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Hunger auf Kunst & Kultur

Die Lieblingsband live erleben, den aktuellsten Film im Kino sehen oder ein netter Familienaus­flug ins Museum: Diese Dinge sind für die meisten von uns eine Selbstverständlichkeit. Doch es gibt viele Menschen, denen aus finanziellen Grün­den jeglicher Zugang zu Kunst und Kultur verwehrt bleibt. Deshalb startete das Schauspielhaus Wien in Kooperation mit der Salzburger Armutskonferenz im Jänner 2006 die Aktion Hunger auf Kunst und Kultur.

Menschen mit geringem Einkommen sollen die Möglichkeit haben, Kunst und Kultur zu genießen. Wer das Angebot nutzen möchte, kann sich in einer der Ausgabestellen einen Kulturpass holen und bekommt damit bei den teilnehmenden Kulturstätten Freikarten. Mit insgesamt 280 vergebenen Kulturpässen ist der Saftladen die größte Ausgabestelle. "Die Aktion kommt sehr gut an. Die meisten nutzen den Pass für das DasKino. Bei älteren Beziehern sind auch Museen recht beliebt, bei Jüngeren eher das Rock­house", sagt Hermann Oberdünhofen vom Saftladen.

Kultur für alle: Traum oder Realität?

Nicht nur in Salzburg haben Alleinerzieher, Lang­zeitarbeitslose, Mindestpensionisten, Sozialhilfe­empfänger, Asylbewerber oder sonstige sozial be­nachteiligte Menschen eine Chance auf Kulturgenuss. In Wien beispielsweise, wo die Aktion im Dezember 2003 ins Leben gerufen wurde, gibt es bereits 10.000 Kulturpassbesitzer. Nach Salz­burg kam der Kulturpass durch das Engagement des Theatermachers Reinhold Tritscher. Er kannte die Aktion vom Schauspielhaus Wien:  "Es ist entwürdigend, wenn in so einem reichen Kulturland Menschen aufgrund von Armut aus dem kulturellen und damit auch gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden." Er gewann die Laube GmbH, den Dachver­band Salzburger Kulturstätten und die Salzburger Armutskonferenz für „Hunger auf Kunst und Kultur Salzburg“. Nach den Vorbildern Wien und Salzburg entschlossen sich dann im März 2006 die Steiermark und im Mai 2007 auch Oberösterreich die Aktion einzuführen.

Keine Almosenaktion

Anfangs war geplant, dass die Freikarten durch Spenden von Besuchern der jeweiligen Kulturein­richtungen finanziert werden. Doch da das Spen­denaufkommen weit unter den Erwartungen blieb, mussten die beteiligten Kulturstätten den Groß­teil der Kosten übernehmen. Mittlerweile beteiligen sich auch Stadt und Land an der Aktion. "Wir erhielten heuer von der Stadt 5000 Euro, vom Land Kulturabteilung 2000 Euro und vom Familienreferat des Landes 500 Euro. Ich mache übrigens mein Geburtstagsfest zu Gunsten von Hunger auf Kunst und Kultur. Diese Idee könnten und sollten mehrere Salzburger aufgreifen, da die Spendenfreudigkeit nach wie vor gering ist", erzählt Brigitte Buchacher von der Laube.
Manche der Kulturstätten beschlossen aufgrund der für sie entstandenen Kosten ein Kontingent für die Aktion einzuführen. Tritscher findet eine Einschränkung auf höchstens fünf oder zehn Karten nachvollziehbar, da viele der Kultureinrichtungen selbst um ihr Überleben kämpfen müssen. Doch sehr viel strengere Kon­tin­gentierungen empfindet er als übertrieben. „In der Arge und im Jazzit gibt es pro Ver­anstaltung zwei Karten. Die sind natürlich schnell weg und man kommt oft nicht mehr hinein“, sagt Apropos-Verkäuferin Luise. "Ich war schon im Rockhouse, im Toihaus und im Literaturhaus. Bis auf die Probleme mit den Kontingenten finde ich die Aktion wirklich gut." Einer der wichtigsten Grundgedanken von "Hunger auf Kunst und Kultur" ist für Initiator Reinhold Tritscher, dass es keine Almosenaktion ist: "Die Kulturpassnutzer haben einen Anspruch auf die Karten und das Recht, genauso behandelt zu werden wie zahlende Besucher."

