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Fotoworkshop im Museum der Moderne

Im August gab es einen Loch-Kamera-Workshop im Museum der Moderne und ich wurde dazu eingeladen. Ich war überrascht, wie sehr diese zwei Tage mein Interesse an der Fotografie vertieft haben. Das einfache Bauen von Loch-Kameras, mit denen wir dann schöne Bilder zu produzieren versuchten, war eigentlich lustig. Alle Teilnehmerinnen und Werklerinnen haben ein sichtbares Ergebnis zusammengebracht. Der Unterschied zur normalen Fotografien ist für mich, dass diese einfachen Bilder – bei denen man eher auf die Zeit und die Ausrichtung der Filmdose achten muss, romantischer und malerischer wirken.

Es ist nicht so leicht nachzuvollziehen, wie das Licht eigentlich ein verkehrtes Bild auf die Rückwand der Dose projiziert, aber es passiert. Der Deckel muss unbedingt fest verschlossen sein, damit kein anderes Licht eindringen kann als das, das durch ein kleines Loch an der Vorderseite fällt. Die Versuche mit diesem Licht-Bild-Phänomen sind schon uralt.
Bereits Aristoteles soll es gekannt haben und auf allen Kontinenten findet man schon vor der Entwicklung der eigentlichen Fototechnik diese schönen Abbildungen des Lichts.

Patrick Schaudy war der Leiter des Workshops. Mir gefielen seine Bilder sehr gut, die er uns anfangs zeigte: so wie Ebbe und Flut oder der Weg der Sonne. Alle sehr verträumt und einfach, in schönen Farben oder auch schwarz-weiß. Dann bauten wir gemeinsam mit ihm die Loch-Kameras.


Bau-Anleitung:

  • Zuerst nimmt man einen gut verschließbaren Gegenstand. Am besten eine Kaffeedose (auch ein Kürbis ist möglich). Dann bohrt man ein 5 Millimeter großes Loch mit einem Bohrer. Dann nimmt man ein circa 4 x 4 Zentimeter ausgeschnittenes Quadrat einer Blechdose und sticht mit einem kleinen Nagel ein Loch.
  • Mit Klebeband dann das kleine Loch innen auf des große Loch kleben. Ein Klebeband über das Loch außen kleben. In der Dunkelkammer mit Rotlicht den Film einlegen und Dose wieder gut verschließen.
  • Jetzt kann es schon losgehen.


Ich stellte meine Loch-Kamera vor das gewünschte Motiv (Museum) öffnete das Klebeband für 10 Sekunden und klebte das Loch wieder zu. Wir entwickelten dann die Fotos in der Dunkelkammer.

Es wurden schöne Fotos. Der Workshop hat mir gefallen. Es war eine sehr umfangreiche Wissensvermittlung über Fotografie und ein tolles praktisches Arbeiten im Museum möglich. Ich wünsche jedem eine solche Möglichkeit, Bilder der Wirklichkeit zu produzieren. Die Dose macht’s möglich.

 


Von Verkäuferin und Schreibwerkstatt-Autorin Andrea Hoschek

PS: Am 29. April 2018 ist der nächste weltweite Tag für Lochkamerafotografie. Es kann dort jeder seine Loch-Kamera-Fotografien hinschicken.
Infos unter    www.pinholeday.org