bestehen.


Es erscheint vierzehntägig mit einer Auflagenhöhe von je 16.000 Exemplaren und wird von 230 Obdachlosen oder Menschen mit sehr niedrigem Einkommen verkauft. Der gesamte Erlös von $ 1,00 pro Zeitung bleibt bei den Straßenverkäufern. Genaue Leserzahlen sind nicht bekannt.

„Street Sheet“ sieht sich als Informationsschrift, die an vorderster Front für wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit kämpft. Sie ist ein alternatives Medium dass der verarmten und /oder obdachlosen Mitgliedern der Gesellschaft durch Illustrationen, Zeichnungen, Gedichten und Artikeln die Möglichkeit gibt, sich mitzuteilen.


Die „Coalition on Homelessness“ wurde 1987 in San Franzisko von Obdachlosen und ortsansässigen Personen mit sehr niedrigen Einkommen als Alternative zum Betteln ins Leben gerufen.

Bei einem Phil Collins Konzert, wo Mitglieder von COH eine beträchtliche Anzahl von Informationsblättern verteilten durften, wurde die Idee zur Gründung einer Straßenzeitung geboren!


„Street Sheet“ ist eines von 101 Mitgliedern des Internationalen
Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP.)
Info unter www.street-papers.org

 

Dezember 2010

 

 

 

Asfalt

Die norwegische Schwester „Asfalt“ wurde am 1. April 2009 in Stavanger, der viertgrößten Stadt Norwegens, gegründet und erscheint derzeit alle zwei Monate. Die Erstauflage von 20.000 Exemplaren war bereits innerhalb von nur sechs Wochen ausverkauft. Im Dezember betrug die Auflagenhöhe bereits 25.000 Stück und wurde in den zwei Städten Stavanger und Sandnes von 110 Verkäufern angeboten. Weitere 5.000 Spezialausgaben wurden für Haugesund gedruckt. Es ist geplant, diese Straßenzeitung ab Jänner 2011 monatlich zu publizieren. Die Leserschaft setzt sich aus allen Gesellschaftsschichten zusammen; besonders ältere Leute sind begeistert und sammeln jede Ausgabe. Genaue Leserzahlen sind noch nicht bekannt. Die Hauptaufgabe von „Asfalt“ ist es, Menschen, die infolge Drogenmissbrauches keiner regelmäßigen Tätigkeit nachkommen können, Arbeit und Einkommen anzubieten. Durch den Verkauf der Zeitung haben sie die Möglichkeit, auf ehrliche Weise Geld zu verdienen. Sie berichteten, dass ihnen die positiven Rückmeldungen der Käufer helfen, ihre Selbstachtung wiederzuerlangen. Außer dem Zeitungsverkauf sind derzeit keine weiteren Projekte geplant, jedoch wird in beiden Ausgabestellen der Straßenzeitung den Verkäufern bei einer Tasse Kaffee die Möglichkeit gegeben, Kontakte zu knüpfen.


Asfalt“ ist eines von 114 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP.)
Info unter
www.street-papers.org

 

November 2010

 

 

 

 

 

Street Roots

Die vierzehntägig in Portland, Oregon,  erscheinende Straßenzeitung wurde im Dezember 1999 gegründet und feierte im Vorjahr ihr zehnjähriges Bestehen. Sie war in dieser Region die erste derartige Publikation, die sich mit Armut und Obdachlosigkeit befasste.

Die 16-seitige Ausgabe erscheint derzeit mit einer Auflagenhöhe von 10.000 Stück und wird von 70 VerkäuferInnen, die den Brennpunkt (oder das Herz) der Zeitung bilden, angeboten. Weitere 200 Abonnenten bekommen ihr Exemplar per E-Mail zugeschickt.

„Street Roots“  wird von lokalen und regionalen Stiftungen, sowie  Einzelpersonen mit Geld und Sachspenden unterstützt. 75 % des Erlöses vom Verkauf der Zeitung bleibt den VerkäuferInnen und hilft ihnen ihre Grundbedürfnisse zu decken. Viele können sich allein durch den Verkauf des Heftes über Wasser halten.

Die Herausgeber der Zeitung treffen sich ­monatlich, um die organisatorischen und finanziellen Angelegenheiten zu besprechen. Das ausgewogene Team setzt sich aus HochschulabsolventInnen und derzeit oder früher von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen zusammen, einige besitzen kaufmännische Erfahrungen oder ­kommen aus der Druckerbranche.

Genaue Leserzahlen sind nicht bekannt, da viele Menschen auf die Homepage zugreifen, wo sie auch alle vorherigen Ausgaben des Magazins nachlesen können.

 

"Street Roots" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Oktober 2010

 

 

 

 

Jerusalëmmer

Die „Jerusalëmmer“ ist Neumünsters einziges Straßenmagazin. Es wurde im Spätsommer 1996 gegründet und erscheint derzeit alle zwei Monate mit einer Auflagenhöhe von 2.500 Exemplaren. Die Beiträge berichten von Menschen am Rande der Gesellschaft, über soziale und politische Themen, aber auch über die Arbeit im „Café Jerusalem“.

  • Das Café ist zentraler Anlaufpunkt und das Herz der sozialen Arbeit. Alle weiteren Projekte wären ohne das Café nicht entstanden. Hier treffen sich Menschen, die das „Café Jerusalem“ als Begegnungsstätte für ihr persönliches Leben schätzen gelernt haben.
  • In der Kleiderkammer werden gebrauchte, aber gut erhaltene Kleidungsstücke wie auch Neuware gegen einen kleinen Beitrag an Bedürftige abgegeben. Außer Kleidung sind auch Haushaltsgegenstände, Bücher, Schallplatten und Spiele erhältlich.
  • Die Mitarbeiter der Hausmeisterei kümmern sich um die Instandhaltung der Räume des Cafés und allfällige Arbeiten.

Träger der Einrichtung ist der Verein Café Jerusalem e.V., dessen Mitglieder überwiegend aus der Evangelischen Allianz Neumünster kommen. Das Magazin finanziert sich in erster Linie durch den Straßenverkauf, die Anzeigeneinnahmen und durch Spenden. Von den derzeit 35 eingetragenen Verkäufern sind sieben regelmäßig im Verkauf tätig. Die Leserschaft setzt sich aus allen Bevölkerungsschichten von Neumünster zusammen.

 

"Jerusalëmmer" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

September 2010

 

 

 

 

FREIeBÜRGER

Im Sommer 1998 wurde die Idee einer Freiburger Straßenzeitung ins Leben gerufen und von (ehemals) Obdachlosen ohne jegliches Know-how auf die Beine gestellt. Das Ziel war und ist Menschen mit geringem Einkommen Hilfestellung anzubieten und ihnen gleichzeitig ein Forum zu geben, in das sie sich selbst mit einbringen können. Es werden vor allem Artikel und Beiträge aus dem Blickwinkel dieser Menschen geschrieben. Aktuelles und Informatives wie zum Beispiel:

  • „5 Jahre Hartz IV“ - „größter Einschnitt“ in die Arbeitsmarktpolitik seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland
  • „gegenabholung.de“, ein Internetportal für kostenlose Gegenstände aller Art.
  • Karawane 2010 gegen Armut und Ausgrenzung
  • Lebensmitteltafeln (Sozialmärkte)
  • Ausflug nach Berlin – Workshop mit StraßenzeitungsmitarbeiterInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ziele: Noch mehr Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, ihre Lebenssituation zu verbessern, weitere Personen zum Mitmachen zu gewinnen, die Stammleserschaft zu vergrößern, die Auflage zu erhöhen, sowie Projekte im Bereich Kultur und Sport.
Die monatliche  Auflagenhöhe beträgt 6.000 Exemplare, welche von 35 Verkäufern angeboten werden.  Die Leserschaft setzt sich aus allen Gesellschaftsschichten zusammen, wobei etwa vier von fünf LeserInnen des  „FREIeBÜRGER“ weiblich sind. 