 

Aktion Hunger auf Kunst und Kultur

Info: www.kunsthunger-sbg.at
Hunger auf Kunst und Kultur, Spängler Bank
Bankleitzahl 19550, Kontonummer 100362076
Spendenboxen gibt es in zahlreichen Kulturstätten.

 
Hannah Mautner

Oktober 2007

 

 

 

Hunger auf Nexus

Michaela Mayer

Das Kunsthaus Nexus machen bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit. Hannah Mautner im Gespräch mit Frau Michaela Mayer.

 

 

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus?

Zum einen ist es für uns sehr wichtig, alle Bevölkerungsschichten anzusprechen. Über die Aktion erreichen wir Menschen, die es sich aus finanziellen Gründen nicht leisten können oder es aus sozialen Gründen nie in Erwägung ziehen würden, eine Kulturveranstaltung zu besuchen. Einer unserer Leitsätze ist: Das Interesse an Kunst und Kultur als existentielles Bedürfnis im Menschen zu wecken und zu befriedigen.  D.h., wir wollen dazu beitragen, Menschen, die sich ohnehin bereits im sozialen Abseits befinden, mittels Kunst und Kultur in eine Community zu integrieren.



Welche Erfahrungen haben Sie mit der Aktion gemacht?

Menschen, die den Kulturpass haben, verwenden ihn eigentlich sehr häufig. Man merkt aber, dass der Pass im Pinzgau nicht bekannt ist, es wurde in der Öffentlichkeit vor allem auf regionaler Ebene zu wenig kommuniziert, dass es diesen Pass gibt, wer, wie und wo man ihn bekommt. Eine Internetplattform nützt der betroffenen Gruppe meistens nichts, da die meisten keinen Internetzugang haben. Die Information müsste über die kostenlosen Bezirkszeitungen laufen.

 

Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei, oder gibt es ein beschränktes Kontingent? Wenn ja, warum?

Wir haben keine Beschränkung, und es war bisher auch nicht nötig.

 

Wie groß war bei Ihnen das Spendenaufkommen für die Aktion?

Wir lassen diesen Schritt komplett aus. Für uns ist klar, dass die Kosten dafür vom Kunsthaus Nexus bzw. Verein Zentrum Zeitgenössischer Musik getragen werden müssen, und eine Kulturinitiative unserer Größenordnung sollte sich das auch leisten können. Dazu kommt natürlich folgender Umstand: Wenn schon jene Menschen, die vom Pass profitieren könnten, nichts davon wissen, wie sollen es jene wissen, die dafür spenden sollen?

 

 

November 2008

 

 

Hunger auf Lungaukultur

Robert Wimmer - LKV

Die Lungauer Kulturvereinigung (LKV) machen bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit. Hannah Mautner im Gespräch mit Herrn Markus Steinwender.

 

 

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus?

Die LKV macht soziokulturelle Arbeit und richtet ihr Programm generell verstärkt an Gruppen am gesellschaftlichen Rand. Die Aktion Hunger auf Kunst und Kultur verstärkt und unterstützt die Positionierung der LKV hinsichtlich armutsgefährdeter Menschen. Außerdem ist die LKV als Mitglied des Dachverbandes Salzburger Kulturstätten solidarisch zu dieser gemeinsamen Aktion, welche seit 2006 auch in Salzburg läuft. Solidarität ist einfach ein generelles Prinzip unserer Arbeit!



Welche Erfahrungen haben Sie mit der Aktion gemacht?

Armut ist am Land ein noch stärkeres Tabu als in Ballungszentren. Wir haben einige Pässe ausgegeben, doch die Hemmschwelle für Alleinerzieherinnen, Pensionisten u.a. ist groß. Sehr gute Erfahrungen haben wir mit Kinderveranstaltungen gemacht, hier werden über autorisierte Sozial­stellen (Caritas, Kinderseelenhilfe, Jugendamt etc.) Gratis-Karten an Familien und Kinder verteilt. Diese Aktion boomt.

 

Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei, oder gibt es ein beschränktes Kontingent? Wenn ja, warum?

Generell ist bei uns der Zugang frei. Wenn eine Veranstaltung ausverkauft ist, ist sie ausverkauft, egal für wen.

 

Wie groß war bei Ihnen das Spendenaufkommen für die Aktion?

