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Verkäufer machen Radio

Jeden zweiten Dienstag des Monats ist Apropos ab 18 Uhr auch zu hören:

Verkäufer machen Radio in der radiofabrik.

 

Zu empfangen unter 107,5 und 97,3 MHz sowie im Kabelnetz unter 98,6MHz.

Die Sendung wird immer am darauffolgenden Mittwoch ab 7.30 Uhr wiederholt.

 

Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

Verkäufer machen Radio

15 Jahre Vinzibus

In unserer letzten Sendung am 8. Dezember hatten wir live zu Gast im Studio der Radiofabrik die Koordinatorin vom Vinzibus Salzburg, Gertraud Scheichl.
365 Tage im Jahr versorgt der Vinzibus hier in der Stadt Salzburg jeden Abend Menschen, die in Armut leben, mit Essen und einem Getränk.
Wir ließen in dieser Sendung die letzten 15 Jahre Revue passieren.
Es war im Dezember im Jahre 2000, als der Vinzibus das erste Mal am Andräplatz stand. Die Idee, dass Salzburg einen Vinzibus braucht, stammt eigentlich vom Grazer „Armen-Pfarrer“ Pucher, der den Vinzibus zusammen mit vier Jugendlichen, die damals ihr freiwilliges soziales Jahr machten, nach Salzburg schickte. Die vier Jugendlichen hatten auch den Auftrag, mit dem Vinzibus Kontakte zu den Klöstern und den Stadtpfarren zu knüpfen.
Nach diesem Jahr übernahm dann Frau Scheichl, die ja zu Pfarrer Pucher von Anfang an Kontakt hatte, den Vinzibus. So stand der Vinzibus acht Jahre lang jeden Abend am Andräplatz, bis es dann plötzlich hieß, dass der Vinzibus weg muss, weil sich Anrainer beschwert haben. Nach 3-monatiger Suche hat dann der Vinzibus einen neuen Standplatz beim „Bürgerspitalhof“ bekommen.
Wo er bis zum heutigen Tag auch steht und täglich rund 45 Menschen mit belegten Broten und einem Getränk versorgt. Die Verpflegung, die der Vinzibus verteilt, wird unterstützt und zubereitet von sechs Klöstern, 17 Stadtpfarren und vielen Privatpersonen. Der Vinzibus Salzburg ist in all den Jahren nie ausgefallen und hat in den letzten 15 Jahren hochgerechnet 432.000 Brote und 43.800 Liter Getränke an arme Menschen verteilt.
Was wir Radiomacher als eine großartige Leistung ansehen, weil alles, was da passiert, auf ehrenamtlicher Basis geschieht.

 

 

 

Wir machen Radio

"Neue fremde Heimat"

 

In unserer Sendung am 10. November hatten wir die Geschäftsführerin des Vereins „Rettet das Kind Salzburg“, Andrea Drexel, und den Apropos-Verkäufer Kurt Mayer zu Gast. In dieser Sendung ging es darum, wie man jugendliche kriegstraumatisierte Flüchtlinge am besten bei uns aufnimmt und in unsere Gesellschafft eingliedern kann.
Frau Drexel erzählte: „Unseren Verein gibt es seit fast 60 Jahren – so lange haben wir Erfahrung in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit sozialen, körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen. Das Thema „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“, ist aber erst in den letzten ein bis zwei Jahren für uns aktuell geworden. Die neue Herausforderung finden wir sehr spannend und freuen uns darauf. Im Moment leben bei uns 22 Burschen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren in verschiedenen Betreuungseinrichtungen. Alle davon sind „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“. Ab Januar werden wir mit einem neuen Projekt in St. Gilgen starten und nochmals bis zu 70 Jugendliche mit Fluchthintergrund aufnehmen.
Immer wieder stellt man uns die Frage, warum keine Mädchen alleine nach Österreich kommen. Die Antwort darauf ist, dass die Familien immer den stärksten der Familie losschicken, der auch am ehesten die mühsame Flucht auf sich nehmen kann. Ganz viele von ihnen machen hier bei uns ihren Pflichtschulabschluss, denn der ist die Voraussetzung für jede Ausbildung. Deutsch lernen ist für alle von ihnen die wichtigste Aufgabe. Sie müssen hier in Österreich wieder ganz von vorne anfangen, in ihren Heimatländern sind sie teilweise ins Gymnasium gegangen. Der Wunsch aller ist es, hier zu bleiben, hier zu arbeiten und sich bei uns zu integrieren.“
Wir Radiomacher stellten auch die Frage, wie hoch die psychischen Schäden bei den jungen Kriegsflüchtlingen sind und wie der Verein damit umgeht. Frau Drexel antwortete: „Natürlich haben viele dieser jungen Menschen schlimme Kriegserfahrungen gemacht und teilweise auch Angehörige verloren. Auch die Trennung von der eigenen Familie war für sie sehr schwierig. Unsere Mitarbeiter sind alle ausgebildete Pädagogen, Sozialarbeiter und Psychologen und versuchen, ganz einfühlsam auf die jungen Männer einzugehen. Obwohl wir wissen, dass wir die Familie natürlich nie ersetzen können!“
Wir wollten in dieser Sendung aber auch wissen, ob auch in diesem Jahr im Europark wieder eine Sammelaktion vom Verein „Rettet das Kind Salzburg“ stattfindet. Frau Drexel dazu: „Ja, natürlich, die Aktion geht bereits ins vierte Jahr und bisher sind über 100.000 Euro zusammengekommen. Darauf sind wir natürlich sehr stolz! Heuer konzentrieren wir uns auf die Klassiker der letzten Jahre: Spendentrichter, Vanillekipferl, Punschstand, Apfelbauern und natürlich Antenne Salzburg.“

Wir haben in dieser Sendung auch den Apropos-Verkäufer Kurt Mayer (der ja täglich im Europark steht) befragt, welche Eindrücke er bei dieser Aktion sammelt. Kurt Mayer antwortete: „Ich finde diese Spendenaktion großartig, vor allem, weil sie von so vielen Menschen unterstützt wird. Was ich am besten finde, ist dieser Spendentrichter, wo die Leute ihre kleinen und auch die großen Münzen auf die Reise schicken können, um die Aktion ‚Rettet das Kind‘ zu unterstützen!“

 

 

 

Wir machen Radio

Wie geht es unserer Mittelschicht?

 

Am 13. Oktober hatten wir live im Studio der Radiofabrik den Salzburger Armutsforscher Robert Buggler zu Gast. Als wir Herrn Buggler die Frage stellten, ob es seiner Meinung nach richtig ist, dass es unserer Mittelschicht zunehmend schlechter geht, bekamen wir Folgendes zur Antwort:

    „Ich denke, da muss man ein bisschen ausholen. Es ist ein bisschen differenzierter und komplexer, als dass Aussagen wie ‚der Mittelstand bröckelt‘ oder ‚dem Mittelstand geht’s immer schlechter‘ die Situation beschreiben könnten. Das Spannende ist ja, dass alle über die Mittelschicht reden, weil sich die Mehrheit der Bevölkerung dem Mittelstand zugehörig fühlt. Wenn man Umfragen in der Bevölkerung macht, dann wollen die meisten in der Mittelschicht sein. Die Armen wollen nicht arm sein, die sagen, mir geht’s eigentlich besser, als es mir wirklich geht. Und die Reichen wollen auch nicht wirklich zugeben, dass sie zu den Reichen gehören. Wir wollen immer alle ein Teil der Mittelschicht sein, daher ist es auch in der Politik so beliebt, die gesellschaftliche Mitte anzusprechen, weil da auch jeder sein will.
Es geht einfach darum, wie die Wohlstandsgewinne in unserer Gesellschaft (die wir in unserem Land ja haben) verteilt werden. Und wenn ich auf die Löhne und Gehälter zu sprechen komme, dann sehen wir, dass immer mehr von dem Lohn- und Gehaltskuchen, der pro Jahr eingenommen wird, an die geht, die gut verdienen.
Das ist ein Ungleichgewicht. Die Armen werden nicht ärmer, aber sie haben keine Chance, aus dieser Situation rauszukommen. Und die Reichen werden sozusagen noch ein Stück weit reicher.
Es ist einfach eine Frage der Verteilung der Wohlstandsgewinne.“

Natürlich stellten wir Radiomacher auch die Frage, wie man diesem Zustand gegensteuern kann. Herr Buggler meinte dazu, man müsste genau diese Wohlstandsgewinne und die Frage der Teilhabechancen wieder besser verteilen:

    „Also müssen wir, wenn man sich jetzt auf den Arbeitsmarkt konzentriert, schauen, wie die Löhne und Gehälter besser verteilt werden können. Denn eines ist klar: Wir haben auch hier eine Spaltung. Wir haben diejenigen, die gut abgesichert sind und Vollzeitarbeitsplätze haben und zum Teil auch pragmatisiert sind. Und dann haben wir die, die Teilzeitarbeitsplätze haben oder Leiharbeit – die am Arbeitsmarkt nicht das erwirtschaften können, was sie müssten, damit es zum Leben reicht. Da kann man ja zum Beispiel über eine Umverteilung der Arbeitszeit reden. Außerdem gehört bei den Steuern ebenfalls etwas getan. Wir brauchen Vermögenssteuern, und wir müssen investieren, wo es um die Bildungschancen unserer Kinder geht.

Der Punkt, der ganz wichtig ist, ist der der Umverteilung. Wir brauchen mehr Umverteilung, damit man auch diese Stimmung und diesen Diskurs ein wenig aus der Öffentlichkeit kriegt. In einer Gesellschaft, in der möglichst viele das Gefühl haben, dass es gerecht zugeht, muss man nicht nach unten treten, sondern da kann man auch ein Stück Solidarität leben.“

 

 

 

Wir machen Radio

"Selbstbewusst und aufgeklärt"

 

Am 8. September war Robert Steiner vom Verein „Selbstbewusst“ zu Gast bei uns im Studio der Radiofabrik. Der Verein Selbstbewusst bietet Workshops zur altersgemäßen Aufklärung von Kindern und Jugendlichen und Workshops für die Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch an, die an Schulen durchführt werden. Zu diesen Workshops gehören natürlich auch Elternabende, die mit den Eltern und PädagogInnen gestaltet werden, um über das Thema Aufklärung zu sprechen. Fragen wie „Wie gehe ich mit diesem Thema mit meinem Kind um? Was heißt Prävention von sexuellem Missbrauch?“ und viele andere werden dabei behandelt.
Wir Radiomacher stellten in dieser Sendung die Frage: „Ab welchem Alter kann man mit Kindern arbeiten, wenn es um dieses Thema geht?“

Robert Steiner antwortete: „Prinzipiell muss man unterscheiden zwischen der sexuellen Aufklärungsarbeit und der Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch. Die Aufklärung sollte immer da sein für das Kind, das fängt schon vor der Schulzeit an, wenn es z. B. um das Thema Schwangerschaft geht oder wenn Kinder bei älteren oder jüngeren Geschwistern sehen, dass sie nackt anders aussehen als sie selber. Wenn man diese Aufklärung so verfolgt, dann ist das der erste Schritt zur richtigen Prävention, weil Kinder zum eigenen Körper stehen können und auch die Dinge benennen können. Wir vom Verein Selbstbewusst beginnen mit den Kindern bereits in der ersten und zweiten Klasse Volksschule zu arbeiten mit dem Workshop ‚Ich bin Ich‘, wo wir sehr stark Täter mit einbeziehen und die Pädagoginnen und Pädagogen und dann spielerisch die Kinder langsam an das Thema heranführen.“ Prinzipiell kann man davon ausgehen, dass jedes vierte Mädchen und jeder siebte Bube einem sexuellen Übergriff zum Opfer fällt, daher haben wir uns vom Radio die Frage gestellt, warum man diese Workshops nicht allgemein als fixen Bestandteil des Lehrplanes aufnimmt. Herr Steiner dazu: „Ja, das ist immer wieder so ein Thema. Sexuelle Aufklärung in der Schule, da gibt‘s Pro und Kontra. Vom Stammtisch bis hin zu Experten gibt es die Diskussionen, was gut ist und was nicht. Fakt ist, im Lehrplan ist die sexuelle Aufklärung enthalten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es gut ist, wenn von außen wer dazukommt, der mit den Kindern über dieses Thema spricht. Es entsteht dann so ein schönes pägagogisches Dreieck aus Eltern, Pädagogen und Experten. Die Kinder fühlen sich dann wohl und können eigentlich sehr genau abschätzen, wen sie was fragen. Was wahrscheinlich schon gemacht werden sollte, ist, dass dieses Thema mehr in die Ausbildung der PädagogInnen aufgenommen werden sollte. Da merkt man schon, da gibt es Berührungsängste der PädagogInnen, weil sie oft nicht wissen, wie sie mit dem Thema umgehen sollen, wenn sich ein Kind wirklich öffnet. Es wäre wichtig zu klären, wer in so einem Fall ihre Anlaufstellen sind oder wie sie mit den Eltern des Kindes sprechen sollten. Da gehört vielleicht ein wenig mehr getan für die Pädagoginnen und Pädagogen in der Ausbildung. Wir vom Verein Selbstbewusst bieten aber auch Workshops für Pädagoginnen und Pädagogen an.“ Genauere Informationen gibt es unter kontakt(at)selbstbewusst.at oder www.selbstbewusst.at

 

 

 

Wir machen Radio

"Altersarmut"

 

In unserer letzten Sendung, am 11. August, hatten wir live zu Gast im Studio der Radiofabrik Frau Kathrin Hagn vom Verein „Volkshilfe Salzburg“. Wir wollten in dieser Sendung wissen, was eigentlich die Gründe dafür sind, dass alte Menschen sehr oft von Altersarmut betroffen sind.
Frau Hagn dazu: Es gibt eine Reihe von Faktoren, die Armut begünstigen. Wie schon grundgelegt in einer armen Familie geboren zu sein, niedrige oder wenig Bildung zu erfahren oder unterbrochene Erwerbszeiten zu haben wie es oft bei Frauen der Fall ist. Aber Armut ist auch sehr oft ein Mangel an Zugänglichkeiten und Informationen. Und das ist gerade bei alten Menschen das Stichwort, denn es gibt viele alte Menschen, die gar nicht den entsprechenden Zugang zu solchen Informationen haben wie z. B. Internet. Es ist schwierig für ältere Menschen, sich in der Flut der Informationen zurechtzufinden.

Es ist aber auch oft so, dass viele ältere Menschen Scham dabei empfinden, für sich selber etwas einzufordern oder in Anspruch zu nehmen, und Angst haben Ihre Autonomie und Ihre Selbstständigkeit zu verlieren und sich dann als Systemausbeuter zu fühlen, weil sie etwas in Anspruch nehmen, was ihnen in Wahrheit aber eigentlich zusteht. Altersarmut ist auch ein Thema, das für die Zukunft wichtig werden wird, weil es ja auch prekäre Lebensverhältnisse gibt und das ja auch für die Zukunft neue Herausforderungen mit sich bringen wird.