 

"FREIeBÜRGER" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

August 2010

 

 

 

 

20er

Die Tiroler Straßenzeitung wurde im Dezember 1998 gegründet und steht unter dem Motto „Ein Projekt auf Gegenseitigkeit“. Menschen in sozialen Notlagen soll mit dem Verkauf der Zeitung die Möglichkeit gegeben werden, schnell, unkompliziert und ohne große bürokratische Hürden Geld zu verdienen.

• Neben der Zeitung produziert die 20er-Redaktion jährlich einen Taschenkalender, der ebenfalls im Straßenverkauf angeboten wird.

• Anlässlich des Wetterleuchtenfestivals (www.wetterleuchten.at ) wurde in Kooperation eine exklusive Sampler-CD mit Künstlern erstellt, die heuer beim Festival auftraten. Diese wird ausschließlich über die „20er“-VerkäuferInnen vertrieben, kommt sehr gut an und verhilft den VerkäuferInnen zu zusätzlichem Einkommen.

• Weiters gibt es noch die unregelmäßig erscheinende Reihe „Edition 20er“, jeweils ein Taschenbüchlein mit ausgewählten Texten aus dem „20er“, zum Beispiel die „Briefe aus Wien“ des Autors Markus Köhle oder die „gesammelten Kulinarien“ der Chefredakteurin Sylvia Riedmann.

Das Magazin erscheint jährlich zehnmal mit einer Auflagenhöhe von durchschnittlich 17.000 Exemplaren und wird von 150 Obdachlosen in ganz Tirol angeboten. Es ist nicht nur unter Akademikern sehr beliebt, sondern generell sozial interessierte und engagierte Leute kaufen und lesen den „20er“.

 

"20er" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Juli 2010

 

 

 

 

Street Speech

Dieses amerikanische Magazin wurde  im März 2008 von der „Columbus Coalition for the Homeless“,  kurz CCH genannt, in Columbus, der Hauptstadt des Staates Ohio, gegründet. Es erscheint monatlich mit einer Auflagenhöhe von je 8.000 Exemplaren und wird von 100 Obdachlosen angeboten.  75 Prozent des Erlöses von $ 1,00  pro Zeitung bleibt   den Straßenverkäufern.  Der  beste Verkäufer brachte es im  letzten Oktober auf 976 Stück. Da sich das Büro im Regierungsbezirk befindet, setzt sich die Leserschaft nicht nur aus Geschäftsleuten und Studenten zusammen, sondern wird auch von Regierungsbediensteten gekauft. Die „Columbus Coalition for the Homeless“ wurde 1986 in Columbus von Direktoren verschiedenster karitativer Einrichtungen ins Leben gerufen, da sie erkannten, dass Obdachlosigkeit nicht durch eine einzige Anlaufstelle oder Agentur zum Rückgang gebracht werden kann. Neben dem Verkauf der Straßenzeitung werden in regelmäßigen Zusammenkünften die Probleme der Obdachlosen diskutiert und die verschiedenen sozialen Dienste koordiniert. Bei diversen Veranstaltungen und durch die Homepage wird versucht, der Öffentlichkeit die Probleme der Obdachlosen näherzubringen. Des Weiteren wird den Obdachlosen ein spezielles Bewerbungstraining angeboten, um ihnen bei der Arbeitssuche  zu helfen. 

 

"Street Speech" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Juni 2010

 

 

 

 

Street Pulse

Dieses amerikanische Magazin erschien erstmals im November 2005 in Madison, der Hauptstadt und zweitgrößten Stadt des US-Bundesstaates Wisconsin, mit ihren 220.000 Einwohnern. Benannt ist Madison nach James Madison, dem vierten Präsidenten der USA. Die Straßenzeitung wird von Studenten herausgegeben, die  auch Spendenaktionen organisieren, Sachspenden sammeln und verteilen und  den Obdachlosen durch Weiterbildung und Motivation den Weg zurück in die „Gesellschaft“ ebnen. Obdachlosigkeit,  beziehungsweise zu geringes Einkommen, ist ein andauerndes Problem, das nicht vernachlässigt werden darf und dessen Lösung große Anstrengungen erfordert. Vielen Obdachlosen fällt es schwer, eine dauerhafte Beschäftigung zu finden, sie sind daher auf Betteln angewiesen. Diesen Menschen gilt es zu helfen.

 

Während Madison mit neuen Medien überschwemmt wird, befasst sich keine einzige  Zeitung mit dem Thema Obdachlosigkeit und ignoriert so eine große Anzahl von Mitbewohnern und deren Meinungen.

 

„Street Pulse“ erscheint monatlich mit einer Auflagenhöhe von je 3.000 Exemplaren und wird von sieben Verkäufern angeboten. Die Leserschaft setzt sich  größtenteils aus Studenten der Universität von Wisconsin Madison Campus zusammen sowie aus anderen Menschen, denen das Problem Armut am Herzen liegt,  und aus  Leuten, die obdachlos sind oder vorübergehend obdachlos waren.

 

"Street Pulse" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Mai 2010

 

 

 

 

Prosto Neba

Erschien erstmals am 19. Mai 2008 in Lviv (früher Lemberg), der siebtgrößten und wichtigsten  Stadt der westlichen Ukraine, die rund 750.000 Einwohner hat und etwa 80 km von der polnischen Grenze entfernt ist. Das Magazin wird derzeit alle zwei Monate mit einer Auflagenhöhe von durchschnittlich 2.000 Exemplaren gedruckt und von vier Obdachlosen an vorwiegend jüngere Personen verkauft. Diese Straßenzeitung hat sich folgende Ziele gesetzt:

•    noch mehr Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen,
•    ihre Lebenssituation zu verbessern,
•    weitere Personen zum Mitmachen zu gewinnen,
•    die Wiedereingliederung der Obdachlosen in die Gesellschaft durch Anbieten von Arbeit, um sie von der Straße wegzubringen,
•    die Mitmenschen gegenüber Obdachlosen zu sensibilisieren,
•    die Leserschaft zu vergrößern und  so die Auflagenhöhe  zu erhöhen. 

 

Momentan laufen einige Projekte mit modernen ukrainischen Schriftstellern, die Artikel und Gedichte gratis zur Verfügung stellen. Mit einer Fotodokumentation, bei der sich berühmte Autoren wie Obdachlose kleiden, soll die Bevölkerung wachgerüttelt werden und hinter dem „Gewand der Armut“ die Persönlichkeit suchen.

 

"Prosto Neba" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

April 2010

 

 

 

 

WSPAK

Wurde erstmals im November 2008 in Warschau, der Hauptstadt und größten Stadt Polens, nach Einwohnern gesehen der achtgrößten Stadt der Europäischen Union,   gedruckt.

Dieses polnische Magazin erscheint derzeit alle zwei Monate mit einer Auflagenhöhe von durchschnittlich 5000 Exemplaren. Seine Leserschaft wird auf 15.000 Personen geschätzt. Es ist nicht nur bei der jüngeren Generation sehr beliebt, sondern wird auch gerne von älteren Personen erstanden, die sich für soziale Belange interessieren und offen für neue Trends sind. Derzeit bieten 10 VerkäuferInnen die Zeitung an.