Wir sammeln nur vor Premieren, was bisher rund € 500,- einbrachte. Dies deckt die eigentlichen Kosten nicht ab, aber wie gesagt, wir sind solidarisch …

 

 

Oktober 2008

 

 

Hunger auf Theaterachse

Markus Steinwender vom Verein Theaterachse

Die Theaterachse machen bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit. Hannah Mautner im Gespräch mit Herrn Markus Steinwender.

 

 

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus?

Wir beteiligen uns, weil wir der Meinung sind, dass Kultur für jeden zugänglich sein sollte. Es ist schön, dass Menschen unser Theater sehen, die sonst keine Möglichkeit dazu hätten.



Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei oder gibt es ein beschränktes Kontingent?

Der Zugang zu den Karten ist bei uns völlig frei. Auch wenn einmal zehn Kulturpassbesitzer kämen, um sich Karten zu holen, wäre das kein Thema. 

 

Wie stark wird die Aktion bei Ihnen genutzt?
Bei uns war die Nachfrage bisher noch eher gering. Es gab einige Reservierungen, doch diese Karten wurden nicht immer abgeholt.

 

September 2008

 

 

Festspiele für alle

Die Salzburger Festspiele machen bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit. Hannah Mautner im Gespräch mit Herrn Christoph Engel.

 

 

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus?

Es ist den Salzburger Festspielen sehr wichtig, niemanden aus der Gesellschaft auszuschließen und für möglichst viele einen Zugang zu den Festspielen zu schaffen. Wir möchten, dass auch benachteiligte Gruppen, seien es Menschen mit Beeinträchtigung oder Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten, einen Zugang zu Kunst und Kultur und den Salzburger Festspielen haben können. So gibt es einerseits ein spezielles Angebot für die Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, aber für alle zugänglich, und, zum ersten Mal alle Veranstaltungen bei freiem Eintritt, das Fest zur Festspieleröffnung am 26. Juli. An diesem Tag werden rund 100 Veranstaltungen, Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen an 30 verschiedenen Orten in Salzburg geboten. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die sehr beliebten Siemens-Festspielnächte am Kapitelplatz, die sich heuer einem Karajan-Schwerpunkt widmen.



Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei oder gibt es ein beschränktes Kontingent?

Bei den Salzburger Festspielen läuft die Aktion etwas anders als in den sonstigen teilnehmenden Kulturorganisationen. Die Festspiele sind in der Regel sehr stark gebucht und wir wollten vermeiden, dass es für die Kulturpassnutzer an der Abendkassa zu Enttäuschungen kommt, da viele Vorstellungen bereits ausverkauft sind. Als Alternative ermöglichen wir den Zugang zu Generalproben, die normalerweise nur Hauspersonal und Künstlern offen stehen.
In diesen Proben sind für die Aktion Hunger auf Kunst und Kultur dafür größere Kartenkontingente reserviert. Die Abwicklung der Kartenverteilung an Kulturpass-Empfänger erfolgt über die Laube. Bei größeren Kontingenten erfolgt auch eine Weitergabe der Karten über die Laube an karitative Einrichtungen, wie zum Beispiel Caritas, Samba und andere. Bisher kam es dort recht gut an. Im letzten Jahr wurde das Angebot 326-mal genutzt.
2008 werden für Hunger auf  Kunst und Kultur wiederum Proben aus Oper, Schauspiel und Konzert geöffnet, darunter Proben der wunderbaren Needcompany auf der Pernerinsel genauso wie Proben der Zauberflöte oder Mozart-Matinee.

 

Wie war bei Ihnen das Spendenaufkommen für die Aktion?
Da diese Probenbesuche normalerweise nicht öffentlich sind, werden für diese Aktion somit keine Kaufkarten herangezogen und es ist nicht notwendig, speziell Spenden für Hunger auf Kunst und Kultur zu sammeln. 

 

August 2008

 

 

Republic für alle

Das republic macht bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit. Hannah Mautner im Gespräch mit PR-Frau Heike Posch.

 

 

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus?

Wir waren von Anfang bei der Aktion dabei. Endlich gibt es die Möglichkeit, dass die Menschen Zugang zu kostenlosen Karten haben, die sie sonst nicht bekommen würden, und nicht nur jene Privilegierten, die aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung voraussetzen, dass sie eingeladen werden.