 

 

 

Wir machen Radio

"Lebensumstände und Rythmen"

 

 

In unserer letzten Sendung am 14. Juli stellten wir uns die Frage: „Entwickeln Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen, einen eigenen Lebensrhythmus?“ Wir haben zu diesen Thema Apropos-Verkäufer Jürgen Kling live ins Studio der Radiofabrik eingeladen. Als wir Jürgen fragten, wie er es schafft, mit seinem kleinen Einkommen durch den Monat zu kommen, bekamen wir zur Antwort: „Ich denke mir, du musst dein Leben den Finanzen anpassen und nicht umgekehrt, denn sonst bist du gleich einmal in der Schuldenfalle. Zum Beispiel kann ich mir nicht immer den teuersten Kaffee leisten, sondern trinke halt dann ein paar Tage nur Tee. Es ist klar, dass ich beim Einkaufen die Angebote nutze. Wenn es 50 Prozent Rabatt gibt, dann schlägt man natürlich zu. Nur kann man da als Einzelperson auch nicht in solchen Mengen kaufen, weil es schade wäre, wenn man beim Einkaufen Geld eingespart hat und dann viele Lebensmittel wegschmeißen muss.“

Wir Radiomacher stellten in dieser Sendung einfach mal die Frage in den Raum: „Wird Menschen mit wenig Einkommen der Lebensrhythmus aufgedrängt oder entwickeln Betroffene einen ganz eigenen Rhythmus in dieser Situation?“ Jürgen Kling erklärte: „Der Rhythmus wird dir automatisch aufgedrängt, er schleicht sich im Endeffekt ein. Man hat ja heutzutage kaum noch Zeit, dass man sich richtig Gedanken darüber macht, was einem alles irgendwie zugeschustert wird. Ein gewisser Rhythmus wird einem tatsächlich aufgedrängt, man muss schließlich essen und ein Dach über dem Kopf braucht man auch. Wenn dann aber z. B. eine Jahresabrechnung von der Wohngenossenschaft kommt, und da wieder 50 Euro mehr drauf sind, das wirft dann deinen Rhythmus ganz gewaltig durcheinander.” Was uns persönlich in dieser Sendung am meisten unter die Haut ging, war Jürgens Antwort auf die Frage, was für ihn Armut bedeutet: „Ich war selber drei Jahre auf der Straße, das ist dann Armut, wo man wirklich nichts hat – gar nichts. Man schlägt sich trotzdem irgendwie durch. Armut fängt für mich ja eigentlich an, wenn ich wirklich am Essen sparen muss, damit ich meine Miete zusammenbekomme. Das ist allgegenwärtig, weil Rechnungen flattern immer wieder rein. Das ist Armut, wenn man sich dann geistig so fertigmacht, weil man nicht mehr weiß, wie man es zahlen soll … “

 

 

 

Wir machen Radio

„Der moderne Strafvollzug“


In unserer letzten Sendung am 9. Juni hatten wir zu Gast im Studio der Radiofabrik Oberst Dietmar Knebel, den Leiter der Justizanstalt Salzburg. Auf unsere Frage, wie im modernen Strafvollzug die Entlassung eines Häftlings unterstützt wird, antwortete er: „Vielfältig in der Art und Weise, dass jemand, der bei uns ist, schon während seiner Haftzeit in einen Arbeitsprozess integriert wird. Das ist schon einmal der erste wesentlicher Faktor im Strafvollzug. Der zweite ist, dass er einen geregelten Tagesablauf vorgelebt bekommt, und sich auch da zurechtfinden muss. Vor der Entlassung gibt es dann die Möglichkeit, dass er schon Außenkontakte hat, also mit Angehörigen oder verschiedenen sozialen Einrichtungen, bis hin zum sogenannten Freigang, wo jemand für einen privaten Auftraggeber arbeitet und lediglich – sehr salopp formuliert – bei uns übernachtet, so dass dann der Übergang von der Haft ins freie Leben möglichst reibungslos funktioniert.“
Wir Radiomacher stellten dazu auch die Frage, was Firmen überhaupt dazu veranlasst, Häftlinge einzustellen. Oberst Knebel dazu: „Es passiert ungefähr so, wie auf Leiharbeiterbasis, wenn Firmen oft kurzfristig einen Bedarf haben an mehr Personal, das aber zeitlich sehr beschränkt ist, und der Arbeitsmarktservice das dann nicht zur Verfügung stellen kann. Dann können wir das, weil Freigang bekommen nur jene Insassen, bei denen wir keine Gefährlichkeit mehr annehmen.“
Wir stellten aber auch die Frage, wie es um die Zukunft der elektronischen Fußfesseln in unserem Land bestellt ist. Oberst Knebel erklärte: „Gesetzlich gesehen gibt es die Fußfessel erst seit vier Jahren. Ich kann sagen, dass die Fußfessel eine Erfolgsgeschichte ist und sicherlich noch Ausbaupotential hat. Ich persönlich halte es für eine sehr sinnvolle Einrichtung im österreichischen Strafvollzug, weil jemand nicht aus seinem sozialem Umfeld herausgenommen werden muss und dann in eine geschlossene Einrichtung wie eben ins Gefängnis kommt.

Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

Wir machen Radio

"Einen ausgesetzten Kaffee bitte!"

 

Was versteht man unter einer solchen Bestellung eigentlich? Tatsächlich steht hinter diesem Satz sehr viel soziales Engagement. Das hat uns Radiomacher natürlich aufmerksam gemacht. Am 12. Mai hatten wir live zu Gast im Studio der Radiofabrik Philipp Zezula von der Academy Bar in der Franz-Josef-Straße.
Herr Zezula erzählte uns: „Der Begriff ‚ausgesetzter Kaffee‘ ist eine Übersetzung des italienischen Begriffs ‚Sospeso‘ oder vom Englischen Begriff ‚Suspended Coffee‘. Im Prinzip geht es darum, dass Menschen einen Kaffee kaufen können, den sie nicht trinken, und andere Menschen, die sich keinen leisten können, diesen Kaffee dann in Anspruch nehmen können. Wir von der Academy Bar haben davon vor circa einem halben Jahr erfahren und haben uns gedacht, das wäre eine gute Idee, das auch in Salzburg zu machen. Vor etwa zwei Monaten haben wir dann beschlossen, das auch wirklich umzusetzen. Die Idee des ausgesetzten Kaffees wird von den Gästen von der Geberseite her sehr gut angenommen, am Anfang war eher das Problem, dass keiner gekommen ist, der den Kaffee in Anspruch genommen hat. Wir haben uns dann gedacht, sammeln wir einfach mal die ganzen ausgesetzten Kaffees, und wenn dann schon sehr viele zusammen sind, dann finden wir einen Weg, wie wir die Kaffees an die betroffenen Menschen verteilen und die Aktion publik machen.“ Auch Apropos war mit seinen Verkäufern in die Academy Bar eingeladen, um dort die „ausgesetzten“ Kaffees zu trinken. Jeder, der dabei war, hat die Atmosphäre sehr genossen. Wir Radiomacher stellten bei dieser Sendung aber auch kritische Fragen, z.B.: Darf jeder Mensch einen ausgesetzten Kaffee in Anspruch nehmen? Schämt sich ein Mensch nicht, wenn er in ein Lokal geht und sich einen ausgesetzten Kaffee bestellt? Wie reagieren da die anderen Gäste? Herr Zezula dazu: „Die Idee des ausgesetzten Kaffees ist genau aus diesen Gründen sehr simpel aufgebaut. Vor unserm Eingang hängt eine Tafel, auf der man sieht, wie viele Kaffees verfügbar sind, man muss eigentlich nur sagen: ‚Einen Kaffee von der Tafel.‘ Übrigens kann man sich statt Kaffee auch was anderes bestellen, nur keine alkoholischen Getränke. Dieses Angebot gilt grundsätzlich für jeden Menschen. Es ist eine Aktion von Menschen für Menschen, und wir bieten quasi die Plattform, auf der das passieren kann.“
Die Academy Bar gilt hier in Salzburg als Vorreiter, was soziales Engagement betrifft. Wir Radiomacher sind schon sehr gespannt, wie sich diese Idee bewährt, und wie viele Gastronomen mitziehen werden. Fest steht für uns: Es würde vielen Menschen guttun, die am Rande unserer Gesellschaft leben, mal einen Kaffee trinken zu gehen, die Atmosphäre zu genießen und sich zu unterhalten, denn Einsamkeit ist auch eine Form der Armut!

 

 

 

Wir machen Radio

"Unterwegs als Apropos-Botschafter Teil 2"

 

Abgesehen davon, dass ich und meine Frau sehr oft in Schulen eingeladen werden, um dort Vorträge über Apropos und unser Leben abzuhalten, machen wir auch seit vier Jahren eine monatliche Radiosendung in der Radiofabrik. Die Sendung „Apropos – das Straßenmagazin“ wird jeden zweiten Dienstag um 18 Uhr ausgestrahlt. In dieser Sendung geht es in erster Linie um soziale Themen: Es geht um Menschen, die von Armut betroffen sind, um Aufklärung für Menschen in dieser Situation und Gespräche über aktuelle Themen der Straßenzeitung. Um all diese Gespräche optimal auszureizen, schreiben wir fast in jeder neuen Apropos-Ausgabe über die Themen unserer Radiosendung. Auf diese Art und Weise versuchen wir möglichst viele Menschen zu erreichen. Das Schöne daran ist, dass wir während des Zeitungsverkaufs auf der Straße sehr oft zu diesen Themen angesprochen werden. So entstehen mitten auf der Straße sehr informative Gespräche, die auf Gegenseitigkeit beruhen, weil ich auf diese Art und Weise ständig auf neue Ideen komme, wie ich neue Sendungen gestalten könnte. Als ich vor vier Jahren angefangen habe Radio zu machen, war ich schon ein wenig skeptisch, weil ich dachte, dass uns nach ein paar Monaten die Ideen ausgehen. Ich habe aber sehr bald festgestellt, dass das genaue Gegenteil der Fall ist, weil ein Thema zum anderen führt. Und egal, um was es auch gegangen ist, wir haben immer einen Gast eingeladen, der konkret zu unseren Fragen antworten konnte, also echte Profis in ihren Berufen, sodass ganz sicher auch jeder Zuhörer verstehen konnte, warum manche Dinge so sind, wie sie sind. Besonders wenn es um das Thema Armut geht, ist Aufklärung sehr wichtig. Daher bin ich auch sehr nachdenklich, wenn ich zu so einer Sendung die Fragen zusammenschreibe. Unsere Fragen sind anders als bei anderen Radiosendungen, und zwar aus dem ganz einfachen Grund, weil wir wollen, dass der Betroffene einen Nutzen daraus ziehen kann, egal, in welcher Form auch immer. Besonders schön finde ich, dass uns in den vier Jahren noch nie ein Gast versetzt hat. Wir bekamen immer, bei jeder Anfrage, sofort ein „Ja, ich komme gerne“.

In unserer letzten Sendung am 14. April hatten wir den Leiter des Vereins Neustart Salzburg, Hannes Bernegger, live zu Gast im Studio der Radiofabrik. In dieser Sendung ging es darum, wie sinnvoll es eigentlich ist, Jugendliche, die mit dem Gesetz in Konflikt kommen, zu inhaftieren und welche Initiativen es überhaupt gibt, dass man in so einen Fall eine Inhaftierung vermeiden kann. Bernegger dazu: „Wir haben bei Neustart sehr viele Instrumente, die ich dazu aufzählen möchte. Wir beginnen eigentlich schon mit der Schulsozialarbeit, einer präventiven Sozialarbeit, die versucht, den Kindern und Jugendlichen in kritischen und schwierigen Situationen zu helfen, dass es erst gar nicht zu einer Straffällikeit kommt. Darüber hinaus haben wir die diversionellen Maßnahmen. Das heißt, bei mittelschwerer Kriminalität, bei nicht sehr großer Schuld, kann man statt eines Strafverfahrens bei einer Verurteilung auch einen Tatausgleich oder gemeinnützige Arbeit anordnen. Und schließlich haben wir die Bewährungshilfe – wenn es schon zu einer Verurteilung kommt, können die Jugendlichen betreut werden. Das ist dann möglich, wenn sie eine bedingte Strafe erhalten. Und dann haben wir noch unser jüngstes Instrument, auf das ich sehr stolz bin:
Die Sozialnetz-Konferenz. Dabei versuchen wir Jugendliche, die eine schwere Straftat verüben und in Untersuchungshaft kommen, innerhalb der ersten 14 Tage bis zur ersten Haftprüfung herauszu- bekommen, indem wir die Familienangehörigen, Nachbarn, Freunde, Lehrer und Arbeitgeber an einen Tisch einladen, um darüber zu beraten, was auch sie dazu beitragen können, damit der Jugendliche nicht wieder straffällig wird.“ Wir Radiomacher wollten in dieser Sendung aber auch wissen, was sich mit der Eröffnung des neuen Gefängnisses in Puch-Urstein für den Verein Neustart alles verändert. Bernegger erklärte: „Das neue Gefängnis wird eine große Verbesserung. Die baulichen Möglichkeiten in der jetzigen Justizanstalt sind schon seit vielen Jahren völlig unzureichend für den Bedarf. Für uns von Neustart verändert sich aber nicht nur das Positive, wir haben dadurch weitere Wege, wir müssen besser planen. Bis jetzt war es sehr einfach, wir konnten, wenn wir zu einer Hauptverhandlung gingen, auch einen Besuch in der Justizanstalt machen. Diese leichten Möglichkeiten und Wege fallen jetzt weg, das heißt, wir müssen uns gut überlegen, welche und wie viele Klienten wir besuchen.“ Auf unsere Frage, ob der Verein Neustart im neuen Gefängnis in Puch-Urstein auch eigene Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommt, antwortete uns Bernegger: „Bisher gab es für Rechtsanwälte, Seelsorger und Bewährungshelfer einen einzigen Besprechungsraum und da tummelt sich alles. Das ist äußerst indiskret, jeder hört mit, was der Nachbar spricht. Das haben wir schon immer beanstandet, es war baulich aber nicht anders zu lösen. Jetzt im neuen Gefängnis wird es so sein, dass es eine Reihe von Besprechungsräumen gibt. In diesen Räumlichkeiten werden wir auch einen Internetanschluss bekommen, was unsere Arbeit um vieles erleichtert, weil wir gleich auf unser System zugreifen können.“

 

 

 

Wir machen Radio

"Unterwegs als Apropos-Botschafter"

Seit einigen Jahren schon werden meine Frau und ich sehr oft in Schulen eingeladen, um zu erzählen, wie es uns als Apropos-Verkäufer geht. Es findet anfangs immer ein Vortrag statt, was Apropos überhaupt ist und wie die Zeitung organisiert ist. Anfangs habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich eigentlich einen zweistündigen Besuch in einer Schule ausfüllen kann, sodass es für Schüler auch interessant ist und sie etwas für ihr künftiges Leben mitnehmen können.
So hat es sich entwickelt, dass meine Vorträge in drei Teile aufgeteilt sind. Der erste Teil ist immer die Präsentation der Salzburger Straßenzeitung Apropos, weil es viele Schüler gibt, die die Zeitung gar nicht kennen, und die, die sie kennen, erfahren auch einmal genau, wie sie organisiert ist. Im zweiten Teil geht es darum, warum ich und meine Frau überhaupt Apropos-Verkäufer geworden sind. Wir erzählen unsere Lebensgeschichte in einer sehr erfrischenden Klarheit, angefangen von der Kindheit und dem späteren Leben auf der Straße über (meine) mehrjährige Haftstrafen bis hin zur Gegenwart. Das ist für Schüler sehr interessant, weil es viel um Armut geht. Im dritten Teil haben sie die Gelegenheit, zu alledem Fragen zu stellen.
Was Schüler bei diesem Vortrag so hören, ist völliges Neuland. Man hat nicht oft die Gelegenheit, mit einem ehe- maligen Kriminellen über den Knast zu reden, daher muss ich oft aufpassen, dass es nicht nur um dieses Thema geht. Es werden aber auch sehr häufig Fragen gestellt zum Leben auf der Straße oder zu den rumänischen Bettlern und wie wir mit ihnen umgehen. Das Interesse an diesen Vorträgen hat sich derart gesteigert, dass wir auch jedes Jahr einmal einen Vortrag an der Pädagogischen Hochschule machen dürfen, wo sich unsere künftigen Junglehrer immer sehr dafür interessieren. Ab und zu werden wir auch auf die Universität eingeladen, nebenbei betreuen wir Firmengruppen, und einmal sind wir schon in einen Kindergarten eingeladen worden, wo es darum ging, zum Martinsfest den Kindern verständlich zu machen, was Armut in unserer modernen Zeit bedeutet. Aus diesen Gründen gibt es bei meinen Vor- trägen eine verkürzte Version vom Ganzen. Und eine für Erwachsene. Abgesehen davon, dass Schüler und Studenten sehr hohes Interesse zeigen, habe ich die Erfahrung gemacht, dass durch all die verschiedenen Fragen, die mir gestellt werden, mir selber auch einige Dinge bewusster werden. Etwa wie sich ein Mensch, der kriminell-aggressiv und alkoholabhängig war, so zum Positiven verändern kann, wie das bei mir verlaufen ist. Das zu erklären, erfordert viel Nachdenken, überhaupt, wenn man es jemandem erklären soll, der selber nie in einer solchen Situation war. Mir geht es bei solchen Vorträgen darum, dass den Schülern bewusst wird, wie schnell man heutzutage abstürzen kann, und auch darum, wie man es schafft, mit dieser Situation umzugehen. Und außerdem, egal ob Schüler oder Student, jeder Mensch muss im Leben Entscheidungen treffen, dann schadet es auch nicht, wenn er über diese Dinge Bescheid weiß!