Als Hauptaufgabe hat sich diese Straßenzeitung  die gesellschaftliche Verantwortung in Polen gestellt. Um den Verkauf zusätzlich anzukurbeln, tritt sie direkt an  Firmen, die für soziale Belange offen sind, heran, um so den Verkäufern die Möglichkeit zu geben, entweder den Mitarbeitern dort direkt die Zeitung verkaufen zu dürfen oder eine größere Anzahl von Exemplaren für das Personal zu erwerben.

Die Straßenzeitung hat sich als Ziel gesetzt, den zuverlässigsten Verkäufern eine Vollzeitbeschäftigung anzubieten, sie bestmöglich ins Verlagswesen einzuführen so dass sich viele Obdachlose wieder in die Gesellschaft integrieren können.

 

"WSPAK" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

März 2010

 

 

 

 

Victoria Street New

Am 1. April 2004 startete Janine Bandcroft in Victoria, der Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia, mit einer Testausgabe des Magazins. Im Juli 2004 brachte sie dann die erste offizielle Ausgabe auf den Markt. Inzwischen werden monatlich zwischen 1.600 und 1.800 Exemplare gedruckt. Derzeit sind 12 Verkäufer registriert, die bestrebt sind, dieses alternative unabhängige Medium unter die Leute zu bringen. Der Inhalt setzt sich aus persönlichen Geschichten der Straßenverkäufer, Gesundheitsseiten, regionalen und internationalen Berichten, Interviews, Cartoons, Gedichten sowie Inseraten zusammen. 50 lokale Abonnenten werden mittels Fahrrad beliefert und weitere 40 Exemplare werden per Post an Freunde, Verwandte und politische Gefangene verschickt. 2006 wurde bei einer Umfrage erhoben, dass sich die Leserschaft aus allen Gesellschaftsschichten zusammensetzt: Arbeiter, Angestellte, Ärzte, Rechtsanwälte, Sozialarbeiter, Krankenschwestern, Studenten, darunter Menschen mit sehr niedrigem Einkommen. Victoria Street Newz wird von einer kleinen Gruppe sehr engagierter Mitarbeiter gestaltet. Frau Bandcroft ist die einzige Angestellte. Eine Fahrradzustellerin erhält von der Stadt monatlich CAD 100,– aus dem „Volunteer Assistance Program”.

 

"Victoria Street New" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Februar 2010

 

 

 

 

Edmonton Street News

Dieses kanadische Magazin erschien erstmals am 16. November 2003 in Edmonton, der Hauptstadt der kanadischen Provinz Alberta. Die monatliche Auflage variiert zwischen 2.000 und 3.000 Exemplaren; dies hängt  unter anderem von der Jahreszeit und der Anzahl der Verkäufer ab. Die Leserschaft ist sehr unterschiedlich zusammengesetzt: Den größten Teil stellen Frauen mittleren Alters. Im Allgemeinen sind es Menschen mit christlichem Hintergrund oder sozialpolitischer Motivation. Seit einigen Monaten kann diese Straßenzeitung auch auf ihrer Website gelesen werden, was sich allerdings negativ auf den Straßenverkauf auswirkt. Von den derzeit 50 registrierten Verkäufern sind  manche nur vorübergehend tätig, einige von  ihnen nur wenige Tage pro Monat und andere wieder in regelmäßigen Abständen.  Die Zeitung wird von ehrenamtlich tätigen Personen verfasst und produziert. Die einzigen Personen, die Geld mit ihr verdienen, sind die Verkäufer. Sie haben hier die Möglichkeit, ihre Geschichte zu erzählen, und vielen von ihnen, die von Armut und Obdachlosigkeit betroffen sind, wird so eine Alternative zur Bettelei angeboten. Die Edmonton Street News Society sieht sich als Herausgeber einer Zeitung, nicht als Wohltätigkeitsverein, sondern als Arbeitsanbieter. Sie verkauft Inserate und nimmt Spenden entgegen.

 

"Edmonton Street News" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Jänner 2010

 

 

 

 

Denver Voice

Dieses amerikanische Magazin erschien erstmals 1997, in Denver, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Colorado, gelegen am östlichen Fuß der Rocky Mountains. Denver war ursprünglich eine Goldgräbermetropole. Im Frühjahr 2006 wurde die Produktion des Magazins eingestellt und im Juni 2007 durch Rick Barnes, einen Geschäftsmann und Philanthropen (Menschenfreund) mit neuen Mitarbeitern bestehend aus Journalisten und Künstlern, wieder ins Leben gerufen. Es erscheint seither monatlich mit einer Auflagenhöhe von 16.000 Exemplaren und wird von 65 Verkäufern unter die Leute gebracht. Die Leserschaft von zirka 40.000 Personen. setzt sich vorwiegend aus sehr gebildeten Leuten zusammen, von denen 40 Prozent einen Hochschulabschluss vorweisen können. Viele gehören der älteren Generation an und haben ein hohes Einkommen. Die Neuauflage ist so gestaltet, dass sie jeden, der in Denver lebt oder arbeitet, anspricht. Das Magazin ist nicht politisch orientiert und ist bestrebt die Probleme, die durch Armut und Obdachlosigkeit entstehen, den Lesern nahezubringen. Die Straßenzeitung sieht es als eine ihrer vorwiegenden Hauptaufgaben, den Obdachlosen  Arbeit anzubieten, um sie so von der Straße wegzubringen. Innerhalb der ersten Wochen haben es bereits einige geschafft, sich wieder ins „normale“ Leben einzugliedern.

 

"Denver Voice" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Dezember 2009

 

 

 

 

Whats Up

Dieses amerikanische Magazin wurde 2001 in Saint Louis, US-Bundesstaat Missouri, am westlichen Ufer des Mississippi, gegründet. Es erscheint viermal jährlich mit einer Auflagenhöhe von 7.500 Exemplaren und wird von 30 VerkäuferInnen vertrieben. Genaue Leserzahlen  können schwer ermittelt werden, da es auch einen regen Zugriff auf die Internetseite gibt. Es wird vermutet, dass hauptsächlich jüngere gebildete Leute zwischen 18 und 35 Jahren die Leserschaft bilden.

 

Das Hauptziel von „Whats Up“ ist es, Menschen in sozialer Not aktive Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, indem man versucht, ein breiteres  Publikum für den Kampf für wirtschaftliche Gerechtigkeit zu motivieren, Brücken zwischen den Armen und den Obdachlosen und der übrigen Gesellschaft zu bauen sowie Bildungsmöglichkeiten bereitzustellen. In jeder Ausgabe werden auch die Themen Umwelt, allgemeine Gesundheit, zivile Freiheiten – um nur einige zu nennen –, über die sozial interessierte Menschen informiert werden möchten, behandelt.

 

Weitere Projekte dieses Non-Profit-Unternehmens sind  „The Faces of Homelessness Speaker Series“,  das Musik- Festival „City Sound Tracks“ und das Film- Festival „Sleeping Under the Arch“.  All diese Aktivitäten zeigen die verschiedenen Gesichter der  Armut und Obdachlosigkeit auf. 