Haben Sie gute Erfahrungen mit der Aktion gemacht?

Jemand die Teilhabe an Kunst zu ermöglichen, ist immer eine gute Erfahrung.

 

Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei oder gibt es ein beschränktes Kontingent?

Aktuell ist bei der  Sommerszene 08, die dieses Jahr vom 3. bis 19. Juli stattfindet, das Kontingent unbeschränkt, wir bitten aber um Abholung der Karten im Vorverkauf. Bei der Sommerszene und im Jahresbetrieb gibt es ohnedies viele Veranstaltungen bei freiem Eintritt. Die Veranstalter, die sich im republic einmieten, versuchen wir dazu zu bewegen, zumindest vier Karten für die Aktion bereitzustellen. Allerdings können da aus finanziellen Gründen nicht alle Veranstalter mit

 

Wie viele Karten wurden von der Szene bereits vergeben, wie viel "Verlust" wurde gemacht?
Im Jahr 2007 wurden 71 Karten vergeben. Wir hätten 1200,- Euro an Karteneinnahmen lukrieren können, allerdings möchte ich das nicht als Verlust bezeichnen, da wir uns bewusst für die Teilnahme an Hunger auf Kunst & Kultur entschieden haben.

 

Wie war bei Ihnen das Spendenaufkommen für die Aktion, und wie glauben Sie könnte es erhöht werden?
Seit Beginn der Aktion im Jahr 2006 hatten wir bis Ende 2007 18,- Euro an Spendeneinnahmen, was dazu geführt hat, dass wir die Spendenbox nicht mehr aufstellen.

 

Juli 2008

 

 

Toihaus für alle

Das Toihaus macht bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit. Hannah Mautner im Gespräch mit PR-Frau Sandra Schwaighofer.

 

 

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus?

Das Toihaus war immer schon sehr sozial engagiert: Wir stellen auch diversen Theatergruppen, die mit sozial Schwächeren, psychisch behinderten Menschen oder Gehörlosen arbeiten, unsere Räumlichkeiten zur Verfügung. Deshalb war es für uns klar, dass wir auch diese Aktion unterstützen.



Welche Erfahrungen haben Sie mit der Aktion gemacht?

Letztes Jahr wurde das Angebot wieder von rund 50 Kulturpassbesitzern genutzt, wir haben also keinen wirklich großen Verlust. Das Spendenaufkommen des letzten Jahres ist dafür etwas gestiegen, von ca. 40 Euro vor zwei Jahren auf jetzt knapp über 100 Euro. Man merkt also, dass immer mehr Menschen auf die Aktion aufmerksam werden und sie auch unterstützen möchten. Mittlerweile ist die Aktion viel besser bekannt und wird besser angenommen.

 

Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei oder gibt es ein beschränktes Kontingent?

Aufgrund der eher geringen Nachfrage haben wir auf die Aktion kaum Verluste. Deshalb ist ein Kontingent nicht notwendig. Einzige Ausnahme sind Premierenkarten. Bisher haben allerdings kaum Kulturpassbesitzer um Premierenkarten gefragt.

 

 

Juni 2008

 

 

ARTgenossen für alle

Die ARTgenossen macht bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit. Hannah Mautner im Gespräch mit den ARTgenossen-Betreiberinnen D. Oberholzer, C. Meran, P. Schlagbauer, D. Sonnleitner-Soyka

 

 

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus?

Wir finden, Kunst und Kultur sollten für alle Menschen zugänglich sein, jeder sollte an den kulturellen Angeboten teilhaben können.



Welche Erfahrungen haben Sie mit der Aktion gemacht?
Nachdem ARTgenossen nicht besonders bekannt ist, hatten wir eher wenig Anfragen. Einmal hat eine Dame, die Asylwerber-Kinder betreut, ein Programm bei uns gebucht. Wir haben uns natürlich dazu bereiterklärt und einen Nachmittag mit diesen Kindern in unserem Atelier gearbeitet. Auch später kamen vereinzelt noch ein paar Anfragen, aber der Andrang ist nicht überwältigend. Da es bei uns keinen Publikumsverkehr gibt, kommen bei uns keine Spenden herein. Im Künstlerhaus steht jedoch eine Spendenbox, in die auch wirklich regelmäßig etwas hineingeworfen wird.

Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei oder gibt es ein beschränktes Kontingent?Wenn es möglich ist, bieten wir einen völlig freien Zugang an. Doch bei manchen Dingen ist es, da wir ein sehr kleiner Verein sind, leider unmöglich, sie kostenlos anzubieten. Bei unseren Kinderferienprogrammen zum Beispiel sind wir einfach auf Einnahmen angewiesen. Diese Dinge können wir den Kulturpassbesitzern daher nur kostengünstiger anbieten.   

 

Kontakt: www.salzburger-kunstverein.at

 

Mai 2008

 

 

JazzIt für alle

Das JazzIt macht bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit. Hannah Mautner im Gespräch mit Jazzit-Chef Andreas Neumayer.

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus?

Ich bin durch Reinhold Tritscher, einen der Initiatoren, auf die Aktion aufmerksam geworden. Mir gefiel die Idee gut, also dachte ich, wir sollten uns beteiligen.Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei oder gibt es ein beschränktes Kontingent?Wir vergeben zwei Karten pro Veranstaltung, und diese müssen spätestens einen Tag vorher persönlich abgeholt werden. Wir haben immer wieder sehr viele Anmeldungen, doch es ist einfach nicht möglich, fünf oder zehn Freikarten zu vergeben. Wir müssen auch genügend Plätze verkaufen.Was wäre nötig, um einen unbeschränkten Zugang zu ermöglichen? Die Aktion müsste stärker subventioniert werden, oder es bräuchte einen Sponsor. Ansonsten können es sich die teilnehmenden Kulturstätten einfach nicht leisten, unbeschränkt Freikarten zu vergeben.

 

Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei oder gibt es ein beschränktes Kontingent?

Wir vergeben zwei Karten pro Veranstaltung, und diese müssen spätestens einen Tag vorher persönlich abgeholt werden. Wir haben immer wieder sehr viele Anmeldungen, doch es ist einfach nicht möglich, fünf oder zehn Freikarten zu vergeben. Wir müssen auch genügend Plätze verkaufen.

 

Was wäre nötig, um einen unbeschränkten Zugang zu ermöglichen?

Die Aktion müsste stärker subventioniert werden, oder es bräuchte einen Sponsor. Ansonsten können es sich die teilnehmenden Kulturstätten einfach nicht leisten, unbeschränkt Freikarten zu vergeben.

 

Wie groß war bei Ihnen das Spendenaufkommen für die Aktion?

Bei uns wird die Spendenbox hauptsächlich als Kaffeekasse benutzt, denn es wird praktisch nichts gespendet. Ich denke, das liegt teilweise daran, dass viele Menschen die Aktion nicht kennen, und teilweise an der mangelnden Bereitschaft, dafür zu spenden. Die Besucher müssen ja bereits ihre eigene Eintrittskarte bezahlen. Doch durch die Beschränkung auf zwei Karten pro Konzert haben wir keinen großen Verlust.    

 

April 2008

 

 

Schauspielhaus für alle

Die Arge macht bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit. Hannah Mautner im Gespräch mit Schauspielhaus-Spielleiter Christoph Batscheider.

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus? Unser Nutzen, den wir aus der Aktion ziehen, ist nicht besonders groß, doch darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass Kunst und Kultur zu den Grundrechten gehören und dass, besonders in unserer Gesellschaft, die sich das problemlos leisten kann, der Zugang dazu jedem möglich sein sollte.



Welche Erfahrungen haben Sie mit der Aktion gemacht?
Bei uns herrscht weder ein wahnsinnig großer Andrang an Kulturpassbesitzern noch ist das Spendenaufkommen besonders hoch. Doch die Erfahrungen sind trotzdem recht gut. Denn diejenigen, die das Angebot nutzen, sind immer sehr froh und dankbar, dass sie die Gelegenheit hatten, ein Theater zu sehen, und es geht uns nicht darum, die "Verluste" unbedingt wieder durch Spenden hereinzuholen.

 

Was glauben Sie, ist der Grund für das geringe Spendenaufkommen?
Ich denke, dass für viele ein Theaterbesuch so selbstverständlich ist, dass sie sich keine Gedanken darüber machen, dass es ja auch Menschen gibt, die sich so etwas gar nicht leisten können. Außerdem gibt es so viele andere Dinge, für die um Spenden geworben wird. Besonders Hunger auf Kunst und Kultur steht immer in einer starken Konkurrenz, denn die meisten Kulturinstitutionen sammeln ja auch Geld für eigene Projekte. Man kann nicht sagen, dass die Salzburger nicht großzügig wären, doch die Menschen können ja nicht für alles spenden.