 

 

 

Wir machen Radio

"Hilfe der besonderen Art"

 

Uns Radiomachern ist in der Adventszeit aufgefallen, dass in der Löwenapotheke in Lehen, direkt neben den Kassen, eine Spendenbox steht. Wir wollten erfahren, was es damit auf sich hat. Dazu haben wir die Chefin der Löwenapotheke, Martina Höfner, live ins Studio der Radiofabrik eingeladen. Sie erläuterte uns die Idee dazu:
„Es ist mittlerweile fünf Jahre her, als wir uns im Team gedacht haben, dass all diese üblichen Weihnachts-Kundengeschenke immer relativ viel Geld verschlingen. Jeder kennt das, man bekommt eine kleine Seife oder eine Creme. Der eine freut sich mehr, der andere weniger. Wir überlegten uns dann, was man mit dem Geld Sinnvolleres auf die Beine stellen könnte. Nachdem wir auch mit Lieferanten und Geschäftspartnern gesprochen hatten, beschlossen wir, etwas für einen guten Zweck zu machen. Im ersten Jahr der Initiative haben wir dann die Lehener Wärmestube unterstützt, im Jahr darauf behinderte Kinder in Österreich. Wir bekommen dafür auch Ware, deren Verkaufserlös dann in die Spendenbox fließt. Daneben ist auch sehr viel persönlicher Einsatz dabei. Meine Mitarbeiterinnen backen zum Beispiel selbst Kekse, eine andere beliefert uns mit Hufeisen. Die verkaufen wir als Glücksbringer. In diesem Jahr gilt der Inhalt unserer Spendenbox dem fünfjährigen Nico, der im Salzburger Land lebt. Er wurde mit einem offenen Rücken geboren und ist deshalb auf einen Rollstuhl angewiesen. Es ist eine Familie mit insgesamt vier Kindern. Man kann sich vorstellen, was es für eine Familie heißt, wenn man plötzlich ein behindertengerechtes Haus braucht! Und es wird leider nicht alles über die Sozialen Dienste finanziert. Da kommt man dann an seine Grenzen, auch wenn man sich noch so sehr bemüht, weil eben nicht alles alleine zu schaffen ist.“
Uns Radiomachern stellte sich dabei die Frage, welchen Grund es eigentlich hat, dass unser Sozialsystem in einem solchen Fall nicht mehr Hilfestellung leistet. Martina Höfner dazu:
„Es fallen in solchen Fällen eben unglaublich viele – vor allem kleine – Sachen an: Wenn ein Kind im Winter im Rollstuhl sitzt, dann braucht es einen speziellen Sitzsack. Den aber gibt es für Kinder gar nicht, er muss erst speziell angefertigt werden. Oder dass man viel mehr Hosen braucht, wenn die Kleinen mit dem Krabbeln anfangen. Das sind alles Dinge, die sich Leute, die nicht in einer solchen Situation sind, nur schwer vorstellen können. Und dann sind da natürlich noch die großen Sachen: Nämlich das Haus behindertengerecht umzugestalten und noch mehr. Nicos Prognosen waren anfangs ganz schlecht; es hat geheißen, er werde nie aufrecht stehen können und gehen überhaupt nicht. Die Familie hat in ganz Österreich alles durchprobiert. Das war sehr zeitintensiv, es ging von einer Therapie zur anderen, gebracht haben sie alle nicht viel. Dann sind sie durch Zufall auf die ‚Adeli-Therapie‘ gestoßen, bei der schon die erste Sitzung große Erfolge gezeigt hat. Es gibt die Adeli-Therapie nur in der Slowakei, eine ganz spezielle Therapieform, die Anleihen bei der der Weltraumtechnik nutzt. Dabei bekommen die Patienten einen Anzug angezogen, der aus verschiedenen Stützelementen besteht. Mit elastischen Bändern werden die Bewegungen simuliert, die der Mensch selber nicht machen kann. Dadurch gehen Nervenimpulse ins Gehirn, welches diese Impulse dann abspeichert. Mit der Zeit lernt das Gehirn diese Bewegung dann selbst umzusetzen. Es ist sehr beeindruckend, mit welcher Entschlossenheit dieser kleine Bub sich in das Training hineinhängt! Man muss nämlich bedenken, dass solch ein Anzug wahnsinnig schwer ist und eine Therapieeinheit zwischen zwei und vier Wochen dauert. Jeden Tag wird vier bis sechs Stunden trainiert und das an sechs Tagen in der Woche. Leider kostet eine Therapieeinheit zwischen 4.000 und 5.000 Euro. Die Erfolgsquote ist aber auch sehr gut, Nico konnte bereits nach der ersten Einheit einige Schritte an der Hand geführt gehen. Und genau für diese Therapie und den kleinen Nico ist unser Spendenbehälter gedacht. Das gesamte Geld wird am Ende zusammengezählt und von der Lehener Löwenapotheke verdoppelt.“

 

 

 

Wir machen Radio

Zu Besuch in Rumänien


In unserer Sendung am 11. November hatten wir live zu Gast im Studio der Radiofabrik den Geschäftsführer der Diakonie Salzburg, Michael König. Wir stellten uns in dieser Sendung die Frage, was einen Rumänen dazu veranlasst, seine Heimat zu verlassen, eine Reise von fast 1.000 Kilometern in Kauf zu nehmen, um hierher zu kommen, ohne Perspektive – und letztendlich auf unseren Straßen betteln zu müssen, um überleben zu können. Michael König dazu: „Ich war vor eineinhalb Jahren in Rumänien, um eine Behinderteneinrichtung des Diakoniewerkes in Siebenbürgen zu besuchen. Vorher hatte ich in einer Zeitung etwas über ein Roma-Projekt gelesen. Ich bin kurzerhand hingefahren, weil ich mir eine Romasiedlung einmal anschauen wollte. Am Rande eines Dorfes angekommen, bin ich plötzlich mit einer Lebensrealität konfrontiert gewesen, die für mich unfassbar war – das es so etwas in Europa gibt! Ich habe ein Foto gemacht (Anm.: siehe oben): eine Lehmhütte mit drei Quadratmetern, aus Zweigen und aus Lehm geflochten. Darin wohnte ein junges Paar mit einem Neugeborenen. Ich bin durch das Dorf gegangen und die Krankenschwester, die mich begleitet hat, sagte damals einen Satz zu mir, der mich seitdem begleitet. Sie sagte: „Das ist nicht das Ende, das ist der Anfang der Welt!“ Der Besuch in diesem Dorf war der Anfang eines Engagements, das mich seitdem intensiv beschäftigt. Was diese Menschen von Rumänien wegtreibt, ist nichts anderes als die nackte Not des Überlebens. Die brauchen etwas, um leben zu können, für sich und ihre Familien. Viele von denen haben überhaupt keine Perspektive in Rumänien. Da gibt es Siedlungen mit hunderten verarmter Menschen, in denen die Arbeitslosigkeit zwischen 80 und 100 Prozent liegt.


Sie haben eine Sozialhilfe von 25 Euro für Lebenshaltungskosten, die ähnlich den unsrigen sind. Man kann es wirklich so einfach sagen: Die Menschen kämpfen ums Überleben! Fahren viele Kilometer, um ihr Budget mit Betteln etwas aufzubessern. Die müssen sich und ihre Familien durchbringen.“


Natürlich wollten wir Radiomacher auch wissen, wie man in Salzburg diesen Menschen hilft: Michael König findet: „Ein ganz großes Thema ist für diese Menschen die medizinische Versorgung, weil fast alle krank sind. Und ich kann erfreut sagen, dass wir unser Projekt Virgil-Bus knapp an der Ziellinie haben. Da wird es ein großes Netzwerk mit ehrenamtlich tätigen Ärzten geben, mit Unterstützung von Sanitätern, Rettungsorganisationen und der Ärztekammer, damit diesen Menschen geholfen wird. Der zweite Schritt ist eine dauerhafte Notschlafstelle, die wurde von Stadt und Land bereits zugesichert. Und zum Dritten, was auch ganz wichtig ist, wir müssen diese Menschen aus der Anonymität rausholen! Wir brauchen rumänisch sprechende Sozialarbeiter oder Streetworker, die in der Stadt unterwegs sind und die Leute ansprechen. Die leben wirklich in völliger Anonymität. Wir müssen ihnen ihre Würde lassen und vor allem in Erfahrung bringen, was ihnen fehlt.“

Der Sinn dieser Sendung war aufzuzeigen, dass die jüngere mediale Berichterstattung über bettelnde Menschen stark von Fantasien und Mythen geprägt ist, und eben nicht nur von Fakten. Das Gespräch hat hervorgebracht, wie die Dinge zu diesem Thema wirklich stehen.


Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

Wir machen Radio

Kunstwerk Zelle


In unserer Sendung am 14. Oktober hatten wir den Künstler Bernhard Gwiggner live zu Gast im Studio der Radiofabrik. Von 10. Juni bis 23. September 2014 stand am Kajetanerplatz eine detailliert nachgebaute, rosafarbene Haftzelle aus Styropor. Was uns sehr interessierte, war, wie der Künstler überhaupt auf solch eine Idee kam. Bernhard Gwiggner dazu:

„Die Idee entstand aus einem offenen Wettbewerb des Landes Salzburg heraus. Auf dem Kajetanerplatz wurden drei Plätze ausgewiesen, für die künstlerische Entwürfe gefragt waren. Daraus ist die Idee entstanden, mit ortsansässigen Institutionen etwas zu machen. Da ich in der Nähe der Justizanstalt, also der „Schanzlalm“, wohne und jeden Tag daran vorbeimarschiere, habe ich mir immer wieder die Frage gestellt, was eigentlich hinter diesen Mauern passiert. Man weiß ja fast nichts von dieser Parallelwelt. Insofern war es ein Zufall, dass ich mich genauer damit auseinandersetzen konnte.“

Nun fragten wir uns natürlich, wie die Justizanstalt auf dieses Kunstwerk reagiert hat. „Das war eine interessante Geschichte“, erklärt Bernhard Gwiggner weiter. „Am Anfang war es gar nicht so leicht, an den Anstaltsleiter Dietmar Knebel heranzukommen. Als ich dann aber bei ihm war, da war ich sehr, sehr überrascht, weil er äußerst offen war und das Projekt unterstützt hat. Er hat mir auch die Möglichkeit gegeben, eine Zelle zu fotografieren und zu vermessen. Erst dadurch wurde überhaupt ermöglicht, dass ich einen Haftraum im Originalmaßstab nachbauen konnte.“

Der Künstler persönlich hat das „Kunstwerk Zelle“ täglich betreut. Wie hat die Bevölkerung darauf reagiert? Gwiggner: „Während ich das Kunstwerk aufbaute, gab es schon heftige Diskussionen, von radikalistischen Formulierungen bis hin zu großer Bejahung und großem Verständnis dafür, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht wird. Es hat die ganze Bandbreite an Gesprächen gegeben.“

Es habe aber in diesem Zuge auch sogenannte Systemgespräche gegeben, sagt Bernhard Gwiggner: „Die waren besonders interessant. Beim ersten, Häfensystemgespräch hat es geheißen, diskutierte ich mit dem Anstaltsleiter, einem Vertreter des Vereins Neustart sowie Gefängnispsychologen und Seelsorgern. Das waren sehr tiefgehende und substanzielle Gespräche. Interessant für mich als Nicht-Experte war, dass sich im Grunde alle einig waren, dass das soziale Element massiv ausgebaut gehört. Sprich: Das reine Wegsperren alleine ist im Prinzip keine Lösung.“


Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

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Wunderbare Ereignisse!


In unserer letzten Sendung am 9. September hatten wir den Apropos-Straßenzeitungsverkäufer Kurt Mayer und seine Lebensgefährtin Claudia live zu Gast im Studio. Unter dem Sendungstitel „Wunderbare Ereignisse“ erzählten uns die beiden, wie Kurt nach vielen Jahren der Suche seine Familie wiedergefunden hat. Begonnen hat alles vor circa zwei Monaten, als bei Apropos ein Anruf einging: Es war Kurt Mayers Halbschwester, die zufällig in einem Zugabteil eine ältere Apropos-Ausgabe gelesen hat und bei dieser Gelegenheit auf seine Lebensgeschichte gestoßen ist. Die Apropos-Chefredakteurin Michaela Gründler teilte die frohe Botschaft sofort Kurt mit und freute sich mit ihm, weil sie wusste, wie lange er schon auf der Suche nach seiner Familie war. „Ich habe zuerst gedacht, das Ganze sei ein Scherz, erst als Michaela auf mich zuging und mich drückte und mir zu meiner Familie gratulierte, wusste ich, dass es ernst war. An diesen Abend bin ich dann auch gleich mit meiner Schwester telefonisch in Verbindung getreten“, erinnert sich Kurt. Er hatte 54 Jahre lang nach seiner Mutter gesucht, nun war er plötzlich über seine Halbschwester zu ihrer Telefonnummer gekommen. Kurt dazu: „Ich habe einfach angerufen und als sie sich meldete, sagte ich: ‚Hallo Mama, da is da Kurt, dei Bua.‘ Sie begann daraufhin zu weinen und konnte eine halbe Stunde lang nicht aufhören. Ich habe zu ihr gesagt: ‚Mama, vergessen wir das, was einmal war, ich glaube, die Zukunft ist für uns beide viel wichtiger.‘“ Natürlich wollten wir auch wissen, wie das erste Treffen zwischen Kurt und seiner Mutter war. Kurts Lebensgefährtin Claudia beantwortete uns diese Frage: „Kurt und ich haben seine Mutter am Salzburger Bahnhof abgeholt und haben vorher noch einen Blumenstrauß gekauft. Vor lauter Aufregung haben wir dann einen falschen Bahnsteig erwischt. Wir haben uns aber dann über Telefon in der Bahnhofshalle gefunden. Ich bin danebengestanden, als Kurt das erste Mal seine Mutter in die Arme nahm und begann zu weinen. So was ist gefühlsmäßig eine Berg- und Talfahrt, das kann man nicht beschreiben. Kurt und seiner Mutter ging es genauso. Er wird weiterhin den Kontakt zu seiner Mutter und zu seiner Schwester und Halbschwester halten, aber auch sein gewohntes Leben in der Apropos-Familie weiterführen.“


Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

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Schüler bei Apropos


In unserer letzten Sendung von „Apropos- das Straßenmagazin“ hatten wir Hermine Haidvogel, Deutschlehrerin am Privatgymnasium der Herz-Jesu-Missionare, mit Hannes und Fabian, zwei ihrer Schüler aus der Klasse 2D, live zu Gast im Studio.