 

"Whats Up" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

November 2009

 

 

 

 

Our Voice

Dieses kanadische Magazin erscheint derzeit sechsmal jährlich in Edmonton, der Hauptstadt der kanadischen Provinz Alberta, der zweitgrößten Stadt der Provinz und der sechstgrößten in Kanada. „Our Voice“ wurde Mitte der neunziger Jahre unter dem Namen „Spare Change“ gegründet und erscheint seit Dezember 2008 sechsmal jährlich, mit einer Auflage von 3.600 Exemplaren per Ausgabe.

 

Von 40 registrierten Verkäufern sind 25 % regelmäßig tätig, der Rest nur gelegentlich, wenn sie dringend Geld brauchen. Die Leserschaft ist sehr unterschiedlich zusammengesetzt. Leute mit niedrigem Einkommen, Künstler, politisch Aktive vom linken Flügel sind die „Zielgruppe“. Aber auch den  rechten Kapitalisten  wird versucht, die Probleme der armen und obdachlosen Menschen nahezubringen.

In diesem Monat  findet wieder die „North of Nowhere Expo“, ein jährlich stattfindendes  Festival der unabhängigen Medien und der alternativen Kunst mit Ausstellungen, Filmen, Forum Theater und  Festrednern, statt. Mit Hilfe der Kunst wird versucht, einen positiven sozialen Wandel herbeizuführen. Das Titelbild wurde von dem Künstler Ricardo Levins Morales (Northland Poster Collective) gestaltet und der Straßenzeitung zur Verfügung gestellt.

 

"Our Voice" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Oktober 2009

 

 

 

 

Donaustrudl

Erschien erstmals im April 1998 in Regensburg. Seither wurden über 500.000 Exemplare in den Regensburger Straßen verkauft. Dieses Magazin bringt Informationen aus Kulturszene und Lokalpolitik, sowie Unterhaltsames von Kinderseiten über Comics bis Stadtführung und Sport. Auf den Lyrik- und Meinungsseiten können sich Leser einbringen. Neben dem Straßenverkauf hat der „Donaustrudl“ in Regensburg folgende Standbeine:

 

  • Büro und Bücherstube: Informationen aus allen Regensburger Bürgerinitiativen und Selbsthilfegruppen, gebrauchte Bücher und immer eine Tasse Kaffee …
  • Bücherkiste
  • Internet-Antiquariat
  • Buch & Kult: Nippes, Schallplatten, Elektrogeräte und andere Gebrauchsgegenstände. Hier können zu angegebenen Zeiten gebrauchte Bücher oder Trödelware abgegeben werden.

 

Der Buchverkauf gibt den Obdachlosen die Möglichkeit, wieder ins Berufsleben einzusteigen, eine eigene Wohnung zu finden und von staatlicher Unterstützung unabhängig zu werden. Die Zeitschrift erscheint monatlich mit einer Auflage von 5.000 Exemplaren und hat 25 VrekäuferInnen. Diese soziale Straßenzeitung finanziert sich als echte Selbsthilfegruppe ausschließlich durch Straßenverkauf, Anzeigen und Spenden.

 

"Donaustrudl" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

September 2009

 

 

 

 

Abseits!?

Wurde am 29. Juli 1995 von der Soziale Dienste SKM gGmbH, Trägerin der Wohnungslosenhilfe in Osnabrück, gegründet, und wird  in der Osnabrücker Innenstadt und zum Teil im Landkreis Osnabrück zurzeit von zwischen 20 und 25 VerkäuferInnen (über 400 in fast 15 Jahren) verkauft und von einem etwa zwanzigköpfigen Redaktionsteam, bestehend aus ehemals Wohnungslosen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen, erstellt. Das Magazin erscheint alle zwei Monate. Durchschnittlich werden  zwischen 5.000 und 10.000 Exemplare verkauft.

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Lebensgeschichten und Erfahrungsberichte von Menschen im sozialen Abseits, vorrangig von wohnungslosen Menschen
  • Artikel über soziale Einrichtungen in Osnabrück und der nahen Umgebung
  • Beiträge zu sozialen Themen wie zum Beispiel über Suchtproblematiken
  • Informationen für von Wohnungslosigkeit Bedrohte
  • Diskussion von Alltagsproblemen und deren Hintergründen  
  • Sozialer Leitfaden
  • Kreuzworträtsel

 

Die Tageswohnung ist ein alkohol- und drogenfreier Ort der Kommunikation, der Regeneration und der Versorgung. Die „Abseits!?“-Redaktion befindet sich ebenfalls hier. Die Erstellung und der Verkauf der Zeitung sind pädagogischer Bestandteil der Arbeit in der Tageswohnung.

 

"Abseits?!" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

August 2009

 

 

 

 

Straßenkreuzer

Politiker, Sozialarbeiter, Journalisten und gesellschaftlich aktive Bürger beschlossen 1994 in Nürnberg, ein Magazin für Menschen in sozialer Not herauszugeben. Die Straßenzeitung erscheint seither sechsmal pro Jahr mit jeweils 20.000 Exemplaren und wird von etwa 50 Armen und Obdachlosen verkauft. Das redaktionelle Konzept setzt auf journalistische Professionalität.

 

  • „Schicht-Wechsel“ – die etwas andere Stadtführung – Einblicke in das Leben sozialer Randgruppen: Straßenkreuzer-Verkäufer zeigen Nürnberg aus der Perspektive von Armen und Obdachlosen. Interessierten Leuten werden gewöhnliche Orte, die ungewöhnliche Geschichten erzählen, gezeigt: Notschlafstellen und kostenloses Essen, Wärmestube und Straßenambulanz, Plätze, an denen Obdachlose (noch) sein dürfen und Anlaufstellen für sozial Benachteiligte in der Stadt.
  • jährliche Sampler-CD
  • Schulprojekte
  • Lesungen der Schreibwerkstatt
  • Schreibwerkstattbuch
  • Bücher und Sonderausgaben: Alle Bände können zum angegebenen Preis beim Straßenkreuzer-Verkäufer erworben oder direkt beim Verein bestellt werden.
  • Kochbuch

 

Die Leserschaft setzt sich aus interessierten Bürgern aus allen Schichten, die offen für andere sind, zusammen.

 

"Straßenkreuzer" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Juli 2009

 

 

 

 

Aurora da Rua

Wurde am 24. März 2007 in Salvador-Bahia, Brasilien, gegründet und erscheint derzeit sechsmal pro Jahr mit einer Auflagenhöhe von durchschnittlich 7.000 Stück. Ihre Leserschaft wird auf 20.000 Personen geschätzt, die an sozialen Belangen, Frieden und Gerechtigkeit interessiert sind. Wie schon der Name sagt, sieht sich das Journal als „Lichtblick“ mit vorausschauendem und sozialem Bezug. Es werden die Probleme derjenigen, die in der Gesellschaft wenig gehört und gesehen werden, sichtbar gemacht. Derzeit bieten 23 Obdachlose das Magazin an. Innerhalb eines Jahres wurden 51 Verkäufer registriert und ausgebildet.

 

Die Straßenzeitung dient nicht nur als Einnahmequelle durch den Verkauf, sondern hat sich als Ziel die Wiedereingliederung von Obdachlosen durch permanente Ausbildung, Stärkung des Selbstbewusstseins und Wecken und Entdecken von verborgenen Fähigkeiten gesetzt. Das Leben auf der Straße besteht nicht nur aus Schwierigkeiten und Leiden, es existiert dort auch Schönheit, Zärtlichkeit und Kreativität. Darum deckt das Journal die „Sonnenaufgangsmomente der Straße“ auf und überschreitet die einfache Funktion des Informierens und sieht sich als Botschafter der Veränderung. Salvador ist die drittgrößte Stadt Brasiliens. Der historische Name der Küstenstadt lautet São Salvador da Baía de Todos os Santos (Heiliger Erlöser von der Bucht der Allerheiligen), da sie an der Allerheiligenbucht liegt. Salvador hat rund 2,9 Millionen Einwohner.

