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Hallo neues Leben!

Manchmal schreibt das Leben die schönsten Geschichten: So auch für unseren ehemaligen Straßenzeitungsverkäufer Friday Akpan. Als er vor vier Jahren nach Salzburg kam, stand er vor einem völlig neuen Kapitel und vielen Ungewissheiten, Ängsten und Sorgen. Heute geht es ihm gut und er hat sein großes Ziel erreicht: ein Fixjob, und das auch noch bei einem renommierten Hotel. Uns erzählte er, wie es dazu kam.

 

Protokoll von Christine Gnahn

 

Als ich 2015 nach Salzburg gekommen bin, habe ich ziemlich bald von der Straßenzeitung Apropos gehört. Ich wollte unbedingt auch Zeitungen verkaufen, habe mich beworben und dann tatsächlich einen Verkäuferausweis bekommen. Das hat mir Wind unter die Flügel gegeben – am Anfang noch ein bisschen schüchtern, habe ich mich dann rasch getraut, offen auf die Leute zuzugehen. Das Schöne: So viele Menschen waren freundlich zu mir. Ich habe jeden Tag viele lächelnde Gesichter gesehen, Menschen, die sich liebevoll erkundigt haben, wie es mir geht. Dieses Mitgefühl und der Austausch von Freundlichkeiten und Gesprächen haben mich jeden Tag so gefreut und berührt. Ich habe mich angekommen gefühlt in Salzburg. Immer wieder haben mir meine Kundinnen und Kunden etwas geschenkt, Schokolade oder eine Cola.
Und nicht nur das: Eine Familie lud mich sogar zu Weihnachten ein und ich habe das Fest mit ihr verbringen dürfen! Für diese Warmherzigkeit und Herzensgüte bin ich bis zum heutigen Tag so dankbar.
Ich lernte viele liebe Menschen kennen in dieser Zeit – so auch eine sehr freundliche Dame aus dem Hotel Stein. Sie sagte mir damals, das war im Jahr 2016, dass ich in zwei Jahren, wenn das Hotel umgebaut sei, die Möglichkeit bekommen würde, dort zu arbeiten. Ein unglaublicher Lichtblick für mich!

 

Weiterhin verkaufte ich die Zeitung und absolvierte andere projektbasierte Arbeiten, die aber stets nach ein paar Tagen wieder abgeschlossen waren. Die Aussicht auf eine fixe Stelle, auf die ich mich verlassen und an die ich mich gewöhnen kann, trieb mich an.
Immer wieder habe ich beim Hotel vorbeigeschaut, habe gespannt abgewartet, wie sich die Bauarbeiten entwickeln.
Dann, Februar 2018, kam der große Tag: Das Hotel wurde eröffnet – und ich durfte als Portier dabei sein!
Ich bin froh, so einen tollen Job gefunden zu haben, die Arbeit macht mir großen Spaß. Alle meine Freunde und Bekannte, die mich schon gesehen haben, machen mir Komplimente und sagen mir, wie toll ich in der Uniform aussehe. Ich bin glücklich, jetzt so ein tolles Leben führen zu dürfen, mit einem Job, auf den ich mich verlassen und in den ich mich voll einbringen kann.

 

Ich helfe den Gästen mit ihren Koffern – doch auch das Zwischenmenschliche ist sehr wichtig. Ich wünsche den Menschen eine gute Reise und einen schönen Tag. Dabei sehe ich jeden Tag in so viele lächelnde Gesichter. Ich finde, es ist wirklich wichtig, dass Menschen freundlich und gut miteinander umgehen, das macht so viel aus. Mir haben so viele Menschen auf meinem Weg geholfen und ich möchte ihnen allen an dieser Stelle von Herzen danken. Ich bete für sie, dass sie und ihre Familie ein langes und schönes Leben voller Liebe haben werden. Sie haben mir gesagt, dass alles gut werden wird, und sie hatten recht. Ich bin sehr glücklich mit meinem neuen Leben – denn ich kann jetzt wirklich meine Zukunft planen.