Die 23 Schüler der 2D-Klasse haben sich zuvor intensiv mit der Salzburger Straßenzeitung Apropos beschäftigt. Frau Haidvogel meinte dazu: „Die Schüler selber sind sehr interessiert am Zeitungmachen. Das drückt sich darin aus, dass wir seit der ersten Klasse einmal im Semester eine eigene Schülerzeitung machen. Außerdem organisiert jede Schulklasse auch ein Sozialprojekt. In diesem Sinne habe ich mir gedacht, es wäre gut, diese beiden Sachen miteinander zu kombinieren.“

Wir wollten wissen, was die Schüler und Schülerinnen gedacht haben, als wir sie in der Schule besucht und ihnen ein wenig über unseren Alltag erzählt haben. Und welche Erfahrungen die Klasse gesammelt hat, als sie danach mit uns in die Linzer Gasse gegangen sind, um Apropos zu verkaufen.

Hannes und Fabian meinten dazu: „Es ist uns anfangs schon schwer gefallen, Leute zu fragen, weil sie auch manchmal sehr böse geschaut haben. Dann haben wir aber gemerkt, dass sich die Zeitung schon sehr gut verkaufen lässt, weil sie sehr bekannt ist und ein gutes Image hat. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass die Leute Apropos von uns gekauft haben.“

Was uns Radiomacher auch sehr interessiert hat, war, wie die Schülerzeitung „Fifty Cent“ eigentlich entstanden ist. Frau Mag. Haidvogel dazu: „Die ‚Fifty Cent‘ ist letztes Jahr im Sommersemester entstanden. Der Beginn war eigentlich ein Konflikt in der Klasse, der interessanterweise über eine Wandzeitung ausgetragen wurde. Und wie ich gesehen habe, dass Probleme, die Sie untereinander hatten, in Form von kleinen Artikeln ausgetragen wurden, habe ich mir gedacht, wär es doch gut, wenn ich dieses Interesse am Schreiben verbinde und wir gemeinsam eine Zeitung machen. Das hat dann dazu geführt, dass durch diese Zusammenarbeit die Schüler sehr zusammengewachsen sind. Die ‚Fifty Cent‘ wird in der Schule mit einer Auflage von 200 Stück verkauft. Erscheinungstermin ist jedes Semester, wobei der Erlös der Winterausgabe immer gespendet wird. Die Erträge vom Sommersemester behalten wir uns selber ein und gehen dann immer gemeinsam ins Kino.“

Der Erlös vom Apropos-Verkauf, an dem alle Schüler beteiligt waren, wurde dem AproposGesundheitsprojekt gespendet.


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Deutsch auf der Straße


In unserer letzten Sendung am 10. Juni hatten wir im Studio die Apropos-Deutschlehrerin Christina Repolust zu Gast. Sie ist schon seit Anfang an dabei, beim Apropos-Sprachkurs, der inzwischen schon seit fast drei Jahren läuft. Er ist für unsere rumänischen Verkäufer gratis, aber verpflichtend. Auf unsere Frage, wie man einem erwachsenen Menschen mit wenig oder gar keiner schulischen Ausbildung in seinem Herkunftsland eine fremde Sprache beibringt, antwortete Christina Repo-

lust: „Man lernt, Sprache so zu definieren, dass sie aus dem geschriebenen Wort und dem gesprochenen Wort besteht. Aber Sprache ist natürlich auch Körpersprache und Augenkontakt und alles beginnt mit dem Vertrauen. Zu sagen: ‚Guten Morgen‘, ‚Guten Tag‘, ‚Guten Abend‘, das ist Apropos. Sie lernen durch Imitation und Schauspiel, durch Wiederholen und Einüben. Auf diese Art und Weise trauen sich auch diejenigen mitzuarbeiten, die es nicht so gut oder noch gar nicht können.” Was uns in dieser Sendung auch sehr interessiert hat, war, warum die Pädagogin jede Apropos-Ausgabe vor Erscheinung mit ihren Schülern durchgeht. „Wir machen diese Übung, weil unsere Sprachkursteilnehmer wissen müssen, was sie verkaufen und was die Ausgabe beinhaltet. Dass die Redakteurinnen vorbeikommen, um die Zeitung vorzustellen, drückt außerdem ihre Wertschätzung gegenüber den Teilnehmern aus.“ Was uns Radiomacher besonders gefallen hat, waren die Abschlussworte von Frau Repolust: „Ich bedanke mich dafür, dass wir über den Deutschkurs geredet haben, weil es heißt ja ‚Deutsch auf der Straße‘ und es gibt immer noch mehr Leute auf der Straße hier in Salzburg als Straßenzeitungsverkäufer mit Migrationshintergrund. Also haben Sie irrsinnig viel Lehrerinnen und Lehrer auf der Straße für 2,50 Euro!“


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Das Radhaus

 

In unserer Sendung am 8. April erklärte uns die diplomierte Sozialarbeiterin und Geschäftsfeldleiterin des FAB (Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung) Josefine Joung-Buchner, was das Radhaus so alles macht und anbietet. Seit Ende 2012 gibt es in der neuen Mitte Lehen das sogenannte Radhaus. Dieses bietet unter anderem, in Zusammenarbeit mit Interspar, einen Hauslieferdienst. Das bedeutet, Menschen können nach dem Einkaufen ihre Sachen in einer Box abstellen, die dann zum gewünschten Zeitpunkt von Mitarbeitern des Radhauses zu ihnen nach Hause transportiert werden. Joung-Buchner dazu: „Dieses Angebot wird sehr gut angenommen, weil wir nicht nur im Stadtteil Lehen, sondern in der ganzen Stadt ausliefern. Die Leute können sich also ihren Einkauf überall hinliefern lassen.“ Auf unsere Frage, was das Radhaus sonst noch anbietet, antwortete sie: „Wir haben auch eine sogenannte offene Werkstatt, das heißt, die Leute können mit ihren Fahrrädern zu uns kommen und können mit Hilfe unserer Mitarbeiter ihr Rad reparieren und sich auch bei Bedarf sämtliche Ersatzteile kaufen. Man kann bei uns sein Fahrrad aber auch codieren lassen. Wir bieten auch einen Lastenradverleih an, wenn jemand etwa einen Kühlschrank zu entsorgen hat oder kauft und kein Auto zur Verfügung hat, dann kann man das mit einem unserer Lastenräder sehr gut selber machen. Wir haben viele verschiedene Varianten von Lastenrädern, zum Beispiel fürs Picknick oder einfach zum Kinder-Herrumkutschieren.“

Dieser Beitrag wurde übrigens auch in der Sendung „Stadtteilradio Lehen“ ausgestrahlt, wo wir auch seit Anfang 2014 mitmachen. Beim Stadtteilradio auf der Radiofabrik berichten BewohnerInnen aus ihren „Grätzln“ – wir beide wohnen ja in Lehen. Jeden Montag und Freitag ab 17 Uhr gibt es eine Ausgabe aus einem anderen der neun beteiligten Stadtteile zu hören. Immer am vierten Montag im Monat ist Lehen an der Reihe – das nächste Mal also am 26. Mai. Neue StadtteilreporterInnen werden übrigens dringend gesucht und sind herzlich willkommen! Es sind keine Vorkenntnisse nötig, nur etwas Zeit und Interesse. Nach eineinhalb Tagen „Basis-Workshop“ kann es schon losgehen. Wer Lust hat mitzumachen, meldet sich bei Eva Schmidhuber in der Radiofabrik (0662/842961; e.schmidhuber(at)radiofabrik.at).


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Weltweites Straßenzeitungsnetzwerk

 

Am 11. März war bei uns die Apropos-Redakteurin Katrin Schmoll zu Gast im Studio. In der Sendung ging es hauptsächlich darum, was das Internationale Netzwerk der Straßenzeitungen (INSP) eigentlich macht und was seine genaue Aufgabe ist. Unsere Apropos-Redakteurin hat 2013 ein halbes Jahr in der INSP-Zentrale in Glasgow gearbeitet. Das INSP wurde im Jahre 1994 gegründet und ist die Dachorganisation aller Straßenzeitungen weltweit. Seine Aufgabe ist es, Straßenzeitungen auf verschiedene Arten und Weisen zu unterstützen, zum Beispiel in der Redaktion oder was das Geschäftsmodell betrifft. Auf unsere Frage, welche Voraussetzungen eine Straßenzeitung braucht, um dem INSP beitreten zu können, bekamen wir zur Antwort: „Die wichtigste Voraussetzung ist, dass die Hälfte des Verkaufspreises der Zeitung dem Verkäufer zugutekommt – das ist bei allen Zeitungen gleich, egal wie unterschiedlich sie inhaltlich sind. Darüber hinaus gibt es einen Gebietsschutz, das heißt für Österreich, dass pro Ort nur eine Straßenzeitung zugelassen ist. In Salzburg ist „Apropos“, in Linz die „Kupfermuckn“ usw. – das ist in anderen Ländern das Gleiche.“ Im Moment hat das INSP 122 Mitglieder weltweit, das neueste ist die Straßenzeitung „Shedia“ (übersetzt: Sonnenstrahl) in Griechenland, die vor circa einem Jahr gegründet wurde. Was uns Radiomacher in dieser Sendung auch sehr interessiert hat, war, warum auf Salzburgs Straßen auch Straßenzeitungen angeboten werden, die nicht zum INSP gehören. Katrin Schmoll dazu: „Das ist dahingehend problematisch, dass wir bei Apropos gewisse Regeln haben, an die sich andere Straßenzeitungen weniger oder gar nicht halten. Generell würde es uns nicht stören, wenn andere Straßenzeitungen verkauft werden, aber wir bekommen dann eben Beschwerden, die auf unsere Apropos-Verkäufer zurückfallen, aber eigentlich eine andere Straßenzeitung und ihre Verkäufer betreffen.“


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Frauenpower

 

In unserer Sendung vom 11. Februar hatten wir Bettina Wiesinger live zu Gast im Studio. Unter dem Sendungstitel „Frauenpower“ ging es darum, wie eine Mutter ihr Familienleben und ihre Arbeit am besten kombinieren kann. Frau Wiesinger hat drei Söhne im Alter von fünf, sieben und zehn Jahren und ist in einer leitenden Position in der Hotelbranche tätig. Auf unsere Frage, wie man das alles unter einen Hut bringt und sein Leben trotzdem auch genießen kann, antwortete sie: „Ich würde sagen, es ist definitiv eine Frage der Einteilung. Die Anforderungen sind sicherlich sehr groß, wenn man gleichzeitig eine gute Mutter sein möchte und einen anspruchsvollen Beruf hat oder generell berufstätig ist, und ich glaube, dass jede Frau für sich selber herausfindet, wie sie sich das alles am besten einteilt, damit es nicht zu einer Überforderung kommt.“ Was uns Radiomacher in dieser Sendung auch sehr interessiert hat, war, was sich berufstätige Frauen und Mütter von ihren Partnern wünschen, wenn es um das Thema Unterstützung geht. Frau Wiesinger dazu: „Ich glaube, dass wir Frauen uns alle wünschen, dass wir wertgeschätzt werden von unserem Partner und als gleichberechtigt angesehen werden, dass wir ernst genommen werden und dass wir die Freiheit haben, selbst entscheiden zu dürfen, ob wir arbeiten, wie wir uns die Zeit einteilen und dass wir auch im Haushalt und bei den Kindern Unterstützung bekommen. Ich würde es auch sehr begrüßen, dass für Frauen mit Kindern das sogenannte „Muttergehalt“ eingeführt wird, denn wenn die Arbeit und Wertschätzung einer Mutter, die bei den Kindern sein kann, wieder größer wird, dann könnte ich mir vorstellen, dass viele Mütter grundsätzlich zu Hause bei ihren Kindern wären – in jedem Fall würde es Wahlfreiheit bedeuten.


Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

 

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Wohnungsnot in Salzburg


In unserer letzten Sendung am 9. Juli hatten wir live zu Gast im Studio den Geschäftsführer des Salzburger Studentenwerks, Herrn Georg Leitinger. Zur Frage, was Herr Leitinger persönlich vom Wohnungsmarkt in der Stadt Salzburg hält, antwortete er: „Der Wohnungsmarkt in Salzburg hat sicher eine angespannte Situation. Wir haben es zum Teil mit sehr hohen Mietpreisen zu tun, wobei man sagen muss, dass wir ein großes Glück mit der Salzburger Wohnbauförderung haben, womit gerade im Sozialen Wohnungsbau noch sehr viel finanziert werden kann. Durch die Mitunterstützung des Landes können günstige Wohnungen errichtet werden, aber leider ist es dennoch für den Bedarf zu wenig.“

Natürlich hat uns in dieser Sendung auch interessiert, welche Initiativen es dazu künftig geben könnte. Eine davon wäre, Container-Wohnungen anzuschaffen. Herr Leitinger dazu: „Es gibt zum Beispiel in Amsterdam eine Variante, da wurde ein Studentenheim errichtet, das aus tausend Hochseeschiffscontainern entstanden ist. Es schreckt halt immer der Begriff „Container“ bzw. „Wohnen im Container“, der ist halt immer negativ behaftet. Ein solcher Container ist zwölfeinhalb Meter lang und hat eine gesamtfläche von 30 Quadratmetern und ist komplett eingerichtet.