 

"Aurora da Rua" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Juni 2009

 

 

 

 

Megaphone

Das vierzehntägig in Vancouver, der größten Stadt von British Columbia, Kanada, erscheinende Straßenmagazin wurde  1992 unter dem Namen Spare Change gegründet, weiters unter dem Namen Street News und Street Corner vertrieben  und im April 2008 in Megaphone umbenannt. Die verkaufte Auflage beträgt derzeit 2.000 Exemplare. Die Leserschaft der Zeitung wird in der Stadt ebenfalls auf diese Zahl geschätzt, wobei zu erwähnen ist, dass sehr viele auch im Web das Magazin lesen.

 

Die Verkäufer bieten die Zeitung hauptsächlich in Gebieten an, in denen Leute mit hohem Einkommen wohnen. Es werden aber auch alte Zeitungen gratis an Personen mit niedrigem Einkommen verteilt. Auf diese Weise wird versucht, an verschiedene Einkommens- und Berufsschichten heranzukommen,  um so eine ausgewogene Leserschaft zu erreichen.  Die Leserschaft ist hauptsächlich weiblich und zwischen 30 und 60 Jahren.

 

Der Herausgeber, die Street  Corner Media Stiftung,  hat derzeit noch kein spezielles Programm für seine 20 Verkäufer. Sein oberstes Ziel ist die Wiedereingliederung der Obdachlosen in den Arbeitsalltag. Die Käufer der Zeitung  sagen, dass sie durch den Kauf versuchen, den Obdachlosen  bei der Bewältigung ihrer Drogen- und Alkoholsucht  zu helfen, ihnen ihre Scheu und Unsicherheit zu nehmen und ihnen einen Platz sowie eine Stimme in der Gesellschaft zu geben. Es ist zu erwähnen, dass Menschen vieler Volksgruppen und verschiedenster Religionen in der Stadt leben, wodurch Vancouver eine multikulturelle Gesellschaft besitzt.

 

"Megaphone" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Mai 2009

 

 

 

 

Street Sights

Die Straßenzeitung von Providence, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Rhode Island, besteht seit März 2007.

 

Die 12-seitige Ausgabe erscheint monatlich mit einer Auflagenhöhe von 2.500 Exemplaren  und wird an 60 Plätzen der Stadt  gratis verteilt. Sie beinhaltet Gedichte, Zeichnungen und Fotos, Leserbriefe, einen Veranstaltungskalender und vieles mehr. Sie finanziert sich hauptsächlich durch Sponsoren.

 

Das Hauptziel  des  Magazins ist es, den Informationsfluss zu steigern, indem sie zu Diskussionen anregt und den Obdachlosen eine Stimme gibt. Es wird vermutet, dass es in Rhode Island  viele soziale Initiativen  gibt, von denen die Menschen nichts wissen. Die Zeitung wird von Freiwilligen geleitet, viele von ihnen sind obdachlos oder waren es, andere wieder sind  Studenten und  sozial engagierte Personen.

 

Die Mitarbeiter der Straßenzeitung entsprechen der Vorstellung von der Hilfe zur Selbsthilfe mit Menschen quer durch alle Gesellschaftsschichten. Jeder kann vom anderen lernen.Obdachlose lernten den Computer zu bedienen, zu tippen, zu fotografieren, Interviews durchzuführen, Artikel zu schreiben und vieles mehr. Es wird eine Sphäre ohne soziale Ausgrenzung geschaffen und der Wert einer jeden Person garantiert.

 

"Street Sights" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

April 2009

 

 

 

 

La Calle

... wurde im November 2007 in Bogotá, der kolumbianischen Hauptstadt, die in einer fruchtbaren Hochebene der Anden, der Sabana de Bogotá, 2.640 Meter über dem Meeresspiegel liegt, gegründet und ist bisher neunmal mit einer Auflagenhöhe von 5.000 Exemplaren erschienen. Ihre zweite Ausgabe, die hauptsächlich die 50 besten Graffitis aus Bogotá zum Thema hatte, war gleich ausverkauft, und man freute sich anfänglich über den leichten Start.  Dann verloren aber einige Leser ihr Interesse an der Zeitung, während andere treue Käufer wurden.

 

Derzeit bieten an die 20 Obdachlose das Magazin an. Bisher wurden an die 300 Verkäufer registriert, aber nur wenige hatten Durchhaltevermögen. Nun ist „La Calle“ mit der „Fundación Procrear“, einer erfahrenen Stiftung, in Geschäftsverbindung getreten. Es ist der Aufbau eines echten Sozialplanes beabsichtigt, um mehr in die Verkäufer investieren zu können. Gegenwärtig gibt es eine Schreibwerkstätte und andere Workshops. Es wird ebenfalls versucht, Obdachlosen bei der Wohnungsbeschaffung und diversen Problemen zu helfen.

 

Die Leserschaft wird auf 20.000 geschätzt. Das Magazin spricht besonders Studenten an, weil diese vorwiegend an neuen Ideen und am Stadtleben interessiert sind. „La Calle“ richtet sich aber auch an die unterschiedlichsten Gesellschaftsgruppen, denn viele Kolumbianer wollen eine positive Veränderung.

 

"La Calle" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

März 2009

 

 

 

 

StreetWise

Das seit 5. November 2008 wöchentlich erscheinende Hochglanz-Farbmagazin ist aus der 1992 von Judd Lofchie in Chicago, Illinois,  gegründeten, monatlich gedruckten Straßenzeitung entstanden. Die derzeitige Auflagenhöhe von „StreetWise“ beträgt 11.000 Stück und wird von 207 Straßenverkäufern entlang des Seeufers, vom Hyde Park nach Evanston, in den Universitätsbezirken, in den Vororten der nördlichen Küste und im Nordwesten der Stadt vertrieben.

Die Leserschaft wird als „Lakefront Liberals“, die Linken vom Seeufer, bezeichnet. Sie ist sehr gebildet, gut verdienend und bekleidet die einflussreichsten Jobs. Mehr als die Hälfte von ihnen sind weiblich und zwischen 35 und 55 Jahren. Man kann sagen, sie haben genug Geld, um selbstlos sein zu können. Sie wollen nicht nur durch den Kauf des Magazins die Obdachlosen unterstützen, sondern schätzen sehr die fesselnden unterhaltsamen Beiträge der Journalisten. Mit einem Inserat in diesem Medium zeigen Firmen nicht nur ihre soziale Kompetenz, sondern erreichen gleichzeitig eine wichtige Zielgruppe.

Für einige Straßenverkäufer ist der Verkauf des Magazins das einzige Einkommen, für andere ist es ein Sprungbrett, das ihnen hilft, wieder auf eigenen Beinen stehen zu können. Auf jeden Fall bietet es jedem Obdachlosen, der willens ist, die Möglichkeit, Geld zu verdienen und somit sein Leben zu verbessern. Bis dato waren an die 8.000 Obdachlose als Verkäufer tätig.