 

März 2008

 

 

Arge für alle

Die Arge macht bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit. Hannah Mautner im Gespräch mit der Arge-PR-Verantwortlichen Elfi Eberhard.

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus?

Es ist eine tolle Aktion, und wenn man sich die Werte und Ideologien der ARGEkultur ansieht, ist völlig klar, dass sie sich beteiligt.



Welche Erfahrungen haben Sie mit der Aktion gemacht?
Durch die Beschränkung hatten wir zum Teil Schwierigkeiten mit der Gerechtigkeit bei der Kartenvergabe. Es passierte, dass immer wieder die gleichen Kulturpassbesitzer sich Karten holten, und somit nie andere die Möglichkeit hatten, eine Veranstaltung bei uns zu besuchen.
Teilweise war natürlich auch große Frustration da, wenn jemand zur Abendkassa kam, es aber keine Karten mehr gab. Doch mit der Zeit hat es sich herumgesprochen, dass eine Anmeldung nötig ist und es ein Kontingent gibt. Mittlerweile haben wir kaum mehr Schwierigkeiten. 



Wie groß war bei Ihnen das Spendenaufkommen für die Aktion?
Bei uns gibt es ein Kartenkontingent von höchstens zwei Karten pro Veranstaltung. Im Jahr 2007 wurden bei unseren insgesamt 44 Veranstaltungen bereits 81 Kulturpass-Karten vergeben. Hätten wir diese Karten verkauft, hätten wir 1200 Euro eingenommen. Mehr Karten zu vergeben könnten wir uns einfach nicht leisten.      

 

Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei oder gibt es ein beschränktes Kontingent?
Obwohl wir die Aktion überall – auf unserer Homepage, in unserem  Folder usw. – erwähnen, ist das Spendenaufkommen extrem gering

 

Februar 2008

 

 

Theater ecce für alle

Das Kino macht bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit und vergibt von allen Kulturstätten die meisten Karten. Hannah Mautner im Gespräch mit Theater ecce-Chef Reinhold Tritscher.

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus?

Theater ecce arbeitet schon seit Jahren an der Grenze zwischen Kunst- und Sozialbereich. Ich musste durch Menschen, die bei unserem Theater mitspielen, hautnah erleben, dass sich viele Menschen Theater-, Kino- oder Konzertbesuche einfach nicht leisten können. Oft wurde sogar ich gefragt, ob ich ihnen nicht die Karten bezahlen könnte. Da war ich sehr schockiert, dass es in einem reichen Land wie unserem vielen nicht möglich ist, Kunst und Kultur zu genießen.
Außerdem ist es für uns natürlich von Nutzen, wenn wir neue Publikumsschichten gewinnen können.



Welche Erfahrungen haben Sie mit der Aktion gemacht?
Der Kulturpass wird bei uns eigentlich recht häufig genutzt, da wir immer wieder mit Gesellschaftsgruppen arbeiten, die eher am Rand stehen. Dadurch ist einfach die Schwellenangst geringer als zum Beispiel im Festspielhaus.
Nachdem wir die Initiatoren der Aktion sind und sie daher auch oft mit uns verbunden wird, ist das Spendenaufkommen etwas höher als in vielen anderen Kulturstätten. Doch auch bei uns ist es nicht überragend. Wobei ich zugeben muss, dass wir nicht viel Werbung dafür gemacht haben. Unsere Mittel reichen einfach nicht aus, um eine große Spendenaktion zu starten.



Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei oder gibt es ein beschränktes Kontingent?
Bis jetzt gab es die Notwendigkeit, den Zugang zu kontingentieren, noch nicht. Sollte es einmal eine besondere Produktion geben, für die zum Beispiel nur 60 Plätze frei sind, wären wir gezwungen, ein Kontingent zu setzen. Grundsätzlich gibt es so etwas aber nicht. Wir haben noch nie einen Kulturpassbesitzer nach Hause geschickt und haben das auch in Zukunft nicht vor.       