Der Vorteil ist, man kann es als temporäres Wohnen nutzen, das heißt, man kann den Container jederzeit wieder wegtransportieren. Es gibt aber auch eine zweite Möglichkeit des modularen Bauens, das sind vorgefertigte Holzmodule. Diese sind preislich und von der Größe her ähnlich den Schiffscontainern. Ihr großer Vorteil ist, dass sie wesentlich günstiger als ein normales Gebäude sind und es viel schneller geht. Dadurch sind auch die Zwischenfinanzierungskosten beim Bau wesentlich geringer. Dies wäre sicher eine Möglichkeit, hier in Salzburg eine gewisse Abhilfe bei der Wohnungsnot zu schaffen. Von den Kosten her kommt ein Holzmodul, komplett ausgestattet, auf ca. 30.000 Euro, das sind Errichtungskosten von knapp über 1.000 pro Quadratmeter. Hinzu kommt, dass sowohl der Schiffscontainer wie auch das Holzmodul in Passivhausweise errichtet werden können: Diese Passivhausweise ist die Eintrittskarte für die Wohnbauförderung.“


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mit der Pädagogischen Hochschule Salzburg


Am 11. Juni hatten wir live zu Gast in unserer Sendung vier Studierende: Andrea Gautsch, Christina Günther, Josef Wimmer und Andreas Zehner von der Pädak Salzburg. Der Grund für ihren Besuch war, dass wir heuer schon im März von den Ausbildnerinnen der Pädagogischen Hochschule eingeladen wurden, um vor ca. 140 Studierenden einen Vortrag über das Thema „Armut“ zu halten. Im Anschluss hatten die Studierenden die Aufgabe, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Einige von den künftigen Grundschullehrerinnen und -lehrern verkauften mit uns Apropos und schrieben anschließend eine Arbeit über ihre Eindrücke. Andere setzten sich mit dem Thema Mindestsicherung auseinander. Und ein paar von ihnen entschlossen sich, mit uns eine Radiosendung zu gestalten. Wir fragten die Studierenden etwa, was sie davon halten, dass in der Pädak das Thema Armut zum Vortragsthema geworden ist. Frau Gautsch dazu: „Ich finde, dass dieses Thema ein sehr wichtiges ist – nicht nur für uns als angehende Lehrpersonen, sondern auch für uns selbst persönlich, weil ich mir sicher bin, dass es viele Erwachsene gibt, die bestimmt nicht wissen, ab wann man in Österreich als armutsgefährdet gilt.“


Uns Radiomacher interessierte auch ganz besonders folgende Frage: Wenn die angehenden Grundschullehrerinnen und -lehrer künftig eine Klasse haben und Kinder darunter sind, deren Eltern an der Armutsgrenze leben, wie gehen sie damit um? Herr Zehner dazu: Gerade im sozialen Umgang in der Klasse ist es wichtig, sich dieser Problemstellung zu widmen. Besonders diese Kinder sollen die Möglichkeit haben, sich voll in eine Gruppe zu integrieren. Um auch Kinder aus armutsgefährdeten Familien Ausflüge, Projekte usw. zu ermöglichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Man könnte Einnahmen aus diversen Klassenprojekten zur Verfügung stellen oder auch diverse Einrichtungen anfragen, die diese Kinder finanziell bei Ausflügen und Schulmaterial unterstützen. Generell sollte man als Lehrperson sich davor nicht scheuen, auf diese Möglichkeiten zurückzugreifen, um diese Familien zu unterstützen. Man sollte jedoch immer darauf achtgeben, dass nichts auf eigene Faust geschieht und alles vorher mit den Eltern abgesprochen wird.


Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

 

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In unserer Sendung am 14. Mai hatten wir im Studio zwei Ausbildnerinnen der Pädagogischen Hochschule Salzburg, Silvia Nowy-Rummel und Heike Niederreiter, zu Gast. Unter dem Sendungstitel „Die heutige Ausbildung unserer zukünftigen Grundschullehrerinnen und -lehrer“ stellten wir einige ganz direkte Fragen zu den heutigen Ausbildungsmethoden.

Was uns zuallererst brennend interessiert hat bei unseren Gäste war die Frage, welche Fächer die Studierenden bei ihrer Ausbildung absolvieren müssen. Heike Niederreiter meinte dazu: Es hänge davon ab, welches Lehramt absolviert wird. In der klassischen Erstausbildung bietet die Pädagogische Hochschule das Lehramt Volksschule, Sonderschule und Hauptschule bzw. neue Mittelschule an. Dabei absolvieren die Studierenden eine ganze Reihe von Fächern, die sich in den Bereichen Schulpraktische Studien, den ergänzenden Studien, Didaktik 1 und 2, Humanwissenschaften und in der Bachelorarbeit wiederfinden. Uns Radiomacher interessierte aber auch die Frage, was für einen Grundschullehrer gesetzlich im Lehrplan vorgeschrieben ist und welche Aktivitäten er selber für seine Klasse endscheiden kann: Silvia Nowy-Rummel dazu: Es gibt verschiedene Fächer in der Volksschule wie Sachunterricht, Mathematik, Deutsch, Bildnerische Erziehung, Englisch oder Französisch und Werkerziehung.


Es gibt aber auch Unterrichtsprinzipien, die sollen jeden Tag in den Unterricht einfließen, z. B. Leseerziehung, Umwelterziehung oder Wirtschaftserziehung, Politische Bildung und ganz wichtig ist auch Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Der Lehrplan ist für die Lehrerinnen und Lehrer so was wie die Bibel, das heißt, die Ziele, die im Lehrplan drinnenstehen, müssen bis ans Ende des Schuljahres erreicht werden. Die Methode, wie diese Ziele erreicht werden, obliegt jeder Lehrerin oder jedem Lehrer selber. Als wir am Ende der Sendung die beiden Ausbildnerinnen fragten, was sie sich für den Berufsstand des Lehrers und vor allen Dingen für die Zukunft unserer angehenden Grundschullehrerinnen und -lehrer wünschen, antworteten sie: „Wir möchten uns einem alten Philosophen und Pädagogen anschließen, der schon im 16. Jahrhundert sagte: ‚Lehrer lehrt weniger, damit die Schülerinnen und Schüler mehr lernen können.’ Dass diese Aussage von Johann Amos Comenius gültig ist, lässt sich nachlesen bei Franz Weinert, einem bedeutenden deutschen Psychologen, der vor wenigen Jahren feststellte, guter Unterricht sei ein Unterricht, in dem mehr gelernt als gelehrt wird. Wir Lehrerinnen und Lehrer wünschen uns selbstverantwortliches, selbstorganisiertes und selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen und den Schülerinnen und Schülern oder auch den Studierenden helfend-unterstützend und fördernd, aber auch fordernd zur Seite zu stehen.“


Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

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Die letzten beiden Sendungen standen ganz im Zeichen der Jugend:

 

Jugend 1: Im Rahmen der Vorbereitung zur Firmung hat sich eine neunköpfige Firmgruppe aus Seekirchen unter der Leitung von Herrn Hannes Rosner ausführlich mit der Salzburger Straßenzeitung Apropos befasst: Schon im Jänner dieses Jahres wurden wir von der Firmgruppe nach Seekirchen eingeladen und hielten ein ausführliches Aufklärungsgespräch über die Salzburger Straßenzeitung und stießen dabei auf sehr viel Interesse bei den Jugendlichen. Später war es dann Aufgabe und Ziel der Jugendlichen, selbstständig in Seekirchen einige Exemplare der Straßenzeitung Apropos zu verkaufen. Es sollte für die Jugendlichen eine Gelegenheit sein, für eine kurze Zeit zu spüren, was es heißt, sich selber der Öffentlichkeit preiszugeben und zu zeigen, dass man arm ist oder sehr wenig hat. Aber auch, dass Apropos ein System ist, das armen Menschen wieder die Gelegenheit gibt, eine Beschäftigung zu haben und sich was verdienen zu können. Einige Wochen später besuchten wir die Firmgruppe nochmals, um uns nach ihren Eindrücken und Erfahrungen zu erkundigen und zeichneten ihre Ergebnisse für eine Radiosendung auf, die am 26. März in der Radiofabrik ausgestrahlt wurde. Diese Sendung kann man nachhören unter „Apropos“ auf der Website der Radiofabrik www.radiofabrik.at unter Programm, Sendungen von A bis Z.


Jugend 2: In unserer Sendung am 9. April hatten wir Martina Hauser vom Jugendzentrum Lehen zu Gast. Die Kinder- und Jugendeinrichtung ist ein Teil vom Verein Spektrum und feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Finanziert wird das Bunte Haus in der Schumacherstraße größtenteils durch die Stadt Salzburg und wird täglich von ca. 60 Jugendlichen und 30 bis 40 Kindern besucht. Sie gestalten Programme mit den Jugendlichen, angefangen vom Kochen über Sportveranstaltungen, HipHop-Kurse bis hin zu Radiosendungen in der Radiofabrik. Da sich im Jugendzentrum Lehen viele Kulturen treffen, hat uns Radiomacher natürlich auch interessiert, wie sich die Jugendlichen untereinander verstehen und wie sie miteinander umgehen. Frau Hauser dazu: „Wir haben im Jugendzentrum Jugendliche mit zwölf verschiedenen Migrationshintergründen, jedoch sind die meisten schon in Österreich geboren und das Verständnis untereinander ist relativ gut. Bei uns im JUZ hat alles Platz, angefangen von Diskussionen über Kulturen, Religionen bis hin zur Musik. Wenn es Streitigkeiten untereinander gibt, dann ist es Aufgabe eines Jugendzentrums, den Jugendlichen beizubringen, dass man über diese Sachen diskutieren und lernen kann, mit solchen Problemen umzugehen.“


Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

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In unserer Sendung am 12. März hatten wir Kathrin Quantember vom Friedensbüro Salzburg live zu Gast im Studio. In dieser Sendung ging es vorwiegend darum, was das Friedensbüro macht und der Bevölkerung anbietet, aber auch darum, was das Friedensbüro zur derzeitigen Situation der rumänischen Bettler meint und unternimmt. Das Friedensbüro Salzburg gibt es seit 1986, es ist eigentlich als Personenkomitee aus den weltweiten Protesten gegen den Rüstungswettlauf und den Kalten Krieg entstanden und hat sich in den letzten 27 Jahren zu dem entwickelt, was es heute ist. Das Friedensbüro arbeitet auf mehreren Schienen: Einerseits gibt es die Schiene der Veranstaltungen zu unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Themen, regionalen sowie auch internationalen, die einfach unter den Nägeln brennen, wo man merkt, dass es der Öffentlichkeit ein Bedürfnis ist, genau zu diesen Themen mehr zu erfahren.


Die andere Schiene sind Bildungsangebote für Schüler (Workshops zur politischen Bildung). Ganz wichtig ist dabei der Bereich der Gewaltprävention sowohl in der Erwachsenenbildung als auch für die Schule. Kathrin Quantember: „Wir verstehen uns als eine Organisation, der es ein Anliegen ist, friedenspolitische Themen zu bearbeiten, die teilweise sehr kontrovers sind in der Öffentlichkeit und sehr emotional diskutiert werden.“ Sowie das Thema rumänische Bettler, die sich seit geraumer Zeit in Salzburgs Straßen bewegen. Frau Quantember dazu: „Es ist so, dass wir schon vor einiger Zeit das Thema Betteln zum Thema des Friedensbüros gemacht haben, nicht nur konkret zu den rumänischen Bettlern. Wir sind allerdings nicht in der direkten Betreuung der Leute tätig, sondern unser Schwerpunkt ist die politische Bildung und die Aufklärungsarbeit.“


Unsere nächste Sendung findet am Dienstag, dem 9. April, zur gewohnten Zeit, um 18.00 Uhr, statt.


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In unserer nächsten Sendung am 12. März zur gewohnten Zeit um 18 Uhr dürfen wir live im Studio Frau Kathrin Quatember vom Salzburger Friedensbüro begrüßen. In dieser Sendung geht es vorwiegend um Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention und natürlich auch darum, womit sich das Friedensbüro derzeit aktuell beschäftigt.

Es findet aber auch am 26. März um 18 Uhr eine Sondersendung statt mit dem Titel „Jugendliche für Apropos“.

 

Im Rahmen der Vorbereitung zur Firmung hat sich eine zehnköpfige Firmgruppe aus Seekirchen unter der Leitung von Herrn Dr. Hannes Rosner ausführlich mit der Salzburger Straßenzeitung Apropos befasst. Unbedingt zuhören!

Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

In unserer Sendung am 8. Jänner 2013 war Karl Zankl live zu Gast im Studio. Herr Zankl, der seit sieben Jahren als Leihopa tätig ist, erzählte uns, was ein Leihopa in der Praxis so alles macht. Er arbeitet haupsächlich mit Kindern, die eine Beeinträchtigung haben, geht mit ihnen auf Spielplätze, ins Haus der Natur und passt hauptsächlich auf, wenn die Eltern nicht da sind. Auf unsere Frage, was ein Leihopa bei unserer heutigen Gesetzeslage für eine Ausbildung haben muss, antwortete uns der Leihopa: „Ich habe dazu einige Seminare besucht, angefangen vom Roten Kreuz bis hin zum Katholischen Familienverband.“ Karl Zankl hat aber auch im November 2012 ein Versuchsprojekt mit Wolfgang Hausch, in Zusammenarbeit mit der Frauenhilfe Salzburg, gestartet. Der Leihopa dazu: „Ich habe vor zwei Jahren, in Gmunden auf der Forstschule, Wolfgang Hausch kennengelernt, als ich die Ausbildung zum Waldpädagogen machte. Im Rahmen dieser Ausbildung mussten Wolfgang und ich eine Praxis in einem Heim für sehr schwer beeinträchtigte Kinder in Gmunden absolvieren. Da kamen wir auf die Idee, in Zusammenarbeit mit der Frauenhilfe Salzburg Walderlebnistage mit beeinträchtigten, aber auch mit gesunden Kindern zu machen.“ Als wir ihn fragten, wie viele Leihopas es in Salzburg gibt, antwortete er, dass er seines Wissens der Einzige ist!


In unserer nächsten Sendung, am 12. Februar 2013, zur gewohnten Zeit um 18 Uhr auf der Frequenz 107,5 und 97,3 Mhz, dürfen wir die Obusfahrerin und Betriebsrätin Claudia Tolloch live im Studio begrüßen. Es geht in dieser Sendung vorwiegend darum, wie man aus der Sicht einer Obusfahrerin Staus in der Stadt Salzburg vermeiden könnte, aber auch darum, welche Erfahrungen Frau Tolloch in ihrer Tätigkeit so macht.


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Unsere nächste Sendung findet am 8. Jänner, zur gewohnten Zeit um 18 Uhr statt. Wir wünschen allen Apropos-Hörern und -Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr und freuen uns auf ein spannendes und informatives 2013!


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Robert Buggler zu Gast bei Verkäuferehepaar Georg und Evelyne

In unserer Sendung am 13. November 2012 hatten wir den Armutsforscher und Sprecher der Salzburger Armutskonferenz, Robert Buggler, live zu Gast im Studio. Anlass war, dass es seit einiger Zeit erhebliche Klagen unter der Salzburger Bevölkerung gibt, dass in den Straßen sehr aggressiv gebettelt wird. Wir stellten dem Armutsforscher die Frage, wie man am besten mit aggressiven Bettlern umgehen sollte. Robert Buggler dazu: „Das ist eine schwierige Frage, zum einen, weil ja relativ unklar ist, was dieses aggressive Betteln jetzt überhaupt ist. Mein Eindruck ist, dass das Betteln an sich schon als aggressiv wahrgenommen wird.“ Schon die Konfrontation mit dieser sehr sichtbaren Armut erzeuge bei vielen Menschen unangenehme Gefühle. Da wird dann schnell etwas als aggressiv empfunden, da müsse man aber genau unterscheiden.

Zum anderen halte er nichts davon, zu fragen, wie man mit aggressiven Bettlern umgehe, sondern vielmehr gehe es darum, zu fragen, wie gehe ich mit Menschen um, die mir gegenüber aggressiv sind – ob das jetzt ein Bettler sei, ein aggressiver Fußballfan oder ein durchgedrehter Bankmanager, sei im Prinzip egal. Eine andere Frage an Robert Buggler war, ob es seiner Meinung nach möglich wäre, ein Modell zu errichten wie in Graz, wo es ein Vinzidorf gibt, für das sich einige Pfarren zusammengeschlossen haben, um Bettlern eine Gelegenheit zu bieten, stundenweise zu arbeiten. Ob in Salzburg so etwas auf die Füße gestellt wird und auch funktionieren könnte, ließ der Armutsforscher offen, eines aber sei klar: „Wir werden auch in den nächsten Jahren Menschen bei uns in der Stadt haben, die zum Betteln kommen. Die Stadt Salzburg, die Politik und die Verwaltung müssen sich also in jedem Fall die Köpfe zerbrechen, wie wir mit diesem Thema in Zukunft umgehen.“ Dazu werde es Maßnahmen brauchen – ob das jetzt eine Unterkunft wie in Graz sei oder andere Beschäftigungsmöglichkeiten – in jedem Fall brauche es Maßnahmen. Die schlechteste Lösung sei es, so lange nichts zu tun, bis die Situation irgendwann eskaliere.