 

"SreetWise" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Februar 2009

 

 

 

 

The Big Issue Kenia

Die kenianische Ausgabe von “The Big Issue” wurde  im Jänner 2007 anlässlich des „World Social Forums“ in Nairobi aus der Taufe gehoben und ist das erste Straßenmagazin dieses Landes. Die monatlich mit einer Auflagenhöhe von 2.000 Stück erscheinende Straßenzeitung wird derzeit von 30 Verkäufern vertrieben und hat eine Leserschaft von etwa 6.000 Personen. Sie sieht es als ihre Hauptaufgabe, die Armut in den Elendsvierteln durch Beschäftigung von Obdachlosen zu mildern.

 

In der Zeitung werden hauptsächlich Artikel über soziale Gerechtigkeit und Linderung der Armut veröffentlicht, die von den etablierten Medien vernachlässigt werden. Kenia liegt im Osten Afrikas und wird in zwei Klimazonen unterteilt: in das Hochland und die Küste. Eine Vielzahl an Nationalparks – der bekannteste ist die Masai Mara – stellen ein wichtiges Standbein für den Tourismus dar.

 

Der Staat Kenia gliedert sich in sieben Provinzen und einen Hauptstadt-Distrikt und hat zirka 38 Millionen Einwohner. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 57 Jahren. 2002 wurde in Kenia mit dem „Children’s Act“ eine moderne Kinderschutzgesetzgebung verankert. Hiernach ist die Genitalbeschneidung an unter 16-Jährigen gesetzlich verboten und unter Strafe gestellt.

 

"The Big Issue Kenia" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Jänner 2009

 

 

 

 

Z Magazine

Im August 1995 wurde die Amsterdamer Straßenzeitung „Z magazine“ von der „Z Stiftung“ aus der Taufe gehoben und ist ein wesentlicher Bestandteil des Amsterdamer Straßenlebens. Sie erscheint zweimal pro Monat (in den Sommermonaten nur alle drei Wochen), wird von 180 Verkäufern vertrieben, hat eine Auflagenhöhe von 15.000 Stück und erreicht an die 24.000 Leser. Die „Z Organisation“ besteht aus ca. 50 Personen, die sich aus vielen Freiwilligen, einer kleinen Anzahl von freiberuflich arbeitenden Journalisten, ein paar angestellten Mitarbeitern sowie Praktikanten zusammensetzt.

 

„Z“ erhält keine staatlichen Zuschüsse und investiert den Mehrerlös der Zeitung in Projekte und Aktivitäten für Obdachlose, um deren Bedürfnisse zu decken. Ein Neujahrs-Empfang, ein Weihnachtsfrühstück, ein Osteressen, ein jährliches Picknick sowie Kino- und Museumsbesuche und Verkäufertreffen werden organisiert. Eine gelungene Initiative ist auch das „Wohn-Arbeits-Projekt“, welches den Verkäufern gleichzeitig Unterkunft und Arbeit gibt.  Ein weiteres Projekt ist das so genannte BADT, eine Plattform für Obdachlose, die sich als eine Interessensgruppe als Gegenstimme (Pendant) zu den großen Institutionen sieht. Die Organisation arbeitet hart daran, die Qualität der Zeitung, der Organisation und des Vertriebes zu verbessern. 2002 erhielt die „Z Stiftung“ den so genannten KVGO Preis – (KVGO ist die Arbeitgeberorganisation in der Druck-/Medienbranche in den Niederlanden) als Non-Profit-Unternehmen.

 

"Z Magazine" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Dezember 2008

 

 

 

 

Klar Kristiansand

Die norwegische Straßenzeitung wurde am 9. September 2006 in Kristiansand (früher Christianssand), der sechstgrößten Stadt Norwegens und Hauptstadt des so genannten "Südlands" (Sørlandet) gegründet. Kristiansand ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Süden des Landes und ein beliebtes Ferienziel  in Norwegen.

"Klar Kristiansand" sieht es als seine Hauptaufgabe, alkohol- und drogenabhängigen Obdachlosen Arbeit zu geben, ihren Lebensstandard zu verbessern, ihnen die Rückkehr ins alltägliche Leben zu ermöglichen und ihnen ihr Selbstwertgefühl und ihre Würde wiederherzustellen.
Sie ist ein wichtiges Werkzeug zur Förderung und Verbreitung der Idee "Hilfe zur Selbsthilfe", dessen Ziel die soziale Wiedereingliederung ausgegrenzter Menschen ist. Ein Fußballteam für Drogenabhängige wurde  ebenfalls ins Leben gerufen.

In der etwa 79.200 Einwohner zählenden Stadt erreicht das Magazin mit seiner Auflage von 9.000 Stück eine Leserschaft von etwa 28.000 Personen zwischen 30 und 80 Jahren, die vorwiegend der Mittelschicht angehören. Sie erscheint alle 6 Wochen und hat 112 registrierte Verkäufer.

 

"TKlar Kristiansand" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

November 2008

 

 

 

 

Forgotten Voice

Die monatlich in Las Vegas, Nevada, erscheinende Straßenzeitung wurde im März 2007 von Amanda Haymond gegründet und hat derzeit eine Auflagenhöhe von 1.000 Exemplaren.
Sie wird nicht nur überall in Las Vegas und Umgebung, in Obdachlosen-Asylen, Kliniken, öffentlichen Parkanlagen und Gebäuden, Büchereien, Kaffeehäusern und Einkaufszentren gratis verteilt, sondern auch an Abonnenten in diverse andere Staaten versandt. Ihre Leser werden ersucht, "Forgotten Voice" nicht wegzuwerfen, sondern an eine andere interessierte Person weiterzugeben.  Diese Straßenzeitung verfügt über keine Verkäufer und die Produktionskosten werden allein durch Spenden getragen. Sie wird hauptsächlich von Obdachlosen oder ehemals Obdachlosen geschrieben und gestaltet und hat sich zum Ziel gesetzt,  die Gesellschaft gegenüber Armut und Obdachlosigkeit zu sensibilisieren.  In jeder Ausgabe werden die Adressen und Telefonnummern von karitativen Organisationen bekannt gegeben, an die sich Obdachlose wenden können und wo sieHilfe angeboten bekommen. 

 

"TForgotten Voice" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Oktober 2008

 

 

 

 

The Big Issue Zambia

Das Projekt wurde im September 2007 in Lusaka gegründet und wird drei Jahre lang von INSP (International Network of Street Papers) finanziell und organisatorisch  unterstützt. Es sieht sich als wichtigstes Werkzeug zur Förderung und Verbreitung der Idee "Hilfe zur Selbsthilfe", zur Reduktion der Armut, Wiedereingliederung in die Gesellschaft und zur dauerhaften Erhöhung des individuellen und familiären Lebensstandards. Das heißt, es will eine Plattform für soziale Verantwortung sein. Die Straßenzeitung erscheint alle zwei Monate, hat derzeit eine Auflagenhöhe von 2.000 Stück und wird von ca. 6.000 Personen, die weitgehend einer sozial aufsteigenden Schicht angehören, gelesen. Mit dem Inhalt des Magazins sollen sich jene Personen angesprochen fühlen, denen es möglich ist, Veränderungen im Land zu bewirken. Das Stammpersonal besteht aus dem Direktor/Herausgeber und dem Vertriebsleiter. 32 registrierte Verkäufer - Obdachlose oder Personen, deren gesamtes Haushaltseinkommen unter der Armutsgrenze von weniger als $ 1,- täglich liegt, bieten die Zeitung in den Straßen von Lusaka und in verschiedenen anderen Städten an. Sambia liegt im Herzen Afrikas und ist ein Land mit großen natürlichen Freiräumen und Nationalparks mit einzigartigen Tierleben. Im November 1855 entdeckte David Livingstone, ein schottischer Missionar und Afrikaforscher die Victoriafälle des Sambesi.