 

Jänner 2008

 

 

Rockhouse für alle

Das Rockhouse macht bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit. Hannah Mautner im Gespräch mit Rockhouse-Chef Wolfgang Descho.

 

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus?

Kultur ist wie ein Lebensmittel, etwas, das jeder Mensch braucht. Viele können sich dieses Lebensmittel aber nicht leisten, weil es ihnen an dem nötigen Geld fehlt. Nachdem es eine Institution gibt, die kontrolliert, wer wirklich das Recht auf einen Kulturpass hat, beteiligen wir uns gern an der Aktion. Sie ist eine tolle Möglichkeit, eine Vergabe kostenloser Karten für Menschen, die sich sonst keine Kultur leisten könnten, auf faire und kontrollierte Weise zu ermöglichen.

Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei, oder gibt es ein beschränktes Kontingent?

Die Nachfrage ist zwar insgesamt nicht gering, doch für einzelne Konzerte gab es noch nie mehr als fünf Anfragen. Das heißt, bisher war die Frage „kontingentiert oder unbeschränkt?“ noch gar kein Thema. Würden zum Beispiel plötzlich hundert Anfragen für ein Konzert hereinkommen, wäre es uns natürlich nicht möglich, allen eine Karte zu geben, sonst wären nicht einmal unsere Ausgaben gedeckt.
Auch wenn Konzerte ausverkauft sind, müssen wir natürlich ablehnen. Doch in dieser Situation bekommt niemand mehr Karten, auch kein zahlender Kunde.

Was wäre nötig, um einen unbeschränkten Zugang zu ermöglichen?

Von den 1.800 Euro, die wir eingenommen hätten, wenn die vergebenen Karten verkauft worden wären, kamen genau 18 Euro durch Spenden von Besuchern wieder herein, 10 Euro davon waren von mir. Mir ist klar, dass es unmöglich ist, den gesamten Betrag durch Spenden zu decken, doch ein etwas höheres Spendenaufkommen wäre natürlich wünschenswert.  

  

November 2007

 

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Kino für alle

Das Kino macht bei der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" mit und vergibt von allen Kulturstätten die meisten Karten. Hannah Mautner im Gespräch mit Das-Kino-Chef Michael Bilic.

 

Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur, welchen Nutzen ziehen Sie daraus?

 

Als die Aktion vorgestellt wurde und sich auch einige Organisationen beteiligten, wollten wir uns nicht abgrenzen. Finanziell gesehen haben wir natürlich keinen Nutzen, aber mir gefällt die Idee, dass auch einmal andere Menschen unser Kino besuchen können, die sonst keine Möglichkeit hätten. So haben auch Menschen, die es sich sonst nicht leisten könnten, die Gelegenheit, interessante Filme zu sehen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Aktion gemacht?

Bei uns wird der Kulturpass sehr stark genutzt, von 1. Februar 2006 bis 31. Dezember 2006 wurden 1.129 Freikarten vergeben. Was wir bisher als weniger positiv erlebten, war, dass die Motivation mancher Kulturpass-Besucher weniger der „Hunger auf Kultur“ ist, als vielmehr die Möglichkeit, ein Weilchen im warmen Kinosaal zu schlafen. Doch im Großen und Ganzen läuft die Aktion sehr gut, mit 90 Prozent der Leute gibt es keine Probleme.

Ist der Zugang zu kostenlosen Karten frei, oder gibt es ein beschränktes Kontingent?

Ein Kontingent gibt es nicht, doch Kulturpassbesitzer haben nicht die Möglichkeit, Karten zu reservieren. Das heißt, wenn für eine Vorstellung bereits alle verfügbaren Karten reserviert wurden, können keine Freikarten mehr vergeben werden. Das ist zwar eine Benachteiligung, aber anders könnten wir es nicht finanzieren.

Wie groß war bei Ihnen das Spendenaufkommen für die Aktion?

Wir sammeln keine Spenden für „Hunger auf Kunst und Kultur“. Erstens verursacht die Aktion für uns kaum Kosten, es ist also nicht notwendig, Geld dafür einzunehmen. Wir wollen nicht daran verdienen. Zweitens fände ich es ungerecht, wenn diejenigen, die sowieso schon durch den Kauf der Kinokarte Kultur unterstützen, wieder zur Kasse gebeten werden.  

 

Oktober 2007