In unserer nächsten Sendung am 11. Dezember 2012 findet bei uns im Studio eine Live-Lesung statt. Anlass gab uns dazu das vor kurzem erschienene Apropos-Straßen-Buch „So viele Wege“. Wir dürfen dazu den Schriftsteller und Lehrer Fritz Popp und das Apropos-Urgestein Gerhard Entfellner begrüßen.


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Roman Neßhold zu Gast bei Verkäuferehepaar Georg und Evelyne

In unserer Sendung am 11. September 2012 hatten wir Roman Neßhold live zu Gast im Studio. Herr Neßhold ist der Präsident vom Institut Glücksspiel und Abhängigkeit und berichtete uns in dieser Sendung über die Problematiken in der Behandlung von Glücksspielsüchtigen. Es ging aber auch darum, die aktuelle Situation des Glücksspiels in Österreich aufzuzeigen. Das Institut Glücksspiel und Abhängigkeit ist ein spendenbegünstigter Verein, das Angebot reicht von Einzelberatungen über Angehörigen- und Famielienberatungen bis hin zu moderierten Selbsthilfegruppen. Besonders die Selbsthilfegruppen sind ein wertvoller Bestandteil der Spielsuchtberatungseinrichtung, weil sich hier die Spieler untereinander austauschen und sich gegenseitig unterstützen können.

Der Großteil der Hilfesuchenden in dieser Beratungsstelle sind Männer, ca. 20 Prozent sind Frauen. Hierbei stellt das Institut einen erheblichen Unterschied fest. Frauen spielen hauptsächlich im Casino oder an Automaten, Männer mit Spielproblemen nutzen oft verschiedene Glücksspielmöglichkeiten, z.B. auch Sportwetten oder Onlinespiele. Als wir Herrn Neßhold fragten, wohin der Trend bei Betroffenen und Glücksspiel­angeboten geht, bekamen wir zur Antwort: „Betroffene werden in der Regel immer jünger. Oftmals, und das wird von vielen vielen Menschen unterschätzt, können Spielprobleme schon im Kindesalter entstehen, nämlich in der Trafik. Es ist unverantwortlich von Eltern, wenn sie ihre kleinen Schützlinge schon im Kindesalter an Glücksspielprodukte wie Rubbellose gewöhnen.“ De facto hat der Gesetzgeber kein Mindestalter für Lotterieprodukte bestimmt, es ist lediglich eine ganz lapidare Selbstbeschränkung der Lotterien. Und die Glücksspielangebote werden immer vielfältiger. Spielsucht ist eine Schwerstsucht und hat das Potenzial, im Endstadium Menschen in allen Lebensbereichen, z. B. auch die Arbeit und die Familie, mit in den Abgrund zu reißen.



Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

Gertraud Scheichl zu Gast bei Verkäuferehepaar Georg und Evelyne

In unserer Sendung am 14. August 2012 hatten wir Gertraud Scheichl live zu Gast im Studio. Frau Scheichl ist die Koordinatorin vom VinziBus Salzburg und erklärte uns in dieser Sendung, was VinziBus in Salzburg genau macht. Den VinziBus Salzburg gibt es jetzt schon seit Dezember 2000, bis heute verpflegt er jeden Tag, ohne Ausnahme, Menschen in schwierigen Situationen. Immerhin wirken bei dem Hilfsprojekt 35 ehrenamtliche Mitarbeiter mit, vom Studenten bis zum Pensionisten, die sich täglich abwechseln, wenn es darum geht, am Abend, so ca. um 19 Uhr, im Hof des Bürgerspitalplatzes, belegte Brote und heißen Tee auszuteilen. Zubereitet werden die Brote in Klöstern, es beteiligen sich aber auch 16 Stadtpfarren und einige Privatpersonen, die diese Verpflegung spendieren. Derzeit kommen jeden Tag etwa 40 Personen, um sich ihre Verköstigung abzuholen. Laut Aussage von Gertraud Scheichl besuchen im Winter weniger Menschen den VinziBus, weil die Notschlafstellen geöffnet haben und es in den meisten Notunterkünften am Abend ein warmes Essen gibt.

Als wir Frau Scheichl am Ende unserer Sendung fragten, was sie sich für die Zukunft für den VinziBus wünscht, lautete ihre Antwort: „Ich bin eigentlich voller Hoffnung, dass es mit dem VinziBus so weitergeht. Es klappt alles wunderbar, ich könnte mir noch vorstellen, dass ich noch ein paar Ehrenamtliche brauchen könnte, die den VinziBus fahren.“ Wir Sendungsmacher können dazu nur sagen: „Schön, dass es Organisationen wie den VinziBus gibt!“


Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

Sonja Brötzner zu Gast bei Verkäuferehepaar Georg und Evelyne

In unserer Sendung am 10.7.2012 hatten wir live zu Gast im Studio Sonja Brötzner von der es`a.ge (Soziale Arbeit GmbH) Salzburg. Die Personalberaterin beantwortete uns einige Fragen zum Thema Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess. Frau Brötzner ist in erster Linie zuständig für die Nachbesetzung von vierzig Transitarbeitsplätzen im sozialökonomischen Betrieb, welche ein befristetes Dienstverhältnis anbieten. Dazu gehört das TAO (Transportbereich und Übersiedelungen), dann gibt es den ModeCirkel (wo Frauen im Textil-Recyclingbereich tätig sind), einen großen Second-Hand-Laden in Lehen Rosseggerstraße, und natürlich das Schmankerl in der Glockengasse 10, wo Männer und Frauen als Küchenhilfe beschäftigt werden können. Dieser Betrieb wird gefördert vom AMS Salzburg und dient dazu, Menschen für einen Zeitraum von maximal einem Jahr mit Unterstützung der Personalberatung wieder in einen langfristigen Arbeitsplatz zu vermitteln. Immerhin wurden im letzten Jahr zirka 50 Prozent der Schmankerl-Mitarbeiter erfolgreich vermittelt.

 

Laut Aussage von Frau Brötzner ist dieses Projekt nur für Erwachsene gedacht im Alter zwischen 18 und 50 Jahren, wobei die Verbesserung der psychischen, sozialen oder auch gesundheitlichen Situation im Vordergrund steht. Es werden realistische Berufsziele entwickelt und durch die Verringerung der Vermittlungshindernisse die Chance auf einen fixen Arbeitsplatz erhöht. ArbeiterInnen bei Vollzeitbeschäftigung (38 Wochenstunden) verdienen bei TAO & ModeCircel/Schmankerl ca. 1.220 Euro brutto, geregelt nach dem Kollektivvertrag für die Berufsgruppe für Gesundheit und Sozialberufe.


In unserer nächsten Sendung am 11. September um 18 Uhr dürfen wir Roman Neßhold, den Vorstand vom Institut Glücksspiel und Abhängigkeit, begrüßen. Unter dem Sendetitel „Glücksspiel in Salzburg“ wird uns Herr Neßhold den aktuellen Stand rund um die Problematik der Spielsucht aufschlüsseln.


Alle bereits gesendeten Sendungen gibt es zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.

 

 

 

In unserer Sendung am 12. Juni 2012 hatten wir Paula Skuhra, die Leiterin der Pflegeberatung Salzburg, live zu Gast im Studio. Unter dem Sendetitel „Alles rund ums Pflegegeld“ versuchten wir Frau Skuhra, die Fragen so zu stellen, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer den größtmöglichen Nutzen aus den Antworten ziehen können! Interessante Infos waren etwa: Wenn man eine Pflegestufe bezieht, werden Hilfsmittel wie Rollstuhl, Badewannenlift usw. gratis zur Verfügung gestellt, ein Pflegebett hingegen muss man bezahlen. Paula Skuhra dazu: „Hilfsmittel wie Rollstühle oder ein Badewannenlift werden in der Regel vom Arzt verordnet und sind nicht mit dem Bezug des Pflegegeldes verknüpft, das heißt, auch wenn jemand kein Pflegegeld bezieht und der Arzt es für notwendig hält, bekommt er diese Sachen zur Verfügung gestellt.“ Ob ein Pflegebett gratis zur Verfügung gestellt wird oder nicht, ob man dafür einen Selbstbehalt zahlen muss, ob Transport oder Aufstellungskosten anfallen, das hängt alles von der Krankenversicherung des pflegebedürftigen Menschen ab. Natürlich stellten wir Frau Skuhra auch die Frage, wem das Pflegegeld nun wirklich zusteht, der Person, die pflegebedürftig ist, oder dem, der die Person pflegt? Frau Skuhra dazu: „Das ist eine Frage, die uns in der Beratung auch sehr oft gestellt wird. Pflegebedürftige Menschen sollen eigentlich nach ihren Vorstellungen über die Form ihrer Betreuung und Pflege entscheiden können. Aus diesem Grund wird das Pflegegeld den Betroffenen direkt überwiesen, und nicht den pflegenden Angehörigen.“ Ins Leben gerufen wurde die Pflegeberatung von der ehemaligen Landesrätin Erika Scharer. Durch ihre pflegebedürftige Mutter war sie selbst Betroffene und hat in dieser Situation hautnah erlebt, wie wichtig Information und Beratung sind. Daneben war ihr auch wichtig, dass es diese Beratungsstellen nicht nur in der Stadt Salzburg gibt, sondern auch im Pinzgau und Lungau.


Genauere Informationen zum Thema „Alles rund ums Pflegegeld“ können Sie bei der Pflegeberatung des Landes Salzburg unter der Telefonnummer

0662 / 8042-3533 einholen.


In unserer Sendung am 14.8.2012 um 18 Uhr begrüßen wir live im Studio Gertraud Scheichl, die Koordinatorin vom Vinzi-Bus Salzburg. Sie wird uns unter den Sendetitel „Armut in Salzburg“ erklären, was der Vinzi-Bus macht, wo sein jetziger Standplatz ist und warum sich sein Standplatz verändert hat.

 

 

In unserer Sendung am 22.5. hatten wir Johannes Bernegger, den Leiter des Vereins „Neustart Salzburg“, live zu Gast im Studio. „Neustart“ ist eine Organisation, die der Gesellschaft Hilfen und Lösungen zur Bewältigung von Konflikten, und damit Schutz vor Kriminalität und deren Folgen bietet. Es ging in dieser Sendung vorwiegend um das Thema Jugendkriminalität, wobei uns unser Gast unsere Fragen sehr genau aufschlüsselte. Eine unserer Fragen war, ob sich in den letzten Jahren die Zahl der Jungendkriminalität erhöht habe, wobei Herr Bernegger mit einen ganz klaren Nein antwortete. Er erklärte uns, dass bestimmte Medien ein ganz bestimmtes Publikum bedienen wollen, mit dementsprechenden Übertreibungen in dieser Hinsicht. Eigentlich ist es nämlich so, dass in den letzten Jahren, die Jugendkriminalität sogar zurückgegangen ist.

Auf unsere Frage, wie gut die Kooperation bei der Entlassungsbegleitung zwischen Neustart und den Haftanstalten funktioniere, gab uns Herr Bernegger zur Antwort: „Ich kann nur für die Justiz­anstalt Salzburg sprechen, da hab ich meine persönlichen Erfahrungen, und da muss ich sagen, dass die Kooperation sehr gut funktioniert.“ Sehr interessant fanden wir auch die Schilderung, die uns Johannes Bernegger gab, als wir ihn fragten, was man unter den Begriff Tatausgleich verstehe, den der Verein Neustart ja anbietet: Ein Tatausgleich ist der Versuch, jemanden, eine eher geringfügige Straftat begangen hat, mit seiner Tat und seinem Opfer zu konfrontieren, indem man versucht, sie an einen Tisch zusammenzubringen. Es geht darum, dass der Täter einsieht, dass er einen Fehler gemacht hat, und dass er das bedauert.

Also, dass er die Verantwortung für sein Tun übernimmt, eventuell auch Schadensersatz zahlt und sich entschuldigt, und so einen Tatausgleich im eigentlichen Sinne herstellt! Das ist eine sozial konstruktive Maßnahme, das heißt, es ist hundert Mal wirkungsvoller, als jemandem eine Geldstrafe zu geben oder eine kleine bedingte Strafe, wenn er sich selbst, mit dem, was er gemacht hat, auseinandersetzt.


Das und noch viel mehr zum Verein Neustart, sowie alle anderen gesendeten Sendungen, gibt es zum Nachhören auf www.radiofabrik.at unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.


In unserer nächsten Live-Sendung, am 10.7.2012 um 18 Uhr, begrüßen wir Sonja Brötzner. Sie ist bei der Sozialen Arbeit GmbH als Personalberaterin tätig und wird uns zu dem Sendungsthema „Zurück ins Arbeitsleben“ einige Fragen beantworten.

 

 

 

In der nächsten Sendung von unserem Verkäufer-Ehepaar Evelyne und Georg Aigner am 12. Juni zum Thema „Alles rund ums Pflegegeld“ ist Paula Skuhra von der Pflegeberatung des Landes Salzburg zu Gast und gibt Auskunft über Entlastungsangebote für pflegende Angehörige.


Alle gesendeten Sendungen zum Nachhören, gibt es wie immer zum Nachhören

auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at

unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.


In Zukunft gibt es die Apropos-Sendung alle 14 Tage.

Verkäuferin Luise und Apropos-Autorin Hannah

wechseln sich mit Verkäuferehepaar Evelyne und Georg ab.

 

 

 

 

In unserer Sendung am 27. März 2012 hatten wir Sozialbetreuer Richard Gölzner von der Caritas Salzburg live zu Gast im Studio. Er erzählte über die Alltagsprobleme vieler Menschen – und wann und wie die Caritas in der Not immer wieder einspringt.


Die Vorstellung ist für viele Mindestsicherungsbezieher schrecklich: Da kommt man so gerade eben jeden Monat mit dem Geld aus, und dann flattert die Strom-Jahresabrechnung ins Haus und eine saftige Nachzahlung droht. Diese Situation kennt Sozialbetreuer Richard Gölzner gut: „Da Mindestsicherungsbezieher den Strom aus ihrem Lebensunterhallt bezahlen müssen, und dabei oft mehr Energie verbrauchen als gedacht, kommt es bei der Jahresabrechnung oft zu Nachforderungen. Hier kann die Caritas schnell und unbürokratisch helfen, weil sie die Möglichkeit hat, mit dem Energieversorger zu verhandeln“, erzählt er. Seit 1. 1. 2012 gibt es einen Fonds, den die Salzburg AG und die Arbeiterkammer der Caritas zur Verfügung gestellt haben. Auf diese Weise kann schnell geholfen werden. In dieser Hinsicht arbeitet die Caritas aber auch mit dem Land Salzburg zusammen, das Energieberater zur Verfügung stellt. Das heißt, wenn ein Klient auffällig hohe Energiekosten hat, kommt ein Energieberater und sieht sich die Geräte an. Wenn zum Beispiel ein sehr alter Kühlschrank in der Wohnung ist, so kann er getauscht werden – gratis, mit Zustellung. Auf unsere Frage, ob man Mindestsicherungsbezieher sein muss, damit die Caritas in solchen Fällen hilft, bekamen wir zur Antwort: „Es ist auf keinen Fall Bedingung, Mindestsicherungsbezieher zu sein. Es gibt ja auch viele Menschen die stark verschuldet sind oder hohe Alimente zahlen müssen oder einen Privatkonkurs haben und hohe Raten bezahlen müssen!“ Als wir Herrn Gölzner fragten, warum diese Dinge nicht das Sozialamt selber macht, antwortete uns der Sozialbetreuer: „Weil es einfach Dinge gibt, die das Sozialamt und die Mindestsicherung nicht übernehmen und die Menschen aber trotzdem in Notlagen bringen, dort wollen wir ganz klar helfen!“ Es komme aber auch immer wieder vor, dass das Sozialamt in der Akutsituation, wenn Probleme auftreten, nicht helfe, und das aus vielfältigen Gründen: Sei es aus Zeitgründen, weil die Klienten keine Zeit und keine Nerven haben, oder aber auch, weil die Referenten vom Sozialamt keine Zeit haben – da kann in der dringenden Notlage die Caritas schneller einspringen. „Das heißt, wir helfen sehr unbürokratisch in geringeren Höhen, obwohl eigentlich das Sozialamt das tun müsste“, fasst es Gölzner zusammen.