 

"The Big Issue Zambia" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

September 2008

 

 

 

 

Jeepney

Das erste philippinische Straßenmagazin wurde am 1. Mai dieses Jahres als Monatszeitschrift gegründet und hat derzeit eine Auflagenhöhe von 2.000 Exemplaren. Der Name Jeepney wurde vom gleichnamigen Fahrzeug – ein beliebtes philippinisches Verkehrsmittel - übernommen und die Zeitschrift möchte die Gesellschaft wachrütteln. Der Herausgeber, die Urban Opportunities for Change Foundation Inc., hat sich zum Ziel gesetzt, erstens mit Geschichten und Erzählungen in der Straßenzeitung auf die Bedürfnisse der armen obdachlosen Filipinos aufmerksam zu machen und jene Personen ansprechen, denen es möglich ist, die Not zu lindern. Zweitens die Bereitstellung von Jobs, die ein Mindesteinkommen gewährleisten oder sogar übersteigt.Jeder Verkäufer versucht mindestens zehn Zeitungen pro Tag zu verkaufen und damit den philippinischen Mindestlohn um 40 Prozent zu überschreiten.  Derzeit sind zwischen 16 und 60 Verkäufer mit dem Vertrieb des Magazins beschäftigt. Reah Medenilla und Lorna Lumioa, zwei gelernte SozialarbeiterInnen, bilden das Rückgrat des Unternehmens und helfen den Obdachlosen bei der Bewältigung verschiedenster Probleme. Es wird zum Beispiel ein Gelddepot, das ähnlich einer Bank arbeitet und das Geld der Obdachlosen verwaltet, sowie medizinische Hilfe angeboten; monatliche Verkäufermeetings und diverse Bildungsangebote runden das Sozialprogramm ab.  

 

"Jeepney" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

August 2008

 

 

Kralji Ulice

Das erste slowenische Magazin wurde von einer Studentengruppe der pädagogischen  Akademie und ihrem Professor Špela Razpotnik nach einem  Arbeitsseminar im Dezember 2004 in Ljubljanja geplant. Bei diesem Projekt verbrachten die Studenten gemeinsam mit Obdachlosen einen kalten Wintertag in den Straßen und waren so gerührt und überrascht über das warmherzige Verhalten dieser armen Leute, die selbst kein Dach über ihrem Kopf hatten, dass sie sich spontan entschlossen ihnen zu helfen.

 

Die ersten Ausgaben der Straßenzeitung im Mai und September 2005 waren bei den Lesern und Massenmedien so erfolgreich, dass sie zweimal nachgedruckt werden mussten. Das Magazin erscheint monatlich, hat eine Auflagenhöhe von 10.000 Stück und wird von 70 Verkäufern in den Städten Ljubljanja, Maribor, Celje, Koper und Slovenska Bistrica vertrieben. Ebenfalls wurden zwei Kalender mit dem Namen "Kraljedar" herausgebracht. Im Juli 2006 wurde eine Wärmestube eröffnet, die gleichzeitig Geschäftsstelle und  Verteilungszentrum ist. Die wichtigsten Ziele: die Sensibilisierung der Gesellschaft gegenüber Armut und Obdachlosigkeit, Verbesserung des Lebensstandards der Obdachlosen, eine "Universität unter Sternen":  ein Bildungsangebot, das soziale, kulturelle, bildende und persönlichkeitsentwickelnde  Workshops  umfasst. Ebenfalls werden Telefon und Internet sowie gebrauchte Kleidung bereitgestellt.  

 

"Kralji Ulice" ist eines von mehr als 90 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP), Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Juli 2008

 

 

Virkelig

Das norwegische Magazin Virkelig (Wirklichkeit) wurde am 7. 12. 2005  in Tromsø , der größten Stadt nördlich des Polarkreises, mit der nördlichsten Universität, Brauerei und Kathedrale der Welt, gegründet. Die Stadt ist bekannt für Forschung, Lehre, Fischexport und Satellitentechnologie.

 

Die Zeitung sieht es als ihre Aufgabe, den Außenseitern der Gesellschaft ein Gesicht und eine  Stimme zu geben und sie vom Stehlen und Betteln wegzubringen, was sie auch erreicht hat. Es besteht ein enger Kontakt zu der kirchlichen Sozialfürsorge, deren Leiter auch bei der Straßenzeitung den Vorsitz führt. Ein Fußballteam mit Drogenabhängigen, welches  zu nationalen Wettbewerben  reiste, wurde ebenfalls gefördert. Zwei von ihnen nahmen in Kopenhagen, Dänemark, am World Championship des Straßenfußballs teil. Das staatliche Fernsehen hat am 11. Februar dieses Jahres eine Dokumentation über Aktivitäten von Virkelig gesendet.

 

Die Straßenzeitung erscheint sechsmal jährlich, hat derzeit eine Auflagenhöhe von 14.000 Stück (was etwa der halben Einwohnerzahl dieser kleinen Stadt entspricht),  110 registrierte Verkäufer, alle mit Alkohol- und/oder Drogenproblemen, und wird derzeit von 40 Verkäufern angeboten. Die durchschnittliche Leserschaft ist weiblich und ca. 40 Jahre alt. Mit einer eigenen Jugendausgabe wurde im Vorjahr speziell das Interesse der jungen Leute geweckt. 

 

"Virkelig" ist eines von 88 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP)

Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Juni 2008

 

 

Megafon

Das norwegische Magazin wurde am 1. Februar 2007 in Bergen, der zweitgrößten Stadt Norwegens, gegründet und erscheint monatlich mit 40.000 Exemplaren. Derzeit sind 236 Verkäufer registriert.

Megafon, eine der jüngsten Straßenzeitungen, hat derzeit noch keine zusätzlichen Projekte für die Verkäufer. Vorerst wird alle Energie in die Straßenzeitung und deren Bekanntmachung, sowie in die Stabilisierung und die Wiedereingliederung der Obdachlosen in die Gesellschaft, gesteckt. Des Weiteren ist ein spezielles Förderungssystem für diejenigen geplant, die bereit sind, regelmäßig die Zeitung anzubieten.

Trotz ihrer eigenen miesen Lage erwerben die Zeitungsverkäufer um je eine norwegische Krone weiße Plastiktaschen, in denen sie die Zeitungen mit sich tragen. Der Erlös der Plastiktaschen ist für Big Issue Kenia, einer Schwesterzeitung, vorgesehen.

 

"Megafon ist eines von 88 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP)

Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

Mai 2008

 

 

BIGnews

Die New Yorker Straßenzeitung wurde im April 2000 von Jeffrey Grunberg gegründet und verkaufte in ihren besten Zeiten an die 20.000 Stück monatlich. Der Name setzt sich aus dem Wort "BIG" (von Big Issue in Scotland, der Dachorganisation) und "news" (von Street News, der ersten New Yorker Straßenzeitung) zusammen. Zu Beginn trat die Zeitschrift an tausende Obdachlose heran und stellte ihnen die "BIGnews vendor badges" (Verkäufer-Abzeichen) vor. Aber nur sehr wenige, nicht mehr als 100 pro Monat, wurden Verkäufer. Die anderen verwendeten die Badges als allgemeinen Identitätsausweis. Es gibt in New York mehr als 35.000 Obdachlose, die in speziellen Unterkünften übernachten; nicht mitgezählt sind natürlich jene, die die Nacht im Freien verbringen müssen.
 