Das und noch vieles mehr zum Vollzug der Mindestsicherung, sowie alle

anderen bereits gesendeten Sendungen, gibt es wie immer zum Nachhören

auf der Website der Radiofabrik unter www.radiofabrik.at

unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.


In Zukunft gibt es die Apropos-Sendung alle 14 Tage.

Verkäuferin Luise und Apropos-Autorin Hannah

wechseln sich mit Verkäufehepaar Evelyne und Georg ab.


In der Sendung am 8. Mai 2012 um 18 Uhr ist Gerhard Schebeck von der

Lebenshilfe bei den Radiomacherinnen Luise und Hanna zu Gast.

 

 

 

Gerhard Entfellner gehört zu den „Urgesteinen“ der Salzburger Straßenzeitung. In der Radiofabrik-Sendung „Apropos, das Straßenmagazin“ erzählt er Apropos-Radiomacher Georg Aigner über seine Kindheit, sein Engagement in Indien, aber vor allem über sein Lebensthema „Rechnitz“. Ganz privat, von Verkäufer zu Verkäufer.



Welche Erinnerungen hast du an deine Kindheit?

Ich wurde 1964 mit einer rechtsseitigen Lähmung in Abtenau geboren. Am Land war damals die medizinische Versorgung noch nicht so gut, die Geburt war für meine Mutter und mich sehr schwierig. Ich wurde notgetauft, es schaute zuerst nicht sehr rosig für mich aus. Aber die Liebe meiner Mutter half mir sehr. Sie massierte und behandelte mich als Baby täglich, so blieben nur eine Lähmung der rechten Hand und eine allgemein schwächere rechte Seite.


Du hattest 1982 auch noch eine sehr schwere Wirbelsäulenoperation.

Ja, diese Operation war lebensnotwendig. Noch während meiner Lehrzeit. Das war ein fürchterlicher Schock für mich. Ich liebte den Sport, plötzlich war alles vorbei. Kein Skifahren, kein Fußball, kein Risiko. Nur mehr zwei Kilogramm darf ich heben. Meine Wirbelsäule ist steif. Zehn Jahre kämpfte ich damit, aber ich bekam neue Qualitäten. Mitleid mit schwächeren Menschen kannte ich schon von Geburt an durch mein eigenes Leid. 1993 bekam ich die Invaliditätspension zugesprochen. Trotz allem hatte ich mit 22 Jahren meine erste Eigentumswohnung und mit 29 mein Haus in Rechnitz im Burgenland. Dort gab es keine Berge, die mich an Sport erinnerten, das Klima ist sehr angenehm, eigentlich ein idealer Platz für mich.


Aber dann kam die Geschichte mit den jüdischen Massengräbern ...

Ich wusste schon 1990 davon. Damals begannen die Dreharbeiten für den Film „Totschweigen“. Ich war entsetzt über die Vorgangsweise in diesem Film. Der Film war sehr provokant, schlecht recherchiert und dies förderte die späteren Konflikte.


Welche Konflikte?

Die Rechnitzer Bevölkerung lebt mit diesem schlimmen Erbe. Es gibt noch insgesamt 19 Massengräber. In diesem Film ist nur von einem Massengrab die Rede. Durch den Regisseur, Eduard Erne, wurde die Gemeinde erstmals mit Angriffen „von außen“ konfrontiert. Die Folge war, dass alles Fremde kategorisch abgelehnt wurde. Rassistisch und fremdenfeindlich wurden die Behörden. Ich wurde 1996 sogar unschuldig verhaftet und landete für wenige Stunden im Polizeikotter. Ein Trauma für mich, da sich dieser Kotter genau auf jenem Platz befand, wo 1945 ein brutalst ermordeter Zwangsarbeiter verscharrt wurde. Ich wollte eine positive Aufarbeitung des Genozids und landete im selben Loch, nur 50 Jahre später. Der einzige verurteilte Rechnitzer war ein Polizist. Korruption und die teilweise Verbauung der Massengräber führten zur Vertuschung.


Wie ging es dann für dich weiter, und wie kamst du zu Apropos?

Ich startete 1996 eine Ausbildung zum Sozialtherapeuten, die ich 1999 beim Dalai Lama abschloss. Bereits 1996 wusste ich, dass die gelernte Theorie zwar sehr, sehr interessant ist, aber die Praxis unbedingt dazugehört. So begann meine Arbeit bei unserer Straßenzeitung. Zuerst nur als Schreiber, aber als niemand so recht seine eigene Armut zur Schau stellen wollte, verkaufte ich die erste Zeitung in der Salzburger Altstadt. Ich wollte, dass unsere Artikel gelesen werden. Als dann unsere Zeitung lief, überlegte ich mir, wie ich mein verdientes Geld am besten verwenden könnte. So gründete ich mein Projekt in Indien. 2004 wurde die „Gerhard Charitable Trust“ eröffnet. 2005 wurde ich auch für eine gewisse Zeit Obmann-Stellvertreter der Salzburger Wärmestube. Verschiedene Werkverträge mit der Universität-Salzburg waren die Folge. 2010 konnte ich ein eigenes Armutsforschungszentrum, mit einer kleinen Schule in Indien gründen. Verschiedene Filmprojekte und Konzepte folgten. Ich wollte einfach behinderten Menschen zeigen, dass auch sie eine Stütze der Gesellschaft sein können.


Es gab 2009 eine ORF-Sendung „Thema“, wo du über schwere Verdachtsmomente auf dem Fußballplatz in Rechnitz sprichst.

Das ist ja nur einer der Plätze. Wir hatten nur wenig Sendezeit, so konzentrierten wir uns dabei auf diesen Platz. Sechs Massengräber befinden sich dort.


Warum bist du dir da so sicher?

Es gibt ein Vernehmungsprotokoll, in dem der verurteilte Nazi-Bürgermeister und ranghohe Parteifunktionär von Oberwart, Ludwig Groll, alles beschrieb. Er war für die Aufbringung der jüdischen Zwangsarbeiter als Arbeitskräfte zuständig. 1946 sollte ein Vereinsreorganisierungsgesetz im Parlament beschlossen werden. Es war bereits im Ausschuss von allen Parteien beschlossen worden, doch im letzten Moment wurde das Gesetz nicht umgesetzt. So konnten alle Vereine wie Alpenvereine, Fußballvereine etc. noch nach dem Krieg mit Statuten aus der Nazizeit weiterarbeiten. Ein idealer Sammelplatz für alle Unbelehrbaren, wenn man die „Festschrift“ „60 Jahre Fußballverein Rechnitz 1991“ liest. Dort wurden, 1991, sogar noch die Statuten aus der Nazizeit abgedruckt.


Ist das ein Beweis für sechs Massengräber?

1948 wurde ein Volksgerichtsprozess geführt. Während des Prozesses wurde am 4. August 1948 auf diesem Platz, der neu errichtet wurde, ein Fußballspiel mit einigen Spielern aus dem sogenannten Wunderteam ausgetragen. Der verurteilte Ludwig Groll war bis 1939 Präsident des Burgenländischen Fußballverbandes. In einem Schreiben des Gerichts vom August 1948 an die Staatsanwaltschaft heißt es: „Die Anzahl der Getöteten ist noch viel höher, da noch weitere sechs Massengräber gefunden wurden, aus Zeitmangel konnten aber keine weiteren Stichexhumierungen vorgenommen werden.“


Warum stoppte der jetzige Bürgermeister als Präsident dieses Vereines nach dieser ORF-Sendung nicht das Spielen dort?

Es wird dort nicht nur Fußball gespielt. Der Musikverein marschiert dort auf. Schnaps wird auf dem Verdachtsmoment ausgeschenkt. Unglaublich! Wie 1945, als alle besoffen die abgemagerten, kranken und nackten Juden erschossen.


Der Bürgermeister bezeichnete dich in dieser Sendung als Indiana Jones? Was soll das?

Vor lauter Schande funktioniert wohl die Kommunikation innerhalb der Gemeinde schlecht. Bereits 2001 teilte ich dem damaligen Bürgermeister alles mit. Er drohte mir im Gemeindeamt und wollte wissen, woher ich dieses Vernehmungsprotokoll des Ludwig Groll hätte. Ich wollte eine Gedenktafel. Ohne Luftbildaufnahmen gehe gar nichts, meinte er weiter.


Du bist aber auf eigene Kosten nach Washington geflogen und hast dort Luftbilder gefunden. Das ORF-Mittagsjournal Burgenland, der Standard und andere Zeitungen berichteten davon, was passierte mit diesen Bildern?

Diese Berichte waren der Grund, warum der damalige Bürgermeister fluchtartig das Gemeindehaus und die Politik verließ. Als ich um einen Artikel in der Lokalzeitung BVZ bat, wurde mir ein Student als Redakteur zugeteilt. Der Artikel erschien nie, aber es wurde eine Beregnungsanlage auf dem Sportplatz errichtet. Kalkwasser wird dort auch bei Regenwetter auf die Anlage gespritzt und auf der Homepage des Vereins kann man die zynischen Kommentare des Vereins verfolgen.


Was wirst du nun weiter unternehmen?

Erstens fordere ich den Bürgermeister hiermit auf, das Spielen am Platz einzustellen, bis nicht alle Bebauungen und Umwidmungen auf diesem Platz untersucht sind. Zweitens verlange ich die Rücknahme der Ehrenbürgerschaft von Rechnitz des Dr. W. und des Amtmannes V. Laut Zeitzeugenberichten war dieser Naziarzt beim Eintreffen der jüdischen Zwangsarbeiter am Bahnhof anwesend und er durfte, obwohl er 1947 von der burgenländischen Ärztekammer als Nationalsozialist belastet wurde, die Stichexhumierungen für die Bezirkshauptmannschaft durchführen. Ich werde das Budgetbegleitgesetz, das Josef Pröll als damaliger Finanzminister einbrachte, in dem mir verboten wird, weiter gerichtlich vorzugehen, überprüfen lassen, da mir die Zusammenhänge zwischen den Ermordungsplätzen sehr suspekt sind. Weiters gibt es ein Tatortfoto eines anderen, großen Massengrabes. Hätte man gleich nach der Findung meiner Luftbildaufnahmen in Washington diese Bilder ausgearbeitet, könnte man darauf diese zwei Stadln und den Wald und die Straße ganz einfach finden. Dieses Feld befindet sich nahe der heutigen Polizeistation. Als man mir dann nach 2001, mit Genehmigung der Gemeinde, meine Gartenmauer auf einer Länge von mindestens 25 Meter abriss und ein Informant von mir tot aufgefunden wurde, zog ich wieder nach Salzburg. Ich hatte Angst, denn es gab mindestens acht Morde in diesem Zusammenhang nach dem Krieg. Ich habe alles bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Ich werde nun einen Film darüber drehen und unter www.karnataka.at kann man vieles darüber nachlesen.


Am 25. März 2012 wurde in Rechnitz vom Verein RE.F.U.G.I.U.S. eine Gedenkfeier abgehalten

und das Museum Kreuzstadl eröffnet.


Die Sendungen zum Nachhören finden Sie auf der Website der Radiofabrik www.radiofabrik.at

unter Programm: Sendungen von A bis Z: Apropos.


In der nächsten Sendung „Alles rund ums

Pflegegeld“ am 10. April um 18 Uhr wird uns Frau Dr. Skuhra von der Pflegeberatung des Landes Salzburg Auskunft geben über Entlastungsangebote für pflegende Angehörige.

 

 

 

In unserer letzten Sendung hatten wir Kurt Mayer live zu Gast. Der Aproposverkäufer gab uns Einblicke in seinen Verkaufsalltag und ließ uns auch ein wenig in sein Privatleben schauen.


Kurt Mayer ist nun schon seit sieben Jahren bei der Salzburger Straßenzeitung. Auf unsere Frage, wie er dazu kam, antwortete er, dass er damals nach Jahren langer Obdachlosigkeit irgendwann ein kleines Zimmer in der Glockengasse 10 zugesprochen bekam, wo sich auch die Straßenzeitung Apropos befindet. Sein Pensionszimmer war nur zwölf Quadratmeter groß, und doch war es ein Dach über dem Kopf. Dort kam Mayer in Kontakt mit Apropos und fing schon bald als Zeitungsverkäufer an.Von da an änderte sich sein Leben sehr zum Positiven: Er hörte mit dem Trinken auf und ging einfach seiner Tätigkeit nach. Später fing er dann auch an, Beiträge für Apropos zu schreiben, einfach mit dem Gedanken, über sich und seinen Lebensweg zu berichten und Dinge zu schildern, wie es einem im Leben so ergehen kann, und vor allem, wie man aus gewissen Lebenssituationen wieder rauskommt. Kurt Mayer war mit seiner Lebensgefährtin Claudia in der Sendung.

Wir haben ihn auch gefragt, wie seine Kundschaften auf der Straße reagieren, wenn sie seine Texte lesen. Die Antwort darauf war: Er wird sehr oft gelobt, weil man merkt, dass seine Texte aus dem Herzen geschrieben sind. Die schwierigste Frage unsererseits war, als wir fragten, was er machen würde, wenn es Projekte wie Apropos nicht mehr geben würde? Seine Antwort darauf: Für ihn wäre es eine Katastrophe, weil er ja nur eine kleine Invaliditätspension bezieht. In seiner Freizeit liest Kurt gerne, hört gern Radio und macht lange Spaziergänge. Was er sich für die Apropos-Verkäuferschaft wünschen würde? „Ich wünsche mir von der Aproposverkäuferschaft, dass wir uns öfter zusammensetzen und über Verkaufsprobleme, Erfolge und Berichterstattungen usw. sprechen, und überhaupt mehr Kontakt unter den Verkäufern zustande kommt.“

Unsere nächste Sendung findet am 13. März um 18 Uhr statt. Unter dem Sendungstitel „Lebenswege“ dürfen wir Apropos-Verkäufer Gerhard Entfellner begrüßen. Der gelernte Spediteur und Bürokaufmann wird uns in dieser Sendung Einblicke in sein sehr spannendes Leben geben.Wir haben noch dazu am 27. März um 18 Uhr eine Sondersendung, wo uns in einer Livesendung Richard Gölzner von der Sozialberatung der Caritas Salzburg einige Fragen zum Thema Mindestsicherung beantworten wird, da der Vollzug der Mindestsicherung zurzeit ein sehr aktuelles Thema ist.


Sämtliche Radiosendungen sind zu hören

im Archiv cba.fro.at/apropos

unter der Frequenz 107,5 und 97,3 MHz.