BIGnews war ursprünglich Teil einer großen sozialen Organisation, die aber die Straßenzeitung nur eine bestimmte Zeit lang unterstützte. Sie wurde anschließend von den Herausgebern noch einige Zeit selbst finanziert. Alles Mögliche wurde versucht, um Geld zu sparen, wie billigeres Papier, weniger Druckfarben, weniger Seiten, aber auch weniger Artikel und Inserate.  Schlussendlich musste sie eingestellt werden, was nicht heißen soll, dass dies für immer ist.  Viel Energie wurde auch in das Fußball-Programm gesteckt. Ihr Team hat an vielen Homeless World Cups teilgenommen.

 

"BIGnews" ist eines von 88 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP)

Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

April 2008

 

Macadam

Früher wurden Männer mit langen fließenden Mänteln, zerrissenen Hemden und gebeulten Hüten „Clochards“ genannt. Sie gehörten gleichsam wie der Eiffelturm der Pariser Folklore an und wurden gerne von den Touristen fotografiert. Die Obdachlosen von heute werden als "sans domicile fixe" bezeichnet und werden immer mehr. Unter ihnen sind auch viele junge Arbeitslose, die hauptsächlich in der Anonymität der Städte Zuflucht suchen.

Der Staat setzt sich nur wenig mit der "neuen" Armut auseinander. Selbst wenn es ein Staat schafft, nahezu Vollbeschäftigung herzustellen, wird es immer Randgruppen geben, die außerhalb des "alltäglichen" gesellschaftlichen Systems stehen.

Das erste französischsprachige Straßenjournal wurde im Mai 1993 gegründet und erscheint seit Januar 2007 monatlich. Macadam sieht sich als echtes Sprungbrett in die Reintegration dieser Leute und entlastet somit das öffentliche Sozialsystem.

Die Auflagenhöhe beträgt 10.000 Stück, wird derzeit von 120 Verkäufern in Paris, Lyon und Rennes vertrieben und in den nächsten Monaten auch an der französischen Riviera erhältlich sein. Die Leserschaft ist sehr unterschiedlich, es wird jedoch angenommen, dass es sich mehrheitlich um junge Leute handelt.

 

"Macadam" ist eines von 88 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP)

Infos unter www.street-papers.org

 

Text: Gertraud Lehr

März 2008

 

 

Ocas

Die brasilianische Zeitschrift Ocas wurde im Juli 2002  gegründet und sieht sich als Alternative zur sozialen Ausgeschlossenheit.

Seit ihrem mehr als fünfjährigen Bestehen wurden hunderte Obdachlose zum Teil mit Alkohol- und Drogenproblemen in diversen Initiativen betreut, ihr Lebensstandard wurde verbessert, die Rückkehr ins alltägliche Leben ermöglicht und ihr Selbstwertgefühl  und ihre Würde wiederhergestellt.

Soziale Unterstützung wird unter anderem in folgenden Projekten angeboten:
- Wöchentliche von Psychologen geleitete Besprechungen. Diese führten zu der Herausgabe des Buches "Terapia de Todos Nós" (Therapie für jedermann).
-Verkäufer schreiben Artikel, die in der Straßenzeitung unter der Rubrik "Cabeca Sem Teto" (Obdachlose) erscheinen.
-Ein mit zehn Computern ausgestatteter Raum  wird Verkäufern, Obdachlosen und armen Leuten in der Nachbarschaft zur Verfügung gestellt.
-oziale Integration durch Sport: Das Ocas-Fußballteam vertritt Brasilien beim Homeless World Cup.

Das Magazin erscheint alle zwei Monate, hat eine Auflagenhöhe von 7.500 Stück und wird von ca. 50 Obdachlosen in den Straßen von Rio de Janeiro und Sao Paulo vertrieben. 

Ocas ist eines von 88 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP.)
Infos unter www.street-papers.org


Gertraud Lehr

Februar 2008

 

 

Oslo

Die norwegische Schwester „Oslo“ wurde am 28. Juni 2005 gegründet und erscheint heuer erstmals als Monatszeitschrift.

Auch vergangenen Dezember wurde wieder ein Weihnachtsbuch ("Oslo Christmas Book") mit Gedichten und Geschichten, die hauptsächlich von den Verkäufern geschrieben wurden, veröffentlicht. 2006 war das "Oslo Christmas Book" mit 37.000  Exemplaren eines der meistverkauften Bücher Norwegens in der Vorweihnachtszeit. Das qualitativ hochwertige Buch macht die Verkäufer sehr stolz und stärkt ihr Selbstwertgefühl.


Im heurigen Jahr werden verschiedene Projekte gestartet, die den Verkäufern bei der Bewältigung ihres oft problematischen Lebens helfen sollen. Einerseits werden Musik-, Mal- und Schreibseminare angeboten und andererseits wird Hilfestellung bei Schwierigkeiten mit dem Gesundheits- und Gesellschaftssystem sowie der Polizei und Sicherheitsdiensten geleistet.


Die Straßenzeitung wird gemeinsam mit der Nationalbibliothek  das "Wergeland-Jahr" feiern. Wergeland wurde am 17. Juni 1808 in Oslo geboren und ist einer der berühmtesten Schriftsteller Norwegens.


Die durchschnittliche Auflagenhöhe beträgt 30.000 Stück, die Straßenzeitung wird von derzeit zirka 500 registrierten Verkäufern vertrieben. Die Leserschaft besteht großteils aus Frauen zwischen 30 und 70 Jahren.

Oslo ist eines von 80 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP.)
Infos unter www.street-papers.org


Gertraud Lehr

Jänner 2008

 

 

Tagessatz

Am 23. September 1994, anlässlich des "Tages der Wohnungslosen", erschien die erste Ausgabe in Kassel. Das Projekt dehnte sich schnell über die Stadtgrenzen hinweg aus; schon kurze Zeit später wurden auch Exemplare in Göttingen verkauft.

In diesen beiden Städten sind etwa zwei Dutzend Verkäufer durch das tägliche Einkommen aus dem Verkauf des Magazins finanziell abgesichert. Die Erkenntnis, aus eigener Kraft Geld verdienen zu können, gibt neues Selbstbewusstsein. Langfristiges Ziel ist die Rückkehr der VerkäuferInnen zum Ersten Arbeitsmarkt.

Die Straßenzeitung besteht zu einem Drittel aus dem so genannten Titelthema, welches eine wichtige Planungsgrundlage zur Erstellung der einzelnen Ausgaben ist. Darüber hinaus wird über regionale Ereignisse aus Politik, Wirtschaft und Kultur berichtet.

Dem "TagesSatz" ist es gelungen, durch seine Berichterstattung auf die Probleme von Benachteiligten, Obdachlose, Junkies oder Straffällige, aufmerksam zu machen und für sie Partei zu ergreifen. Seit seinem Bestehen hat das Magazin "heiße Eisen" angepackt. Themen wie das "Girokonto für Arme" oder der Umgang mit sozialen Randgruppen zeigen Wirkung. Die derzeitige Auflagenhöhe schwankt zwischen 2.000 und 2.700 Exemplaren pro Monat.

Der TagesSatz ist eines von 80 Mitgliedern des Internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes (INSP.)
Infos unter www.street-papers.org


Gertraud Lehr

Dezember 2007