 

Die Sendung ist auch im Internet jederzeit abrufbar unter http://cba.fro.at/series/1222

 

 

Letztes Mal zu Gast bei „Apropos, das Straßenmagazin“ war Michaela Brawisch vom Kulinarium Salzburg in der Neuen Mitte Lehen. Dort erhalten Jugendliche mit Beeinträchtigung eine Ausbildung. Frau Brawisch, die neben der Ausbildung als Köchin auch eine Zusatzausbildung als Behindertenbegleiterin genossen hat, gab uns in dieser Sendung sehr interessante Einblicke in das Ausbildungsverfahren des Kulinariums. Ein ganz wichtiger Punkt bei der Lehrlingsausbildung ist für das zuständige Fachpersonal, dass sie mit den Eltern der Lehrlinge in ständigem Kontakt stehen wie auch mit den Betreuern, wenn Lehrlinge in betreuten Wohnungen leben. Weil es besonders in diesen Fällen wichtig ist, dass nicht nur die fachliche Ausbildung im Vordergrund steht, sondern auch, dass die menschliche Seite im Hintergrund dabei ist. Die Lehrlinge werden nach dem normalen Kollektivvertrag bezahlt und besuchen einmal in der Woche die Berufsschule, die eine eigene Klasse mit eigenen Lehrern für sie hat. Im Kulinarium werden hauptsächlich Jugendliche aufgenommen, die lernschwach sind und am freien Arbeitsmarkt sehr schwer vermittelbar sind. Laut Frau Brawisch gibt es weit mehr Anfragen von Jugendlichen, als das Kulinarium aufnehmen kann. Es wird darüber nachgedacht, in Salzburg mehrere Betriebe dieser Art ins Leben zu rufen. Dazu bedarf es aber Mittel aus öffentlicher Hand. Das Kulinarium beschäftigt derzeit 17 Jugendliche mit Beeinträchtigung, die Arbeitsräumlichkeiten dürften ruhig etwas größer sein, wenn es nach Frau Brawisch ginge, denn es mangelt nicht an Aufträgen.

 

Diese Sendung ist wie immer zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik, www.radiofabrik.at unter Programm: Sendung von A-Z : Apropos – das Straßenmagazin oder auf www.apropos.or.at. In unserer nächsten Sendung, am 14. 2. 2012 um 18.00 Uhr, dürfen wir Kurt Mayer begrüßen, der uns in dieser Live-Sendung über seine Tätigkeit als Apropos-Verkäufer erzählt und uns auch Einblicke in sein Leben gewährt.

 

Die Sendung ist auch im Internet jederzeit abrufbar unter http://cba.fro.at/series/1222

 

 

Verkäufer Georg:

Am 13. Dezember hatten wir „unseren“ Schriftsteller Walter Müller zu Gast und machten in unserer Radio-Weihnachtsausgabe eine Lesung aus unserem Buch „Denk ich an Heimat“. Zwischen den Texten spielten wir weihnachtliche Musik. Wir hoffen, dass unsere Hörer ein wenig in Weihnachtsstimmung gekommen sind. Im nächsten Jahr geht es mit unserer Sendung frisch und fröhlich weiter. Gleich zur ersten Sendung am 10. Jänner um 18 Uhr begrüßen wir Frau Michaela Brawisch zum Thema „Berufsausbildung für Jugendliche mit Beeinträchtigung. Frau Brawisch, ausbildende Köchin im „Kulinarium“ in Lehen, wird uns über ihre Tätigkeit erzählen.

Wir wünschen uns, dass unsere Hörerinnen und Hörer nächstes Jahr ebenso Spaß haben wie wir beim Radiomachen!


Verkäuferin Evelyne:

 

Ich freue mich immer wieder, wenn ich eine Radiosendung mache und dann auch von den Zuhörern höre, dass es spannend gewesen ist. Viele Zuhörer sagen mir auch auf der Straße, dass es sie freut, dass wir Radio machen. ich sage auch meinen Stammkunden, dass sie unsere Sendung auch im Internet nachhören können, wenn sie keine Zeit für die Live-Sendung haben.

Auf das nächste Jahre freue mich auch schon sehr, weil wir viele spannende Gäste erwarten. Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch!

 

 

Alles Sendungen gibt es zum Nachhören auf www.apropos.or.at


Die Sendung ist auch im Internet jederzeit abrufbar unter http://cba.fro.at/series/1222

 

 

Verkäufer Georg:

Am 8. November war Hans Steininger, Vertriebsleiter bei Apropos, live in unserer Sendung zu Gast. Für mich persönlich war diese Sendung sehr interessant, weil unsere Moderatorinnen zum Beispiel die Frage stellten, wie sich Apropos-VerkäuferInnen verhalten sollten, wenn andere Straßenzeitungsverkäufer Zeitungen aus Wien in Salzburgs Straßen verkaufen – und das mit sehr viel Nachdruck. Es gibt ja deswegen immer wieder mal Streitigkeiten. Die Aussage des Vertriebsleiters war: Man sollte sich als Apropos-VerkäuferIn angemessen benehmen, weil diese Menschen genauso menschlich behandelt werden wollen wie jeder andere auch. Das heißt, man sollte sich nicht hinreißen lassen, aggressiv zu reagieren oder diese Menschen einfach wegzujagen, weil genau das zu Streitereien führt. Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass man mit solchen Problemen am besten umgehen kann, wenn man dabei ruhig bleibt und versucht, irgendwie eine Einigung zu finden. Wie zum Beispiel sich mit diesen Menschen einen Verkaufsplatz zu teilen. Es profitieren beide Seiten davon! Ich muss aber auch dazusagen, dass ich am Anfang auch meine Probleme damit hatte, wenn ich irgendwo verkauft habe und um mich herum waren einige Global-Player-Verkäufer. Da hab ich dann auch befürchtet, dass ich kein Geschäft mehr mache. Wenn man dann stundenlang in der Kälte steht und dann auch noch provoziert wird, da hat man dann auch nicht mehr so positive Gedanken, da führt dann eins zum andern. Ich habe aber auch sehr bald gemerkt, dass diese Dinge für einen Apropos-Verkäufer nicht wirklich eine Bedrohung sind, weil unsere Zeitung einen sehr guten Ruf genießt und einen hohen Bekanntheitsgrad hat. Also – dazulernen und menschlich bleiben!

Unser Live-Gast in der nächsten Sendung am 13. Dezember ist Walter Müller, der mit Luise, Evelyn und mir einige Texte aus dem Buch „Denk ich an Heimat“ lesen wird.


Verkäuferin Evelyne:

Ich muss zu dieser Sendung sagen, dass ich es sehr interessant finde, dass Apropos-Ausgabestellen im Lungau und Pinzgau geplant sind. Sehr interessant ist auch, dass Apropos Verkäufer sucht. Ich kenne viele Menschen, die froh wären, wenn sie die Chance hätten, etwas dazuzuverdienen. Das Problem dabei ist, dass es vielen schwerfällt, auf der Straße Zeitung zu verkaufen. Sie haben Angst davor, wie ihre Bekannten darauf reagieren, was andere dazu sagen. Ich meine, sie sollten sich für einen Weg entscheiden und dazu stehen, egal, was andere meinen. Ich hoffe, dass ich mit meinen Zeilen einige zum Nachdenken bewegen kann, vielleicht ein Apropos-Verkäufer zu werden. Es ist einfach so, dass man unsicher ist, wenn man etwas macht, das nicht der Norm entspricht. In diesem Fall gilt aber: Alles ist besser als nichts!


Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern eine besinnliche Weihnachtszeit, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Alles Sendungen gibt es zum Nachhören auf www.apropos.or.at


Die Sendung ist auch im Internet jederzeit abrufbar unter http://cba.fro.at/series/1222

 

 

Verkäufer Georg:

 

Am 11. Oktober war es wieder so weit und wie immer hatten wir einen Live-Gast. Es ging in dieser Sendung um das Thema Schuldenfalle. Dazu hatten wir Inge Honisch eingeladen. Sie ist bei der Schuldnerberatung Salzbug als Diplomsozialarbeiterin tätig und gab uns interessante Einblicke rund um ihren Aufgabenbereich. Ich muss sagen, es war für mich persönlich sehr lehrreich, wie man sich z. B. in einem Privatkonkursverfahren verhalten muss und vor allen Dingen wie so ein Verfahren überhaupt abgewickelt wird. Honisch sprach aber auch darüber, wie man heutzutage verhindern kann, dass man in eine Schuldenfalle gerät. Wir haben bei allen Live-Sendungen eine Frage dabei, die wir an jeden Gast stellen: „Was bedeutet für Sie Armut?“ Die Antwort von Inge Honisch hat mir gut gefallen, denn sie ist der Meinung, dass oft nicht nur Menschen mit wenig Geld „arm“ sind ...


In unserer nächsten Sendung, am 8. November, werden wir unsern Apropos-Vertriebsleiter Hans Steininger begrüßen. Wir werden ihn zu seinem Aufgabenbereich befragen, aber auch über die Probleme mit den Verkäufern anderer Straßenzeitungen und ihre bisweilen sehr nachdrücklichen Verkaufsmethoden.

 


Verkäuferin Evelyne:

 

 

Es ist immer wieder erstaunlich, wie locker und ganz sicher unsere Livegäste sind. Da wird man selber dann auch ganz ruhig und fühlt sich auch wohl beim Moderieren. Wenn der Gast dann auch noch eine angenehme Stimme hat, dann ist eine ganz entspannte Atmosphäre im Raum und ich merke es auch, dass es immer lichter wird. Ich muss auch sagen, dass ich auch sehe, wie es Luise dabei geht. Sie hat schon sehr viel mehr Selbstvertrauen, auch das gibt einem Kraft und Freude.



Zu hören unter der Frequenz 107,5 & 97,3 MHz

Die Sendung ist auch im Internet jederzeit abrufbar unter http://cba.fro.at/series/1222 

 

 

 

 

Verkäufer Georg:

 

Am 13. September war es wieder einmal so weit: von 18 bis 18.30 Uhr hatten wir wieder einen Live-Gast: Zum „Tabuthema Zahnersatz“ war Zahntechniker Michael Crepaz ins Studio gekommen, um unsere Fragen zu beantworten. Für so eine Sendung sind ja im Vorfeld einige Recherchen nötig, dafür hatte mir Herr Crepaz Fachbücher und persönliche Unterlagen zur Verfügung gestellt, damit ich mir möglichst viele sinnvolle Fragen erarbeiten konnte, um dann auch allgemein verständliche Antworten zu bekommen. Genau die Arbeit im Vorfeld ist für mich der interessante Teil des Radiomachens. Man muss sich jeden Monat mit einem anderen Thema befassen, das gefällt mir. Es ist für mich eine gute Übung, denn man sollte ja immer mit wachsamen Augen durchs Leben gehen und sich mit so vielen Dingen wie möglich beschäftigen, und das Radiomachen verschafft mir Zutritt dazu. Gleich am nächsten Tag hatten wir (Luise, Evelyne und ich) unseren Feedbackworkshop mit der Radiofabrik. Wir hörten uns eigene und andere Sendungen an und redeten darüber, wo eventuell Fehler liegen und was man allgemein besser machen kann. Ich muss sagen, es war sehr lehrreich! Ich möchte an dieser Stelle ein Lob aussprechen an Eva Schmidhuber und Mirjam Winter, die Leiterinnen des Workshops: Sie gestalten ihre Workshops sehr lehrreich und haben auch außerhalb dieser Veranstaltungen immer ein offenes Ohr für uns.


Unsere nächste Sendung findet am 11. Oktober statt, wir dürfen dazu Inge Honisch begrüßen. Sie ist bei der Schuldnerberatung Salzburg als Diplomsozialarbeiterin tätig und wird uns rund um ihren Aufgabenbereich Einblicke geben. Angefangen damit, wie man sich in einem Privatkonkurs verhält, bis hin zur Frage, was heutzutage die größten Schuldenfallen sind.

 


Verkäuferin Evelyne:

 

Das Thema unserer Septembersendung war für uns alle wichtig: unsere Zähne! Luise und ich stellten die Fragen, und die Musik machte Georg, die wir Zuhause gemeinsam ausgesucht und zusammengestellt haben. Denn das soll gekonnt sein und zwischen den Antworten und der Musik machte ich ein cooles Foto, ja, da sieht man, wie sich unsere Gäste wohlfühlen bei uns. Ab und zu gibt’s schon noch einige Versprecher, aber das kann ja selbst einem Profi passieren, und man merkt ja auch, dass wir daran Spaß haben! Ich muss sagen, wir sind ein ganz tolles Team, das habe ich bei unserem Workshop, den wir einen Tag nach unserer Sendung hatten, gemerkt, und wir wissen selber, wo wir unsere Fehler haben und wie wir es noch besser machen können. Ich muss auch sagen, ich hätte gerne so eine Radiostimme wie manche anderen, sie haben so weich klingende Stimmen. Ich muss auch sagen, wenn man Sendungen dann anhört, ist immer eine gewisse Spannung drinnen und das gefällt mir auch sehr und auslernen kann man nie, weil immer neue Aufgaben und Ideen kommen.



Zu hören unter der Frequenz 107,5 & 97,3 MHz

Die Sendung ist auch im Internet jederzeit abrufbar unter http://cba.fro.at/series/1222 

 

 

 

 

Verkäufer Georg:

Am 9. 8. war es wieder mal so weit: Unsere Radiosendung wird ja regelmäßig, immer jeden zweiten Dienstag im Monat, gesendet, immer zur gleichen Zeit von 18.00 bis 18.30 Uhr. Diesmal hatten wir zwei Live-Gäste zu Besuch, Frau Luise Slamanig und Herrn Rolf Sprengel. Viele kennen sie vom Verkauf der Salzburger Straßenzeitung und von ihren Standplätzen – Luise beim Rathausbogen, Rolf in der oberen Linzer Gasse. Es ist erstaunlich, dass die zwei nach so vielen Jahren noch mit so viel Eifer dabei sind! Wenn man ihnen so zuhört, merkt man sehr genau, dass sie auch wirklich dahinterstehen. Was erfrischend ist bei beiden: Sie beantworteten unsere Fragen ganz grad heraus, ganz offen.

 

Wenn Sie die Sendung nicht gehört haben sollten oder noch einmal anhören wollen, dann schauen Sie bitte unter cba.fro.at/apropos

 

Unsere nächste Sendung findet am Dienstag, dem 13. September statt. Live-Gast wird Herr Michael Crepaz sein. Er ist Zahntechniker und wird uns rund um das Tabuthema Zahnersatz einige interessante Antworten geben können. Es ist einfach ein Thema, das früher oder später jeden betrifft, aber es wird sehr selten offen darüber geredet. Wenn es Sie interessiert, freuen wir uns, wenn Sie uns zuhören!

 


Verkäuferin Evelyne:

Heute war es wieder total super für mich. Unsere Gäste Luise und Rolf waren überhaupt nicht nervös und haben unsere Fragen frei heraus beantwortet. Es wird auch von Sendung zu Sendung immer leichter und entspannter. Ich habe bei den Sendungen schon ein richtig lockeres Gefühl. Jede Sendung ist jetzt schon weniger anstrengend aufgrund unserer Erfahrung. Ich habe wirklich Spaß daran, Radio zu machen. Ich merke aber auch, dass unsere Gäste gerne zu uns kommen, das ist ein schönes Gefühl. Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Apropos ON AIR!



Zu hören unter der Frequenz 107,5 & 97,3 MHz

Die Sendung ist auch im Internet jederzeit abrufbar unter http://cba.fro.at/series/1222